
Was der Knowledge Graph ist
Google hat den Knowledge Graph im Mai 2012 vorgestellt, unter dem Motto „Things, not strings", also Dinge statt Zeichenketten. Die Idee: Google soll nicht nur Wörter vergleichen, sondern verstehen, welche realen Dinge gemeint sind. Eine Suche nach „Jaguar" kann ein Tier, eine Automarke oder eine Sportmannschaft meinen. Der Knowledge Graph kennt diese Entitäten und ihre Eigenschaften und hilft, die richtige zu wählen.
Eine Entität ist ein eindeutig identifizierbares Ding: eine Person, ein Unternehmen, ein Ort, ein Produkt, ein Ereignis, ein Konzept. Jede Entität hat Eigenschaften, etwa Name, Gründungsdatum, Sitz, und Beziehungen zu anderen Entitäten, etwa „gegründet von" oder „Tochterunternehmen von". Grundlagen im Beitrag zu Entitäten.
Woher Google die Informationen nimmt
- öffentlich zugängliche Quellen wie Wikipedia und Wikidata
- lizenzierte Datenquellen
- strukturierte Daten auf Websites
- Google-Unternehmensprofile
- Angaben von Personen und Organisationen, die ihr Knowledge Panel beansprucht haben
- Inhalte aus dem gesamten Web
Das Knowledge Panel
Das sichtbare Ergebnis des Knowledge Graph ist das Knowledge Panel, ein Kasten mit Informationen zu einer Entität. Für Unternehmen gibt es zwei Arten:
| Art | Quelle | Typischer Inhalt |
|---|---|---|
| Lokales Panel | Google-Unternehmensprofil | Adresse, Öffnungszeiten, Bewertungen, Fotos |
| Entitäts-Panel | Knowledge Graph | Beschreibung, Logo, Gründung, Gründer, Profile, verwandte Suchen |
Lokale Unternehmen erhalten über ihr Unternehmensprofil fast immer ein lokales Panel. Ein Entitäts-Panel bekommen vor allem bekanntere Unternehmen, Marken, Personen des öffentlichen Lebens, Autoren und Organisationen.
Wie ein Knowledge Panel entsteht
Google entscheidet selbst, welche Entitäten ein Panel erhalten. Man kann es nicht beantragen. Die Chancen steigen, wenn:
- das Unternehmen oder die Person in vertrauenswürdigen Quellen beschrieben wird
- die Angaben in verschiedenen Quellen übereinstimmen
- strukturierte Daten auf der eigenen Website die Entität eindeutig beschreiben
- es Einträge in Wikidata oder Wikipedia gibt, sofern die Relevanzkriterien erfüllt sind
- die Entität häufig gesucht wird
Strukturierte Daten für die eigene Entität
Auf der Startseite oder der Über-uns-Seite beschreibt ein Markup vom Typ Organization oder einer passenden Unterart das Unternehmen:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Organization",
"@id": "https://www.example.de/#organization",
"name": "Beispiel GmbH",
"url": "https://www.example.de/",
"logo": "https://www.example.de/logo.png",
"foundingDate": "1998",
"founder": { "@type": "Person", "name": "Anna Beispiel" },
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"addressLocality": "Koblenz",
"addressCountry": "DE"
},
"sameAs": [
"https://www.linkedin.com/company/beispiel",
"https://www.wikidata.org/wiki/Q000000"
]
}
Die Eigenschaft sameAs verweist auf andere Profile derselben Entität. So kann Google die Informationen verknüpfen. Für Personen gilt dasselbe mit dem Typ Person, siehe Autorenseiten.
Ein Knowledge Panel beanspruchen
Wer ein Panel hat, kann es bei Google beanspruchen:
- Nach dem Namen suchen, bis das Panel erscheint
- Die Option zum Beanspruchen des Panels wählen
- Die Identität bestätigen, etwa über ein offizielles Konto, das mit der Entität verbunden ist, oder über ein Konto in der Search Console für die offizielle Website
- Nach der Bestätigung Änderungen vorschlagen, etwa ein anderes Bild oder eine korrigierte Beschreibung
Google übernimmt die Vorschläge nicht automatisch, sondern prüft sie. Änderungen werden eher akzeptiert, wenn sie durch öffentliche Quellen gestützt werden.
Bedeutung für die KI-Suche
KI-Systeme, die auf die Google-Suche zugreifen, wie die AI Overviews, der AI Mode oder Gemini, nutzen auch die Informationen des Knowledge Graph. Andere Systeme nutzen eigene Wissensbestände, die oft auf ähnlichen Quellen wie Wikidata beruhen. Eine gut beschriebene, eindeutig erkennbare Entität hat deshalb bessere Chancen, in KI-Antworten korrekt dargestellt zu werden. Mehr im Beitrag zu LLMO.
Konsistenz als Grundregel: Name, Beschreibung, Gründungsjahr, Sitz und Verantwortliche sollten auf der Website, in Profilen, Verzeichnissen, Presseberichten und Wikidata übereinstimmen. Jede Abweichung erschwert die Zuordnung.
Häufige Fragen
Kann ich ein Knowledge Panel kaufen?
Nein. Angebote, die ein Panel gegen Bezahlung versprechen, arbeiten oft mit fragwürdigen Methoden, etwa gekauften Artikeln oder manipulierten Einträgen. Das kann dem Ruf schaden.
Brauche ich einen Wikipedia-Artikel?
Nicht zwingend. Wikipedia ist eine wichtige Quelle, aber nicht die einzige. Viele Panels entstehen auch aus anderen Quellen. Ein Wikipedia-Artikel ist nur möglich, wenn die Relevanzkriterien erfüllt sind.
Wie lange dauert es, bis ein Panel erscheint?
Das lässt sich nicht vorhersagen. Bei Entitäten mit wenigen Quellen kann es lange dauern oder gar nicht geschehen. Konsistente Angaben und wachsende Bekanntheit erhöhen die Wahrscheinlichkeit.