Kategorietexte: Ratgeber-Dokument mit abgehakten Kapiteln

Die Rolle des Textes auf einer Kategorieseite

Auf einer Kategorieseite steht das Sortiment im Mittelpunkt. Der Text hat eine dienende Aufgabe. Er soll:

  • Suchmaschinen erklären, worum es auf der Seite geht, auch wenn das Listing aus Bildern und kurzen Produktnamen besteht
  • Käufern bei der Auswahl helfen, wenn sie noch nicht wissen, welches Produkt passt
  • auf Unterkategorien, Ratgeber und passende Filter verweisen
  • die Kompetenz des Shops in diesem Sortiment zeigen

Er soll nicht: das Listing nach unten schieben, Suchbegriffe aneinanderreihen oder allgemeine Aussagen über die Produktwelt machen.

Braucht jede Kategorie einen Text?

Nein. Viele Kategorieseiten ranken hervorragend mit einer guten H1, einem kurzen Einstieg und einem starken Sortiment. Die Suchergebnisse zeigen, was nötig ist: Stehen dort Shops mit ausführlicher Kaufberatung auf der Kategorieseite, lohnt ein Text. Stehen dort Shops mit reinem Listing und guten Filtern, zählt das Sortiment mehr.

Als grobe Orientierung aus meinen Shopprojekten:

Kategorie Text sinnvoll? Warum
Beratungsintensiv (Matratzen, Kinderwagen, Heizungen) ja, ausführlich Käufer haben viele Fragen vor der Entscheidung
Standardsortiment (Handtücher, Blumentöpfe) kurz Auswahl erfolgt über Bild, Preis und Filter
Technische Ersatzteile kurz, mit Hinweisen zur Kompatibilität Käufer wollen schnell das passende Teil finden
Filterseiten mit Suchvolumen (z. B. „Sofa grau") kurz und spezifisch eigene Seite, aber wenig eigener Beratungsbedarf

Die richtige Platzierung

Oben: kurz und direkt

Über dem Listing steht die H1 und darunter ein Einstieg von zwei bis vier Sätzen. Er benennt, was der Besucher hier findet, und hebt ein oder zwei Besonderheiten hervor, etwa Auswahl, Lieferzeit oder Beratung. Mehr sollte es oben nicht sein, damit die Produkte sichtbar bleiben, auch auf dem Smartphone.

Unten: ausführlich und hilfreich

Unter dem Listing ist Platz für Kaufberatung, Erklärungen zu Materialien oder Größen, Hinweise auf Unterkategorien und Antworten auf häufige Fragen. Wer bis hier scrollt, hat meist noch kein passendes Produkt gefunden und braucht Hilfe.

Ausklappbare Bereiche

Texte hinter einem „Mehr lesen"-Link sind technisch unproblematisch, solange sie im HTML stehen. Google hat bestätigt, dass solche Inhalte bei der mobilen Indexierung normal berücksichtigt werden. Für Leser sind sie oft angenehmer als eine lange Textwand.

Was in einen guten Kategorietext gehört

  • Auswahlhilfe: Worauf kommt es bei diesem Produkttyp an? Welche Kriterien sind wichtig?
  • Einordnung der Varianten: Worin unterscheiden sich die Unterkategorien, Materialien oder Preisklassen?
  • Verweise: Links zu Unterkategorien, zu wichtigen Filtern und zu vertiefenden Ratgebern.
  • Praxiswissen: Erfahrungen aus Kundengesprächen, Retourengründen oder der eigenen Nutzung.
  • Kurze Antworten auf Standardfragen: Größen, Pflege, Lieferung, Montage.

Ein Shop für Arbeitsschuhe ergänzte die Kategorie „Sicherheitsschuhe S3" um eine kurze Tabelle, die die Schutzklassen S1, S2 und S3 gegenüberstellt, und um einen Absatz, für welche Tätigkeiten welche Klasse vorgeschrieben ist. Der Text war kaum 300 Wörter lang. Die Rückfragen beim Kundenservice zu diesem Thema gingen spürbar zurück, und die Kategorie stieg für mehrere Varianten des Suchbegriffs auf die erste Ergebnisseite.

Was nicht hineingehört

Der klassische Füllstofftext: „Bei uns finden Sie eine große Auswahl an Gartenstühlen. Gartenstühle gibt es aus vielen Materialien. Unsere Gartenstühle sind hochwertig und günstig. Bestellen Sie Ihre Gartenstühle jetzt." Solche Texte helfen weder Lesern noch Rankings. Sie stammen aus einer Zeit, in der Keyword-Dichte als Maßstab galt.

  • Wiederholungen des Hauptbegriffs in jedem Satz
  • allgemeine Aussagen, die in jedem Shop stehen könnten
  • Texte, die über mehrere Kategorien fast identisch sind
  • ausschließlich für Suchmaschinen geschriebene Abschnitte, die kein Besucher lesen würde

Kategorietexte bei großen Shops

Ein Shop mit 2.000 Kategorien kann nicht jede Seite individuell betexten. Hilfreich ist eine Einteilung in Stufen:

  1. Hauptkategorien: individuelle, ausführliche Texte mit Kaufberatung
  2. Wichtige Unterkategorien mit Suchvolumen: kurzer individueller Einstieg und gezielte Hinweise
  3. Tiefe Unterkategorien und Filterseiten: kurzer Einstieg, der aus Attributen und Sortimentsdaten erzeugt wird, etwa Anzahl der Produkte, Preisspanne, führende Marken

Die dritte Stufe muss so gestaltet sein, dass keine austauschbaren Texte entstehen. Daten wie die Preisspanne oder die Zahl der verfügbaren Größen sind echte Informationen, nicht nur umgestellte Wörter.

Zusammenspiel mit Filtern

Viele Kategorien entstehen erst durch Filter, zum Beispiel „Wanderschuhe Damen wasserdicht". Ob eine solche Filterkombination eine eigene indexierbare Seite mit eigenem Text bekommt, hängt vom Suchvolumen und vom Sortiment ab. Der Beitrag zur facettierten Navigation erklärt, wie man diese Entscheidung trifft und technisch umsetzt.

Kurz beantwortet

Wie lang sollte ein Kategorietext sein?

Oben zwei bis vier Sätze. Unten so viel, wie echte Beratung erfordert, in der Praxis oft zwischen 150 und 800 Wörtern. Eine Mindestlänge gibt es nicht.

Schadet ein Text unter dem Listing der Conversion?

In der Regel nicht, weil er nur von denjenigen gelesen wird, die bis dorthin scrollen. Ein langer Text über dem Listing kann dagegen schaden, weil er die Produkte verdrängt.

Sollen die Texte auf allen Seiten einer paginierten Kategorie stehen?

Nein. Der Text gehört auf die erste Seite. Folgeseiten zeigen nur das Listing, damit nicht dieselben Inhalte mehrfach vorkommen.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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