Backlinks: Netz aus verbundenen Seiten und Themen rund um einen zentralen Knoten

Begriff und Grundprinzip

Das Wort setzt sich aus „back" und „link" zusammen: ein Verweis, der von außen zurück auf die eigene Seite führt. Gebräuchlich sind auch die Begriffe Rückverweis, eingehender Link oder Inbound Link.

Technisch ist ein Backlink ein normales HTML-Element:

<a href="https://www.example.de/ratgeber/heizung-entlueften">Anleitung zum Entlüften</a>

Der sichtbare Text zwischen den Tags heißt Ankertext. Er beschreibt, worum es auf der Zielseite geht, und ist für Suchmaschinen ein wichtiger Hinweis. Mehr dazu im Beitrag zur Ankertext-Verteilung.

Als Larry Page und Sergey Brin 1998 den PageRank vorstellten, übertrugen sie ein Prinzip aus der Wissenschaft auf das Web: Eine Veröffentlichung, die oft zitiert wird, ist wahrscheinlich bedeutsam. Eine Zitation aus einer bedeutenden Veröffentlichung wiegt schwerer als eine aus einer unbedeutenden. Übertragen auf Websites bedeutet das: Viele Links von wichtigen Seiten machen eine Seite wichtig.

Heute ist der Algorithmus unendlich komplexer, das Grundprinzip gilt aber noch. Google nutzt Links, um

  • neue Seiten zu entdecken,
  • die Bedeutung einer Seite einzuschätzen,
  • das Thema einer Seite über Ankertexte und das Umfeld des Links zu verstehen,
  • Vertrauen in eine Quelle abzuleiten.

Wie PageRank rechnerisch funktioniert, zeigt der Beitrag zum PageRank.

Nach Attribut

Attribut Bedeutung Wirkung
ohne Attribut („dofollow") normaler redaktioneller Link vererbt Signale
rel="nofollow" der Verlinkende will nicht für das Ziel bürgen Google behandelt es als Hinweis, nicht als strikte Anweisung
rel="sponsored" bezahlter oder gesponserter Link soll keine Rankingwirkung haben
rel="ugc" Link aus nutzergenerierten Inhalten wie Kommentaren oder Foren Hinweis für Google

Details dazu im Beitrag Nofollow und Dofollow.

Nach Herkunft

  • Redaktionelle Links: Ein Autor verweist freiwillig, weil er die Quelle empfehlenswert findet. Das ist die wertvollste Art.
  • Verzeichnis- und Profillinks: Einträge in Branchenbüchern, Kammerlisten, Profilen auf Plattformen. Wichtig für lokale Signale, meist mit geringer Rankingwirkung.
  • Partner- und Lieferantenlinks: Verweise aus Geschäftsbeziehungen, etwa ein Hersteller, der seine Händler verlinkt.
  • Presselinks: Verweise aus Medienberichten.
  • Nutzergenerierte Links: Kommentare, Forenbeiträge, Wikis.
  • Gekaufte oder getauschte Links: verstoßen gegen die Richtlinien, wenn sie ohne Kennzeichnung Rankings beeinflussen sollen.

Nach Position auf der Seite

Ein Link mitten im Fließtext eines Fachartikels hat nach allem, was man aus Patenten und Erfahrung weiß, mehr Gewicht als ein Link in einer Fußzeile oder einer Blogroll, die auf jeder Seite der Website erscheint.

Nicht jeder Link ist gleich viel wert. Die wichtigsten Kriterien:

  1. Thematische Nähe: Ein Link von einem Fachportal für Heizungstechnik wiegt für einen Heizungsbauer mehr als einer von einem Modeblog.
  2. Autorität der Quelle: Seiten, die selbst viele gute Links haben, geben mehr weiter.
  3. Redaktioneller Kontext: Der Link steht in einem Text, der sich mit dem Thema befasst, und wurde freiwillig gesetzt.
  4. Echte Besucher: Ein Link, über den tatsächlich Menschen klicken, ist ein starkes Zeichen für seine Natürlichkeit.
  5. Beschreibender Ankertext: Der Text erklärt, worum es auf der Zielseite geht, ohne überoptimiert zu wirken.
  6. Seltenheit: Eine Quelle, die nur wenige ausgewählte Seiten verlinkt, gibt mehr weiter als eine, die Hunderte Links pro Seite enthält.

Eine ausführliche Bewertungsmethode steht im Beitrag zur Linkqualität.

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Sie hängt vom Wettbewerb ab. Für einen Elektriker in einer Kleinstadt können eine Handvoll lokaler Links genügen. Für einen Onlineshop im Bereich Versicherungen oder Kredite braucht es womöglich Hunderte hochwertige verweisende Domains.

Sinnvoller als eine absolute Zahl ist der Vergleich:

  • Wie viele verweisende Domains haben die Seiten, die für die wichtigsten Begriffe auf den ersten Plätzen stehen?
  • Aus welchen Quellen stammen ihre Links?
  • Welche dieser Quellen wären auch für die eigene Website erreichbar?

Verweisende Domains statt Links zählen: Hundert Links von derselben Website sind weniger wert als zehn Links von zehn verschiedenen Websites. In Analysen zählt deshalb vor allem die Zahl der verweisenden Domains.

Die wichtigsten Quellen:

  • Google Search Console: Im Bericht „Links" zeigt Google eine Auswahl externer Links. Die Daten sind unvollständig, aber kostenlos und direkt von Google.
  • Ahrefs, Semrush, Sistrix, Majestic: Diese Werkzeuge crawlen das Web selbst und bauen große Linkdatenbanken auf. Sie zeigen mehr Links als die Search Console und bieten Vergleiche mit Wettbewerbern.
  • Bing Webmaster Tools: Liefern ebenfalls kostenlos Backlinkdaten, teilweise mit anderer Abdeckung als Google.

Keine dieser Quellen ist vollständig. Für eine gründliche Analyse lohnt es sich, mehrere zu kombinieren.

Die wichtigsten Wege im Überblick:

  • herausragende Inhalte, die andere als Quelle nutzen wollen
  • eigene Daten, Studien und Umfragen
  • Pressearbeit und Fachbeiträge
  • Beziehungen zu Partnern, Lieferanten, Verbänden und Vereinen
  • defekte Links auf fremden Seiten finden und eigenen Inhalt als Ersatz anbieten
  • nicht verlinkte Erwähnungen der eigenen Marke in Links umwandeln

Wie diese Methoden im Einzelnen funktionieren, erklärt der Beitrag zum Linkbuilding.

Manche Links können eher schaden als nutzen, etwa Links aus Linknetzwerken, gehackten Seiten oder Spam-Verzeichnissen. In den meisten Fällen ignoriert Google solche Links heute einfach. Problematisch wird es, wenn ein Linkprofil erkennbar manipuliert wurde, etwa durch gekaufte Links mit harten Ankertexten. Dann droht eine manuelle Maßnahme. Wie man mit solchen Links umgeht, beschreiben die Beiträge zu toxischen Backlinks und zum Disavow-Tool.

Fragen und Antworten

Sind Backlinks heute noch wichtig?

Ja. Google hat mehrfach bestätigt, dass Links weiterhin ein Rankingsignal sind, auch wenn ihr Gewicht im Vergleich zu früher gesunken ist. In umkämpften Märkten sind sie oft entscheidend.

Bringen Nofollow-Links etwas?

Seit 2019 behandelt Google Nofollow als Hinweis und kann solche Links in die Bewertung einbeziehen. Unabhängig davon bringen sie Besucher und Sichtbarkeit. Ein natürliches Linkprofil enthält immer auch Nofollow-Links.

Kann ein Wettbewerber mir mit schlechten Links schaden?

Google erklärt, dass seine Systeme gut darin sind, solche Angriffe zu erkennen und die Links zu ignorieren. In der Praxis kommt ein echter Schaden durch negatives SEO selten vor. Wer auffällige Muster entdeckt, kann die Links über das Disavow-Tool entwerten.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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