Interne Verlinkung: Netz aus verbundenen Seiten und Themen rund um einen zentralen Knoten

Interne Links verbinden Seiten derselben Website. Sie erfüllen drei Aufgaben gleichzeitig:

  1. Auffindbarkeit: Suchmaschinen entdecken Seiten, indem sie Links folgen. Eine Seite ohne interne Links wird kaum gefunden und selten gecrawlt.
  2. Relevanz und Gewichtung: Interne Links verteilen Bedeutung. Seiten, auf die viele andere Seiten verweisen, gelten als wichtiger. Der Ankertext zeigt, worum es auf der Zielseite geht.
  3. Nutzerführung: Besucher finden über Links weiterführende Informationen, passende Leistungen oder den nächsten Schritt zur Anfrage.

Wie Linkkraft innerhalb einer Website fließt

Das Konzept geht auf Googles ursprünglichen PageRank zurück: Jede Seite gibt einen Teil ihrer Bedeutung über ihre Links an andere Seiten weiter. Die Startseite hat meist die meisten externen Links und damit die größte Kraft. Über Links aus der Startseite und der Navigation fließt diese Kraft in die Unterseiten.

Die Formel, die Google heute verwendet, ist weit komplexer als der ursprüngliche PageRank, und nicht jeder Link zählt gleich. Links im Hauptinhalt wiegen nach allgemeiner Einschätzung mehr als Links im Footer. Links von thematisch passenden Seiten mehr als von beliebigen. Das Grundprinzip gilt aber weiterhin: Wer bestimmten Seiten mehr Gewicht geben will, verlinkt sie von starken, thematisch passenden Seiten. Mehr zum Hintergrund im Beitrag PageRank.

Linkart Beispiel Bedeutung
Hauptnavigation Menü mit Leistungen, Ratgeber, Kontakt zeigt die wichtigsten Bereiche, auf allen Seiten vorhanden
Breadcrumbs Startseite › Leistungen › Dachsanierung zeigt die Hierarchie, verlinkt übergeordnete Seiten
Kontextuelle Links Link im Fließtext eines Ratgebers auf eine Leistungsseite stärkstes thematisches Signal
Verwandte Inhalte „Das könnte Sie auch interessieren“ verbindet thematisch ähnliche Seiten
Footer-Links Impressum, Datenschutz, wichtige Kategorien auf allen Seiten, aber geringeres Gewicht
Übersichtsseiten Kategorieseite mit Links zu allen Unterseiten bündelt Themen, verteilt Kraft an Unterseiten

Eine Linkstrategie planen

Schritt 1: Die wichtigsten Seiten bestimmen

Welche Seiten bringen Umsatz? Meist sind es die Leistungs-, Kategorie- und Produktseiten. Sie sollen die meisten und stärksten internen Links erhalten.

Schritt 2: Themen bündeln

Seiten zu verwandten Themen gehören zusammen. Eine Übersichtsseite zum Thema verlinkt auf alle Unterseiten, die Unterseiten zurück auf die Übersicht und untereinander, wo es inhaltlich passt. Dieses Modell heißt Themencluster oder Hub-and-Spoke. Details im Beitrag Pillar Pages.

Schritt 3: Ratgeber als Zulieferer nutzen

Informationsinhalte ziehen oft mehr externe Links und Besucher an als Leistungsseiten. Diese Kraft lässt sich gezielt weitergeben: Jeder Ratgeber verweist an passender Stelle auf die zugehörige Leistungs- oder Kategorieseite.

Schritt 4: Klicktiefe begrenzen

Wichtige Seiten sollten mit wenigen Klicks von der Startseite erreichbar sein. Seiten, die fünf oder mehr Klicks entfernt liegen, werden seltener gecrawlt und als weniger wichtig eingestuft.

Schritt 5: Verwaiste Seiten beseitigen

Seiten, auf die kein interner Link zeigt, sind für Google fast unsichtbar – selbst wenn sie in der Sitemap stehen. Ein Crawl deckt sie auf. Mehr im Beitrag Verwaiste Seiten.

Der Ankertext

Der sichtbare, klickbare Text eines Links sagt Suchmaschinen, worum es auf der Zielseite geht. Bei internen Links haben Sie die volle Kontrolle darüber – und sollten sie nutzen.

Ankertext Bewertung
„hier klicken“, „mehr“, „weiterlesen“ verschenkt das Signal
„Dachsanierung“ klar und beschreibend
„Kosten einer Dachsanierung“ spezifisch, passend für eine Kostenseite
„unser Ratgeber zu den Kosten einer Dachsanierung mit Rechenbeispielen“ beschreibend, natürlich, etwas lang
„Dachdecker Koblenz günstig Dachsanierung“ überoptimiert, unnatürlich

Anders als bei externen Links ist bei internen Links ein exakter, beschreibender Ankertext kein Risiko. Google hat bestätigt, dass interne Ankertexte mit Keywords unproblematisch sind. Trotzdem sollten sie natürlich klingen und variieren. Mehr im Beitrag Ankertexte.

Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Google hat die frühere Empfehlung von maximal 100 Links pro Seite längst aufgegeben. Entscheidend ist die Qualität: Jeder Link sollte für den Leser sinnvoll sein. Zu viele Links verwässern das Signal und die Nutzerführung. Als Orientierung für Fließtexte hat sich bewährt, etwa alle 150 bis 300 Wörter einen inhaltlich passenden Link zu setzen – nicht als Regel, sondern als grobes Maß.

Praxis: die interne Verlinkung analysieren

Mit einem Crawler wie Screaming Frog oder vergleichbaren Tools lässt sich die Linkstruktur auswerten:

  • Eingehende interne Links pro Seite: Erhalten die wichtigsten Seiten auch die meisten Links?
  • Klicktiefe: Wie weit sind wichtige Seiten von der Startseite entfernt?
  • Ankertexte: Mit welchen Texten wird auf jede Seite verlinkt?
  • Links auf Weiterleitungen und Fehlerseiten: Verschwenden Links Crawling-Kapazität?
  • Verwaiste Seiten: Welche Seiten tauchen in der Sitemap auf, aber nicht im Crawl?

Die Search Console zeigt unter „Links“ ebenfalls die am häufigsten intern verlinkten Seiten.

Kleine Änderung, messbare Wirkung

Ein Onlineshop für Tierbedarf hatte einen umfangreichen Ratgeberbereich mit über 200 Artikeln, die kaum auf Produktkategorien verlinkten. Ich ergänzte in 120 Artikeln je ein bis drei kontextuelle Links auf die passenden Kategorien, mit beschreibenden Ankertexten. Nach sieben Wochen stiegen die Rankings von 34 Kategorien, 19 davon auf die erste Seite. An den Kategorien selbst wurde nichts verändert.

Häufige Fehler

Das kostet Rankings
  • Wichtige Leistungsseiten sind nur über ein verschachteltes Menü erreichbar
  • Ratgeber verlinken nicht auf die passenden Angebote
  • Interne Links zeigen auf weitergeleitete oder gelöschte Seiten
  • Links sind nur per JavaScript-Klick erreichbar und für Google nicht als Link erkennbar
  • Jeder Blogartikel verlinkt in der Seitenleiste dieselben zehn neuesten Beiträge, aber nie thematisch passende
  • Allgemeine Ankertexte wie „hier“ oder „mehr“
  • Paginierte Übersichten, die ältere Inhalte zehn Klicks tief vergraben

Technische Hinweise

  • Links sollten als normale <a href="...">-Elemente umgesetzt sein. Klickbare Elemente ohne href erkennt Google nicht als Link.
  • Interne Links sollten nicht mit rel="nofollow" versehen werden. Früher versuchte man damit, Linkkraft gezielt zu lenken („PageRank Sculpting“). Das funktioniert seit Langem nicht mehr und verschwendet nur Kraft.
  • Interne Links sollten direkt auf die kanonische URL zeigen, nicht auf Varianten mit Parametern oder auf Adressen, die weitergeleitet werden.

Fragen aus der Praxis

Zählen Links in Menü und Footer?

Ja, sie werden erkannt und helfen bei der Auffindbarkeit. Kontextuelle Links im Hauptinhalt gelten aber als stärkeres thematisches Signal.

Können zu viele interne Links schaden?

Direkt bestraft wird das nicht. Zu viele Links verwässern aber die Gewichtung und überfordern Leser. Jeder Link sollte einen Zweck haben.

Wie schnell wirkt eine bessere interne Verlinkung?

Sobald Google die verlinkenden Seiten neu gecrawlt hat, oft innerhalb von zwei bis acht Wochen. Bei großen Websites kann es länger dauern.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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