
Was sich 2023 geändert hat
Im August 2023 hat Google die Anzeige von FAQ-Rich-Results stark eingeschränkt. Seitdem erscheinen die aufklappbaren Fragen in den Suchergebnissen nur noch für gut bekannte, maßgebliche Websites aus den Bereichen Behörden und Gesundheit. Für die meisten anderen Websites werden FAQ-Rich-Results nicht mehr angezeigt, auch wenn das Markup korrekt ist.
Google hat dabei betont, dass vorhandenes FAQ-Markup keinen Schaden anrichtet und nicht entfernt werden muss. Es wird weiterhin gelesen und kann Suchmaschinen und anderen Systemen helfen, Inhalte zu verstehen.
Warum Fragebereiche trotzdem sinnvoll sind
- Sie beantworten echte Fragen. Wer vor einem Auftrag oder Kauf unsicher ist, sucht gezielt nach Antworten auf Detailfragen.
- Sie ranken für Fragesuchen. Viele Suchanfragen sind als Frage formuliert. Eine klare Frage als Überschrift mit einer direkten Antwort darunter eignet sich gut für Featured Snippets und für „Ähnliche Fragen".
- Sie werden von KI-Systemen gut verstanden. Kurze, klar abgegrenzte Frage-Antwort-Paare lassen sich leicht zitieren. Mehr dazu im Beitrag zur Answer Engine Optimization.
- Sie entlasten den Kundenservice. Jede Frage, die auf der Website beantwortet wird, muss nicht am Telefon beantwortet werden.
Fragen aus Kundenkontakt systematisch sammeln
Eine einfache Methode, die in vielen Unternehmen gut funktioniert: Mitarbeitende im Kundenkontakt notieren eine Woche lang jede Frage, die ihnen gestellt wird, in einer gemeinsamen Liste. Danach werden die Fragen gruppiert und nach Häufigkeit sortiert. Die zehn häufigsten Fragen sind fast immer die besten Kandidaten für einen Fragenbereich, weil sie echte Bedürfnisse abbilden und oft auch gesucht werden.
Fragen und Antworten für KI-Systeme
Klar abgegrenzte Frage-Antwort-Paare lassen sich von KI-Systemen gut erfassen. Einige Hinweise:
- Jede Antwort ist für sich verständlich, ohne Bezug auf vorherige Antworten.
- Wichtige Angaben wie Preise, Fristen oder Bedingungen stehen im Text, nicht nur in Bildern oder PDFs.
- Antworten nennen den Namen des Unternehmens oder des Produkts, wo es sinnvoll ist, damit Aussagen richtig zugeordnet werden.
- Veraltete Antworten werden aktualisiert oder entfernt.
Beispiele für gute und schwache Fragen
| Schwach | Besser | |---|---| | Warum sind wir die Besten? | Wie lange dauert eine Badsanierung? | | Was bieten wir an? | Übernehmen Sie auch die Fliesenarbeiten? | | Wie gut ist unser Service? | Wie schnell kommen Sie bei einem Notfall? | | Informationen zu Zahlungsarten | Kann ich die Rechnung in Raten bezahlen? |
FAQ-Seite oder Fragen auf den Themenseiten?
| Variante | Geeignet für | Nachteil | |---|---|---| | Zentrale FAQ-Seite | allgemeine Fragen zu Bestellung, Lieferung, Zahlung, Vertrag | wird schnell unübersichtlich, zieht Fragen aus ihrem Zusammenhang | | Fragen auf der jeweiligen Leistungs- oder Produktseite | Fragen, die sich auf ein bestimmtes Angebot beziehen | muss auf vielen Seiten gepflegt werden | | Eigene Seite pro wichtiger Frage | Fragen mit viel Suchvolumen und ausführlicher Antwort | nur sinnvoll, wenn die Antwort einen eigenen Artikel trägt |
In der Praxis ist die Kombination am besten: Allgemeine Fragen auf einer zentralen Seite, themenspezifische Fragen auf den jeweiligen Seiten und große Fragen als eigene Ratgeberartikel.
Echte Fragen finden
Die besten Fragen stammen nicht aus Keyword-Tools, sondern aus dem Alltag:
- E-Mails und Anrufe von Kunden
- Fragen im Verkaufsgespräch
- Gründe für Rücksendungen oder Stornierungen
- Kommentare und Bewertungen
- Fragen im Chat oder in sozialen Netzwerken
Ergänzend helfen „Ähnliche Fragen" in den Suchergebnissen, Keyword-Tools mit Fragefiltern und Foren der Branche. Wichtig ist, jede Frage darauf zu prüfen, ob die eigenen Kunden sie wirklich stellen.
Gute Antworten formulieren
- Direkt antworten. Der erste Satz beantwortet die Frage. Erklärungen folgen danach.
- Konkret bleiben. „Die Lieferung dauert innerhalb Deutschlands zwei bis drei Werktage" statt „Wir liefern schnell".
- Kurz, aber vollständig. Zwei bis fünf Sätze reichen meist. Braucht eine Antwort mehr, verdient sie einen eigenen Abschnitt oder Artikel, auf den verlinkt wird.
- Die Frage so formulieren, wie Kunden sie stellen. Nicht „Informationen zur Retourenabwicklung", sondern „Wie kann ich einen Artikel zurückschicken?".
:::warn Aufgeblähte FAQ-Bereiche: Zwanzig Fragen, die sich jemand ausgedacht hat, um Suchbegriffe unterzubringen, wirken unseriös. Fragen wie „Warum sind wir die beste Agentur?" beantworten keine echte Kundenfrage. Weniger, aber echte Fragen wirken besser. :::
FAQPage-Markup richtig einsetzen
Wer Markup trotzdem nutzt, sollte die Regeln von Google einhalten:
- Das Markup gehört nur auf Seiten, auf denen der Betreiber selbst Fragen und Antworten bereitstellt. Für Seiten, auf denen Nutzer Fragen stellen und andere antworten, ist
QAPagegedacht. - Fragen und Antworten müssen für Besucher sichtbar auf der Seite stehen.
- Werbung als Antwort ist nicht erlaubt.
- Dieselbe Frage sollte nicht auf vielen Seiten der Website mit Markup ausgezeichnet werden.
Weil die Rich Results für die meisten Websites entfallen sind, ist der Nutzen des Markups heute vor allem ein besseres maschinelles Verständnis der Seite. Einen großen Aufwand rechtfertigt das in der Regel nicht.
Aufbau einer zentralen FAQ-Seite
- Fragen nach Themen gruppieren, etwa Bestellung, Zahlung, Versand, Rückgabe, Garantie
- Ein Inhaltsverzeichnis mit Sprungmarken an den Anfang stellen
- Eine Suchfunktion anbieten, wenn es viele Fragen sind
- Jede Antwort mit Links zu ausführlichen Seiten ergänzen
- Eine Kontaktmöglichkeit für Fragen, die nicht beantwortet werden
Fragen und Antworten
Sollte ich mein FAQ-Markup entfernen?
Nicht zwingend. Es schadet nicht. Wer aber viele Seiten pflegt und keine Rich Results mehr erhält, kann den Aufwand für das Markup reduzieren.
Wie viele Fragen gehören auf eine Leistungsseite?
Drei bis acht echte Fragen sind ein guter Richtwert. Wichtiger als die Zahl ist, dass jede Frage tatsächlich von Kunden gestellt wird.
Können ausklappbare Antworten ein Nachteil sein?
Nein, solange die Antworten im HTML stehen. Google berücksichtigt ausgeklappte und eingeklappte Inhalte bei der mobilen Indexierung gleich.