
Die Formate im Überblick
| Format | Typ | Stärke | Schwäche | Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| JPEG | verlustbehaftet | universell kompatibel, gut für Fotos | größer als moderne Formate, keine Transparenz | Fallback, ältere Systeme |
| PNG | verlustfrei | Transparenz, scharfe Kanten | sehr groß bei Fotos | Screenshots, Grafiken mit Transparenz |
| GIF | verlustfrei, 256 Farben | einfache Animationen | groß, wenige Farben | veraltet, durch Video ersetzen |
| WebP | verlustbehaftet und verlustfrei | deutlich kleiner als JPEG und PNG, Transparenz, Animation | minimal ältere Kompatibilität | Standard für Fotos und Grafiken |
| AVIF | verlustbehaftet und verlustfrei | oft noch kleiner als WebP, gute Qualität bei starker Kompression | langsameres Kodieren | Fotos, wenn die Umgebung es unterstützt |
| SVG | Vektorformat | gestochen scharf in jeder Größe, winzig bei einfachen Formen | nicht für Fotos geeignet | Logos, Icons, Diagramme |
| JPEG XL | verlustbehaftet und verlustfrei | leistungsstark, verlustfreie Umwandlung von JPEG | eingeschränkte Browserunterstützung | noch nicht für den breiten Einsatz |
WebP
WebP wurde von Google entwickelt und 2010 vorgestellt. Es erzeugt bei vergleichbarer Qualität typischerweise 25 bis 35 Prozent kleinere Dateien als JPEG und deutlich kleinere als PNG. Es unterstützt Transparenz und Animation und wird von allen aktuellen Browsern unterstützt, einschließlich Safari seit 2020.
Für die meisten Websites ist WebP heute das sinnvolle Standardformat für Fotos und Rastergrafiken.
AVIF
AVIF basiert auf dem Videocodec AV1 und wird von allen großen Browsern unterstützt. Es erreicht bei vielen Fotos noch kleinere Dateien als WebP, besonders bei starker Kompression, und behält dabei Details und Farbverläufe oft besser bei. Die Kodierung dauert länger, was bei der automatischen Erzeugung großer Bildmengen eine Rolle spielen kann.
In der Praxis nutzen viele Websites AVIF mit WebP- oder JPEG-Fallback, wo die Infrastruktur es unterstützt, und WebP als Standard, wo es einfacher sein soll.
Größenvergleich an einem Beispiel
Ein typisches Foto in 1600 × 1067 Pixeln bei visuell vergleichbarer Qualität:
| Format | Ungefähre Dateigröße |
|---|---|
| PNG | 2,4 MB |
| JPEG (Qualität 80) | 320 KB |
| WebP (Qualität 80) | 210 KB |
| AVIF (Qualität 60) | 140 KB |
Die genauen Werte hängen vom Motiv und den Einstellungen ab. Die Tendenz ist aber bei fast allen Fotos dieselbe.
Mit Fallback ausliefern
Mit dem <picture>-Element erhält jeder Browser das beste Format, das er unterstützt:
<picture>
<source srcset="bad.avif" type="image/avif">
<source srcset="bad.webp" type="image/webp">
<img src="bad.jpg" width="1600" height="1067"
alt="Saniertes Badezimmer mit bodengleicher Dusche">
</picture>
Der Browser wählt die erste unterstützte Quelle. Alt-Text, Abmessungen und Lazy Loading werden am <img> angegeben.
Alternativ können Server oder CDN anhand des Accept-Headers des Browsers automatisch das passende Format ausliefern, ohne dass das HTML geändert werden muss. Viele Bild-CDNs bieten diese Funktion.
SVG für Logos und Icons
Für Logos, Icons, einfache Illustrationen und Diagramme ist SVG meist die beste Wahl. Vektorgrafiken bleiben in jeder Größe scharf, sind bei einfachen Formen oft nur wenige Kilobyte groß und lassen sich per CSS einfärben. Für SEO gilt: SVG-Dateien können in der Bildersuche erscheinen, wenn sie als <img> eingebunden sind. Inline eingebettete SVGs werden als Teil des HTML verarbeitet.
Umstellung in der Praxis
WordPress
Seit Version 5.8 unterstützt WordPress den Upload von WebP, seit 6.5 auch AVIF, sofern der Server es unterstützt. Plugins zur Bildoptimierung wandeln bestehende Bilder automatisch um und liefern sie mit Fallback aus.
Shopsysteme
Shopify liefert Bilder automatisch in modernen Formaten über sein CDN aus. Shopware, WooCommerce und Magento unterstützen WebP je nach Version und Konfiguration, oft über Erweiterungen.
Individuelle Systeme
Bibliotheken und Kommandozeilenwerkzeuge wie cwebp, avifenc, ImageMagick oder libvips erzeugen moderne Formate. In Build-Prozessen lassen sich Bilder automatisch umwandeln.
Bild-CDNs
Dienste wie Cloudflare Images, Bunny Optimizer, imgix oder Cloudinary wandeln Bilder beim Abruf automatisch um, passen die Größe an und liefern das passende Format aus.
Qualität und Kompression
Neben dem Format entscheidet die Qualitätseinstellung. Für Fotos in Websites sind bei WebP Werte zwischen 70 und 85 meist ausreichend, bei AVIF oft etwas niedrigere Werte. Entscheidend ist der Blick auf das Ergebnis, am besten auf einem hochauflösenden Bildschirm. Zu starke Kompression erzeugt Artefakte, die unprofessionell wirken – besonders bei Produktbildern, bei denen Details zählen.
Formate und SEO
- Core Web Vitals: Kleinere Bilder laden schneller und verbessern den Largest Contentful Paint.
- Bildersuche: Google indexiert WebP und AVIF genauso wie JPEG und PNG. Das Format hat keinen Einfluss auf das Ranking in der Bildersuche.
- Dateinamen und Alt-Texte bleiben wichtig, unabhängig vom Format. Mehr im Beitrag Bilder-SEO.
- URLs bei der Umstellung: Wenn sich die Dateiendung ändert, ändert sich die Bild-URL. Bei Bildern, die in der Bildersuche Besucher bringen, kann eine Weiterleitung oder die Auslieferung über den
Accept-Header sinnvoll sein.
- Fotos in WebP oder AVIF mit Fallback
- Logos und Icons als SVG
- PNG nur, wo verlustfreie Qualität oder Transparenz nötig ist und WebP nicht passt
- GIF-Animationen durch MP4 oder WebM ersetzen
- Qualität zwischen 70 und 85 prüfen
- Größen passend zur Darstellung mit srcset
- Bestehende Bilder automatisiert umwandeln
Gut zu wissen
Unterstützen alle Browser WebP?
Alle aktuellen Browser unterstützen WebP. Für sehr alte Browser kann ein JPEG-Fallback im <picture>-Element bereitgestellt werden.
Ist AVIF besser als WebP?
Bei vielen Fotos erzeugt AVIF kleinere Dateien bei gleicher oder besserer Qualität. WebP ist schneller zu erzeugen und etwas breiter unterstützt. Beide sind gute Wahl, die Kombination mit Fallback ist ideal.
Muss ich alle alten Bilder umwandeln?
Für die Ladezeit lohnt es sich, besonders bei häufig aufgerufenen Seiten. Mit Plugins, Build-Prozessen oder Bild-CDNs lässt sich das automatisieren.