
Suchergebnisseiten gehören nicht in den Index
Google empfiehlt in seinen Richtlinien seit Langem, das Crawlen von Suchergebnisseiten der eigenen Website zu verhindern. Die Gründe:
- Jede Suchanfrage erzeugt eine neue URL, das ergibt eine unbegrenzte Zahl von Seiten.
- Die Ergebnisse überschneiden sich stark mit Kategorien und untereinander.
- Die Seiten bieten Nutzern, die über Google kommen, meist keinen eigenen Mehrwert.
- Crawlbudget wird für wertlose Seiten verbraucht.
Das Risiko von Suchspam
Ein unterschätztes Problem: Fremde können Links auf interne Suchseiten mit beliebigen Begriffen setzen, etwa /suche?q=billige+medikamente+kaufen. Wenn diese Seiten indexierbar sind und den Suchbegriff im Title oder in der Überschrift wiederholen, entstehen im Index Seiten mit fremden, oft anstößigen Begriffen unter dem eigenen Domainnamen. In den vergangenen Jahren sind viele Websites auf diese Weise für Spam missbraucht worden, darunter bekannte Marken.
Schutz vor Missbrauch: Interne Suchseiten sollten nicht indexierbar sein, den Suchbegriff nicht ungefiltert in Title und H1 schreiben und keine Seite mit Statuscode 200 für sinnlose Eingaben ausliefern, die als eigenständige Seite erscheinen könnte.
Technische Umsetzung
| Maßnahme | Wirkung |
|---|---|
Disallow: /suche in der robots.txt |
verhindert das Crawlen, spart Budget |
noindex auf Suchergebnisseiten |
verhindert die Indexierung, wenn Google die Seite trotzdem abruft |
| keine Links auf Suchseiten in Navigation oder Sitemap | Google entdeckt die Seiten nicht |
| Suchbegriff escapen und nicht als H1 übernehmen | schützt vor Spam und Sicherheitslücken |
Wichtig: Wenn Suchseiten bereits indexiert sind, zuerst Noindex setzen und abwarten, bis sie aus dem Index verschwinden. Erst danach die robots.txt-Sperre ergänzen. Sonst kann Google das Noindex nicht mehr sehen. Mehr dazu im Beitrag zur robots.txt.
Ausnahme: gepflegte Suchseiten mit Nachfrage
Manche Shops und Portale nutzen ausgewählte Suchkombinationen als Landingpages, etwa „Geschenke für Gärtner". Das kann sinnvoll sein, wenn die Seite:
- eine feste, sprechende URL hat, keine Suchparameter
- eigenen Titel, eigene Überschrift und einen eigenen Einstieg hat
- redaktionell ausgewählt und gepflegt ist
Dann ist es aber keine Suchergebnisseite mehr, sondern eine kuratierte Kategorie. Diese Unterscheidung ist wichtig.
Die Suchdaten als Schatz
Was Kunden in die Shopsuche eingeben, verrät:
- Wie Kunden Produkte nennen: „Spülbecken" statt „Einbauspüle", „Regenjacke" statt „Hardshell".
- Was fehlt: Suchen ohne Ergebnis zeigen Lücken im Sortiment oder fehlende Synonyme.
- Welche Kategorien fehlen: Häufige Suchen nach Merkmalen, etwa „Spüle schwarz", deuten auf eine Filter- oder Kategorieseite hin, die es noch nicht gibt.
- Welche Fragen offen sind: Suchen wie „Rückgabe" oder „Lieferzeit" zeigen, dass diese Informationen schwer zu finden sind.
- Saisonale Muster: Wann wird wonach gesucht?
Daten erfassen
- In Google Analytics 4 kann die Websitesuche über die erweiterten Messfunktionen erfasst werden, wenn der Suchparameter bekannt ist, etwa
qoders. - Viele Shopsysteme und Suchlösungen bieten eigene Auswertungen mit Suchbegriffen, Ergebnisanzahl und Klicks.
- Wichtig sind drei Kennzahlen: häufigste Suchbegriffe, Suchen ohne Ergebnis, Suchen mit anschließendem Abbruch.
Aus Suchdaten Maßnahmen ableiten
| Befund | Maßnahme |
|---|---|
| Häufige Suche nach Begriff, der im Shop anders heißt | Synonym in der Suche hinterlegen, Begriff in Kategorie und Produkttexten aufnehmen |
| Häufige Suche nach Merkmal | Filterseite oder Unterkategorie mit eigener URL anlegen |
| Suche ohne Ergebnis nach Produkt, das es nicht gibt | Sortiment prüfen, Alternativen anzeigen |
| Suche nach Serviceinformationen | Informationen besser verlinken, etwa in Kopf- oder Fußzeile |
| Suche nach Marke, die geführt wird | Markenseite prüfen und verbessern |
In einem Shop für Küchenzubehör war „Spülbecken schwarz" einer der häufigsten Suchbegriffe, obwohl der Shop keine eigene Seite dafür hatte. Die Produkte waren über einen Farbfilter in der Kategorie „Einbauspülen" zu finden. Nach dem Anlegen einer eigenen Seite „Schwarze Spülbecken" mit sprechender URL, eigenem Einstieg und Aufnahme in die Navigation rankte diese Seite nach einigen Wochen für mehrere Varianten des Begriffs, und der Umsatz in dieser Produktgruppe stieg deutlich.
Die Suche selbst verbessern
Eine gute interne Suche steigert die Conversion. Nutzer, die suchen, haben oft eine klare Kaufabsicht. Wichtige Funktionen:
- Autovervollständigung mit Produkten und Kategorien
- Fehlertoleranz bei Tippfehlern
- Synonyme und Singular-Plural-Erkennung
- sinnvolle Sortierung nach Relevanz und Beliebtheit
- Filter auf der Ergebnisseite
- Vorschläge bei Suchen ohne Ergebnis statt einer leeren Seite
Mehr zur Optimierung der Kaufabschlüsse im Beitrag zur Conversion-Optimierung.
Was Leser oft wissen wollen
Soll ich die Suchseite in der robots.txt sperren?
In den meisten Fällen ja, zusätzlich zu Noindex. Bei bereits indexierten Seiten zuerst Noindex, dann Sperre.
Schadet es, wenn Google einzelne Suchseiten indexiert hat?
Einzelne Seiten sind kein großes Problem. Kritisch wird es, wenn Tausende Suchseiten indexiert sind oder fremde Spam-Begriffe auftauchen.
Welche Suchlösung ist die beste?
Das hängt von Shopsystem, Sortiment und Budget ab. Wichtiger als die Wahl des Anbieters ist, dass die Suche gepflegt wird, etwa mit Synonymen und regelmäßiger Auswertung.