Google Core Updates: Suchergebnisseite, auf der die eigene Website auf Platz 1 steht

Was ein Core Update ist

Ein Core Update ist eine umfassende Anpassung der zentralen Bewertungssysteme von Google. Anders als gezielte Updates, die ein bestimmtes Problem wie Spam oder schlechte Produkttests angehen, verändert ein Core Update die Gewichtung vieler Signale gleichzeitig. Das Ziel ist, die Ergebnisse insgesamt relevanter und hilfreicher zu machen.

Google kündigt Core Updates im Search Status Dashboard und über seine Kommunikationskanäle an. Die Ausrollphase dauert typischerweise zwei bis drei Wochen, in Einzelfällen länger. In dieser Zeit können Rankings stark schwanken.

Wie oft Core Updates kommen

In den vergangenen Jahren gab es meist drei bis vier Core Updates pro Jahr. Dazwischen finden laufend kleinere Anpassungen statt, die Google nicht einzeln ankündigt. Ein besonders umfangreiches Update war das März-Core-Update 2024, mit dem Google unter anderem das System für hilfreiche Inhalte in die Kernbewertung integrierte und gleichzeitig neue Spam-Richtlinien einführte.

Was bei einem Core Update passiert

Google vergleicht Core Updates gern mit einer aktualisierten Bestenliste: Stellt man sich vor, man hätte 2020 eine Liste der besten Filme erstellt, würde eine Liste von heute anders aussehen – nicht weil die alten Filme schlechter geworden sind, sondern weil neue hinzugekommen sind und sich die Maßstäbe verschoben haben. Genauso verlieren Seiten nach einem Core Update nicht zwingend, weil sie etwas falsch gemacht haben, sondern weil andere nun als hilfreicher eingestuft werden.

In der Praxis beobachte ich bei Core Updates häufig:

  • Die Bewertung der Qualität und Vertrauenswürdigkeit ganzer Websites ändert sich
  • Die Einschätzung der Suchintention bestimmter Begriffe verschiebt sich
  • Bestimmte Seitentypen gewinnen oder verlieren, etwa Foren, große Marken oder spezialisierte Nischenseiten
  • Themen mit hohen Anforderungen an Verlässlichkeit, etwa Gesundheit und Finanzen, sind oft besonders betroffen

Einen Rankingverlust richtig analysieren

Ein Verlust nach einem Core Update ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund für eine sorgfältige Analyse. Diese Schritte haben sich bewährt:

1. Das Ende des Rollouts abwarten

Während der Ausrollphase schwanken Rankings teils stark. Erst nach Abschluss ist erkennbar, wo sich die Website einpendelt. Warten Sie danach noch etwa eine Woche, bevor Sie Schlüsse ziehen.

2. Die Art des Verlusts bestimmen

Vergleichen Sie in der Search Console die Zeiträume vor und nach dem Update. Sind alle Seiten betroffen oder nur bestimmte Verzeichnisse, Themen oder Seitentypen? Handelt es sich um leichte Verschiebungen von Position 3 auf 5 oder um tiefe Stürze von Position 3 auf 30?

Muster Mögliche Deutung
Kleine Verluste über viele Seiten Andere Seiten werden als etwas hilfreicher eingestuft – oft reichen gezielte Verbesserungen
Tiefe Verluste bei bestimmten Themen Die Suchintention hat sich verschoben oder Inhalte zu diesem Thema gelten als weniger vertrauenswürdig
Deutlicher Verlust der gesamten Website Die Qualität der Website insgesamt wird kritischer bewertet
Verluste nur bei einem Seitentyp Die Vorlage oder das Format passt nicht mehr zur Erwartung

3. Die Gewinner ansehen

Welche Seiten stehen jetzt dort, wo Ihre vorher standen? Was bieten sie, was Ihre Seiten nicht bieten? Sind es größere Marken, spezialisierte Anbieter, Foren mit echten Erfahrungsberichten, aktuellere Inhalte?

4. Andere Ursachen ausschließen

Nicht jeder Verlust in einem Update-Zeitraum ist auf das Update zurückzuführen. Prüfen Sie parallel technische Probleme, manuelle Maßnahmen in der Search Console und eigene Änderungen an der Website. Der Beitrag Traffic-Einbruch analysieren beschreibt das Vorgehen.

Was nach einem Verlust hilft

Google selbst empfiehlt, nach einem Verlust keine schnellen technischen Tricks zu versuchen, sondern die Inhalte kritisch zu prüfen. Die Fragen, die Google dafür veröffentlicht hat, lassen sich grob so zusammenfassen:

Selbstprüfung nach Googles Qualitätsfragen
  • Bietet der Inhalt eigene Informationen, Recherchen oder Analysen?
  • Ist er vollständig und umfassend, oder bleibt er an der Oberfläche?
  • Geht er über das Offensichtliche hinaus?
  • Wurde er von jemandem geschrieben, der sich erkennbar auskennt?
  • Würden Sie ihm vertrauen, wenn es um Ihr Geld oder Ihre Gesundheit ginge?
  • Ist er frei von Fehlern, sorgfältig erstellt und gut lesbar?
  • Hinterlässt er beim Leser das Gefühl, genug gelernt zu haben?
  • Wurde er in erster Linie für Menschen erstellt oder um Suchtraffic anzuziehen?

Aus diesen Fragen ergeben sich typische Maßnahmen:

  1. Schwache Inhalte verbessern oder entfernen: Seiten, die kaum Besucher bringen und wenig Mehrwert bieten, ziehen die Bewertung der gesamten Website nach unten. Ein Content-Audit hilft bei der Auswahl.
  2. Erfahrung sichtbar machen: Eigene Beispiele, Fotos, Daten und erkennbare Autoren mit Qualifikation.
  3. Vertrauen stärken: Transparente Unternehmensangaben, Quellen, aktuelle Informationen.
  4. Suchintention neu prüfen: Passt der Seitentyp noch zu dem, was Google für diese Anfrage jetzt zeigt?
  5. Nutzererlebnis verbessern: Weniger Werbung, weniger Ablenkung, klarere Struktur.

Wie lange die Erholung dauert

Das ist der schwierigste Teil. Nach Aussagen von Google können sich Verbesserungen zwischen Core Updates schrittweise auswirken, weil Systeme laufend aktualisiert werden. Größere Erholungen zeigen sich in der Praxis aber oft erst beim nächsten oder übernächsten Core Update – also nach drei bis sechs Monaten oder länger. Garantien gibt es nicht. Manche Websites erholen sich nie vollständig, weil sich die Erwartung an bestimmte Suchanfragen dauerhaft verändert hat.

Aus meiner Erfahrung: Die Websites, die sich nach Core Updates am besten erholen, sind nicht diejenigen, die am schnellsten reagieren, sondern diejenigen, die am grundlegendsten verbessern. Wer ein Jahr lang konsequent schwache Inhalte aufräumt und starke Inhalte ausbaut, steht nach dem nächsten Update meist besser da als vor dem Verlust.

Gewinnen bei Core Updates

Core Updates haben nicht nur Verlierer. Wer kontinuierlich an Qualität arbeitet, profitiert oft, wenn Google seine Systeme schärft. Auch das lohnt sich zu analysieren: Welche Seiten haben gewonnen, und was haben sie gemeinsam? Diese Erkenntnisse sind wertvoll für die Planung neuer Inhalte.

Fehler, die ich häufig sehe

  • Hektisches Umbauen während des Rollouts: Verschleiert die Wirkung des Updates und erschwert die Analyse.
  • Massenhaftes Löschen: Seiten zu entfernen, die Links oder Besucher haben, schadet mehr, als es nützt.
  • Technische Scheinlösungen: Neue Plugins, andere Titel oder geänderte Datumsangaben ändern nichts an der Qualitätsbewertung.
  • Linkkauf zur Kompensation: Führt oft zu zusätzlichen Problemen.
  • Nur auf Rankings schauen: Manchmal verschiebt sich die Wirkung – weniger Klicks bei Informationsseiten, aber stabile Anfragen bei Leistungsseiten.

Oft gefragt

Kündigt Google jedes Core Update an?

Größere Core Updates werden angekündigt, meist mit Beginn und Ende des Rollouts. Kleinere Anpassungen werden nicht einzeln kommuniziert.

Kann ich mich auf ein Core Update vorbereiten?

Indirekt ja, indem Sie kontinuierlich an Qualität, Vertrauen und Nutzererlebnis arbeiten. Eine gezielte Vorbereitung auf ein einzelnes Update gibt es nicht.

Bedeutet ein Verlust, dass meine Website abgestraft wurde?

Nein. Core Updates sind keine Strafen. Eine Abstrafung ist eine manuelle Maßnahme, die in der Search Console angezeigt wird.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

Mehr über SEOKönig