
Wann sich Inhouse-SEO lohnt
- SEO ist ein zentraler Kanal für Umsatz oder Anfragen.
- Die Website ist groß oder ändert sich häufig, etwa bei Shops, Portalen oder Verlagen.
- Viele Abteilungen arbeiten an der Website und müssen koordiniert werden.
- Das Unternehmen will Wissen dauerhaft aufbauen, statt es einzukaufen.
- Die Kosten für externe Betreuung übersteigen die Kosten einer eigenen Stelle.
Für kleinere Unternehmen mit überschaubarer Website ist eine externe Betreuung oft wirtschaftlicher. Mehr im Beitrag Freelancer oder Agentur.
Rollen und Fähigkeiten
SEO umfasst mehrere Fachgebiete. Ein Team kann aus einer Person oder aus vielen bestehen, aber die Aufgaben sind dieselben:
| Rolle | Aufgaben |
|---|---|
| SEO-Verantwortliche oder SEO-Manager | Strategie, Priorisierung, Abstimmung, Reporting |
| Technisches SEO | Crawling, Indexierung, Performance, Strukturen, Zusammenarbeit mit der Entwicklung |
| Content-SEO | Themenplanung, Briefings, Optimierung, Pflege von Inhalten |
| Redaktion | Erstellung von Texten, Bildern und Videos |
| Datenanalyse | Messung, Dashboards, Tests |
| Offpage und PR | Linkaufbau, Pressearbeit, Kooperationen |
In einem kleinen Team übernimmt eine Person mehrere Rollen. Die erste Stelle sollte in der Regel eine erfahrene Person mit breitem Wissen sein, die Prioritäten setzen und andere einbeziehen kann.
SEO in Prozesse integrieren
Die größte Herausforderung für Inhouse-SEO ist nicht das Fachwissen, sondern die Organisation. SEO braucht die Mitarbeit anderer Abteilungen:
- Entwicklung: technische Änderungen, Relaunches, neue Funktionen
- Redaktion und Marketing: Inhalte, Kampagnen, Pressearbeit
- Produktmanagement: neue Produkte, Kategorien, Seitenstrukturen
- Vertrieb und Kundenservice: Kundenfragen, Einwände, Feedback
- Geschäftsführung: Budgets, Prioritäten, Unterstützung
SEO früh einbinden: Die wirksamste Regel für Inhouse-Teams: SEO wird bei jedem Projekt, das die Website betrifft, von Anfang an einbezogen, nicht erst kurz vor dem Livegang. Das verhindert die meisten teuren Fehler, etwa bei Relaunches, neuen Filtern oder Umbenennungen.
Werkzeuge
| Bereich | Werkzeuge |
|---|---|
| Daten von Google | Search Console, Google Analytics |
| Sichtbarkeit und Keywords | Sistrix, Semrush, Ahrefs |
| Technische Analyse | Screaming Frog oder andere Crawler, PageSpeed Insights |
| Reporting | Looker Studio |
| Zusammenarbeit | Ticketsystem, Dokumentation, Redaktionsplan |
| KI | Assistenten für Analyse, Entwürfe und Automatisierung |
Mehr zu KI-Werkzeugen im Beitrag KI-Tools für SEO.
Die ersten 90 Tage
- Bestandsaufnahme: Analyse der Website, der Daten und der bisherigen Arbeit
- Gespräche: mit allen Abteilungen, die an der Website beteiligt sind
- Schnelle Erfolge: einige Maßnahmen mit großer Wirkung und geringem Aufwand umsetzen, um Vertrauen zu gewinnen
- Strategie: Ziele, Prioritäten und einen Plan für das erste Jahr festlegen
- Prozesse: klären, wie SEO in Projekte einbezogen wird
- Reporting: ein einfaches Dashboard und ein regelmäßiger Bericht
Externe Partner als Ergänzung
Auch starke Inhouse-Teams profitieren von externer Unterstützung:
- Zweitmeinung bei strategischen Entscheidungen
- Spezialwissen, etwa bei komplexer Technik, internationalem SEO oder Linkaufbau
- Kapazität bei großen Projekten wie Relaunches
- Schulung und Weiterbildung
- Blick von außen auf eingefahrene Routinen
Was schiefgehen kann
- Eine Person für alles, ohne Befugnisse: SEO-Verantwortliche, die keine Änderungen umsetzen lassen können, bleiben wirkungslos.
- Keine Unterstützung der Geschäftsführung: Ohne klare Priorität verliert SEO im Wettbewerb mit anderen Projekten.
- Nur Junioren einstellen: Ohne erfahrene Führung fehlen Strategie und Priorisierung.
- Keine Weiterbildung: Suchmaschinen verändern sich schnell, besonders durch KI.
- SEO als Abteilung isolieren: SEO wirkt nur im Zusammenspiel mit anderen.
Stellenprofil für die erste SEO-Stelle
Eine realistische Beschreibung hilft, die richtige Person zu finden:
- Aufgaben: Strategie und Priorisierung, technische Analysen, Briefings für Inhalte, Abstimmung mit Entwicklung und Redaktion, Reporting, Steuerung externer Partner
- Erfahrung: mehrere Jahre praktische SEO-Arbeit, idealerweise sowohl technisch als auch inhaltlich
- Fähigkeiten: analytisches Denken, Kommunikation mit Nicht-Fachleuten, Umgang mit Werkzeugen wie Search Console, Crawlern und Analyse
- Befugnisse: eigenes Budget für Werkzeuge und externe Unterstützung, Einbindung in Projekte, direkter Zugang zur Entwicklung
Eine Stellenanzeige, die nur Aufgaben beschreibt, aber keine Befugnisse, schreckt erfahrene Kandidaten ab.
Wissen im Unternehmen verankern
Ein Inhouse-Team ist nur so stark wie das Wissen, das es im Unternehmen verbreitet. Hilfreiche Maßnahmen:
- Kurze Schulungen für Redaktion, Produktmanagement und Entwicklung zu den Grundlagen, die für ihre Arbeit wichtig sind
- Checklisten für wiederkehrende Aufgaben wie neue Seiten, Umbenennungen, Löschungen
- Dokumentation von Entscheidungen, damit sie auch nach einem Personalwechsel nachvollziehbar bleiben
- Regelmäßige Ergebnisse im Unternehmen teilen, damit sichtbar wird, was SEO bewirkt
Erfolg eines Inhouse-Teams messen
| Kennzahl | Aussage |
|---|---|
| Organische Anfragen oder Umsätze | geschäftlicher Beitrag |
| Anteil umgesetzter Maßnahmen | Durchsetzungskraft im Unternehmen |
| Zeit von Empfehlung bis Umsetzung | Effizienz der Prozesse |
| Fehler bei Releases und Relaunches | Qualität der Einbindung |
| Sichtbarkeit in Kernthemen | fachlicher Fortschritt |
Fragen aus der Praxis
Was kostet eine Inhouse-SEO-Stelle?
Neben dem Gehalt fallen Kosten für Werkzeuge, Weiterbildung und oft externe Unterstützung an. Die Gehälter hängen stark von Erfahrung und Region ab.
Kann ein Marketingmitarbeiter SEO nebenbei übernehmen?
Für kleine Websites und die Pflege von Grundlagen ja, mit externer Unterstützung. Für große oder umkämpfte Projekte reicht das meist nicht.
Wie finde ich gute SEO-Fachleute?
Fachkräfte sind gefragt. Hilfreich sind Netzwerke, Fachveranstaltungen, Empfehlungen und eine realistische Stellenbeschreibung, die klare Verantwortung und Befugnisse bietet.