HTTP-Statuscodes: Quelltext mit den technischen Angaben, die Suchmaschinen auswerten

Die fünf Klassen

Statuscodes sind nach ihrer ersten Ziffer in Klassen eingeteilt:

Klasse Bedeutung Für SEO relevant
1xx Informationen kaum
2xx Erfolg ja, vor allem 200
3xx Umleitung ja, 301, 302, 304, 307, 308
4xx Fehler auf Anfrageseite ja, 404, 410, 403, 401, 429
5xx Fehler auf Serverseite ja, 500, 502, 503, 504

2xx: Erfolg

200 OK

Die Seite wurde erfolgreich ausgeliefert. Das ist der Normalfall für jede Seite, die indexiert werden soll. Wichtig: Ein 200 allein bedeutet nicht, dass die Seite in Ordnung ist. Eine leere Seite oder eine Fehlermeldung mit Statuscode 200 ist ein sogenannter Soft 404. Mehr im Beitrag Soft 404.

204 No Content

Die Anfrage war erfolgreich, aber es gibt keinen Inhalt. Für normale Seiten ungeeignet, weil Google nichts indexieren kann.

3xx: Umleitungen

Code Bedeutung Einsatz Signalweitergabe
301 Moved Permanently dauerhaft umgezogen Relaunch, Domainwechsel, zusammengeführte Seiten ja
308 Permanent Redirect dauerhaft umgezogen, Anfragemethode bleibt erhalten wie 301, technisch präziser ja
302 Found vorübergehend umgezogen kurzzeitige Aktionen, A/B-Tests, Wartung einzelner Seiten ja, aber Google behält meist die alte URL im Index
307 Temporary Redirect vorübergehend, Methode bleibt erhalten wie 302; Browser zeigen 307 auch bei HSTS-internen Umleitungen wie 302
304 Not Modified nicht geändert seit letztem Abruf Caching: Google spart Bandbreite nicht zutreffend

Die wichtigste Unterscheidung für SEO: Dauerhafte Weiterleitungen (301, 308) sagen Google, dass die neue URL die alte ersetzt. Vorübergehende (302, 307) sagen, dass die alte URL bald zurückkommt. Google hat erklärt, dass beide Arten Signale weitergeben, eine lange bestehende 302 behandelt Google irgendwann wie eine 301. Trotzdem ist die klare Verwendung des richtigen Codes die sichere Wahl.

Details in den Beiträgen 301-Weiterleitung und Weiterleitungsketten.

Der Sonderfall 304

Der Code 304 ist für Suchmaschinen nützlich: Wenn Google eine Seite mit dem Header If-Modified-Since oder If-None-Match anfragt und sich nichts geändert hat, antwortet der Server mit 304 ohne Inhalt. Das spart Serverressourcen und Crawling-Kapazität. Richtig konfiguriertes Caching mit Last-Modified und ETag ermöglicht das.

4xx: Fehler auf Anfrageseite

404 Not Found

Die Seite existiert nicht. Das ist völlig normal für gelöschte Inhalte oder falsch eingegebene Adressen. 404-Fehler an sich schaden der Website nicht. Problematisch werden sie, wenn:

  • interne Links auf 404-Seiten zeigen
  • wertvolle externe Links auf nicht mehr existierende Seiten verweisen
  • wichtige Seiten versehentlich einen 404 liefern

Mehr im Beitrag 404-Fehler.

410 Gone

Die Seite wurde dauerhaft entfernt. Für Google ist 410 ein etwas stärkeres Signal als 404. Die Seite wird tendenziell schneller aus dem Index entfernt. Sinnvoll für Inhalte, die bewusst und endgültig gelöscht wurden und keine passende Weiterleitung haben.

401 Unauthorized und 403 Forbidden

Der Zugriff erfordert eine Anmeldung (401) oder wird verweigert (403). Für Google sind solche Seiten nicht zugänglich und werden nicht indexiert. Kritisch wird es, wenn Sicherheitssysteme versehentlich den Googlebot mit 403 abweisen – dann verschwinden Seiten aus dem Index, obwohl Nutzer sie problemlos sehen.

429 Too Many Requests

Der Server signalisiert, dass zu viele Anfragen in kurzer Zeit eingegangen sind. Google reduziert daraufhin das Crawling. Tritt der Code häufig auf, crawlt Google weniger, was bei großen Websites die Indexierung neuer Inhalte verlangsamt. Rate-Limiting sollte deshalb so konfiguriert sein, dass es verifizierte Suchmaschinen-Crawler nicht übermäßig trifft.

5xx: Serverfehler

Code Bedeutung Typische Ursache
500 Internal Server Error allgemeiner Serverfehler Programmierfehler, fehlerhafte Konfiguration, Plugin-Konflikt
502 Bad Gateway Fehler zwischen Proxy und Server überlasteter Anwendungsserver, falsche Konfiguration eines Reverse Proxy
503 Service Unavailable vorübergehend nicht verfügbar Wartung, Überlastung
504 Gateway Timeout Zeitüberschreitung langsame Datenbank, lange Skriptlaufzeit

Serverfehler sind für SEO besonders ernst. Google interpretiert gehäufte 5xx-Antworten als Zeichen, dass der Server überlastet ist, und reduziert das Crawling. Bleiben Seiten über längere Zeit mit 5xx erreichbar, können sie aus dem Index fallen.

503 für geplante Wartung

Für geplante Wartungsarbeiten ist 503 der richtige Code. Kombiniert mit dem Header Retry-After, der angibt, wann die Seite wieder verfügbar ist, weiß Google, dass es sich um eine vorübergehende Situation handelt:

HTTP/1.1 503 Service Unavailable
Retry-After: 3600

Wichtig: Eine Wartungsseite, die mit 200 ausgeliefert wird, ist ein Fehler. Google könnte dann die Wartungsmeldung indexieren. Und 503 sollte nicht länger als etwa einen Tag andauern, sonst beginnt Google, Seiten aus dem Index zu entfernen.

Statuscodes prüfen

Werkzeug Einsatz
Browser-Entwicklertools (Netzwerk-Tab) Statuscode einzelner Seiten und Ressourcen
Kommandozeile: curl -I https://… schneller Blick auf den Header
Crawler wie Screaming Frog Statuscodes aller Seiten einer Website
Search Console, Seitenindexierung Fehler aus Sicht von Google
Search Console, Crawling-Statistiken Verteilung der Statuscodes bei Googlebot-Zugriffen
Serverlogs jeder einzelne Zugriff mit Statuscode

Typische Probleme in der Praxis

Diese Muster sehe ich immer wieder
  • Fehlerseiten mit Statuscode 200: Die 404-Seite des CMS liefert 200, Google indexiert Tausende Fehlerseiten
  • 302 statt 301 nach Relaunch: Die alten URLs bleiben im Index, die neuen kommen nicht an
  • Weiterleitungsketten: http → https → www → neue URL, vier Stationen statt einer
  • Sicherheitssysteme blockieren den Googlebot mit 403 oder 429
  • Instabile Server mit sporadischen 500-Fehlern, die in normalen Tests nicht auffallen
  • Wartungsmodus mit 200 statt 503

Aus der Praxis: Bei einem Onlineshop fiel die Zahl der indexierten Produkte innerhalb von zwei Wochen um ein Drittel. Die Search Console zeigte vereinzelte Serverfehler, im Browser lief alles einwandfrei. Die Auswertung der Serverprotokolle ergab: Nachts, während automatischer Datenimporte, lieferte der Shop für bis zu zwei Stunden 503-Fehler – ausgerechnet in dem Zeitfenster, in dem der Googlebot besonders aktiv war. Die Verlegung der Importe und ein zusätzlicher Cache lösten das Problem.

Gut zu wissen

Schaden 404-Fehler meinen Rankings?

404-Fehler für Seiten, die nicht existieren, sind normal und schaden nicht. Problematisch sind 404-Fehler bei Seiten, die Links oder Besucher haben, und interne Links auf nicht existierende Seiten.

Soll ich 404 oder 410 verwenden?

Beide sind in Ordnung. 410 signalisiert deutlicher, dass eine Seite dauerhaft entfernt wurde, und führt tendenziell zu einer schnelleren Entfernung aus dem Index.

Wie lange darf eine Website mit 503 offline sein?

Wenige Stunden sind unproblematisch. Bei mehr als etwa einem Tag beginnt Google, Seiten aus dem Index zu nehmen. Für längere Ausfälle sollte eine Lösung mit einer zwischengespeicherten Version gefunden werden.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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