Shopware SEO: Onlineshop-Kategorie mit Filtern und Produktkacheln

SEO-URLs mit Vorlagen

Shopware erzeugt sprechende URLs über Vorlagen, die in den Einstellungen unter SEO festgelegt werden. Es gibt getrennte Vorlagen für:

  • Produktdetailseiten
  • Kategorieseiten
  • Landingpages

Die Standardvorlage für Produkte kombiniert oft Produktname und Produktnummer. Für Kategorien wird der Kategoriepfad verwendet. Die Vorlagen nutzen eine Template-Sprache, sodass sich beliebige Felder kombinieren lassen.

Empfehlung für Produkt-URLs: kurz und stabil, etwa nur der Produktname oder Produktname plus Hersteller. Die Produktnummer in der URL ist nicht nötig und verlängert die Adresse. Wenn Produktnamen doppelt vorkommen können, hilft ein eindeutiges Merkmal wie die Variante oder die Nummer.

Wichtig: Nach einer Änderung der Vorlage müssen die SEO-URLs neu erzeugt werden. Shopware legt für geänderte URLs automatisch Weiterleitungen an, das sollte aber nach jeder Umstellung mit einem Crawl geprüft werden.

Kategorien und Erlebniswelten

Kategorien sind in Shopware die wichtigsten Rankingseiten. Mit den Erlebniswelten, dem Seitengestalter von Shopware, lassen sich Kategorien, Landingpages und Startseite frei gestalten.

  • Jede wichtige Kategorie erhält einen eigenen Meta-Titel, eine Meta-Beschreibung und passende Inhalte.
  • In Erlebniswelten sollten Texte als echter Text eingebunden werden, nicht als Bild.
  • Schieberegler und große Bilder oben auf der Seite verlangsamen die Darstellung und verdrängen die Produkte.
  • Mehrere Kategorien können dieselbe Erlebniswelt nutzen. Dann sollten die Inhalte über Kategoriefelder individuell befüllt werden, damit keine gleichen Seiten entstehen.

Varianten

Shopware 6 bietet umfangreiche Variantenfunktionen. Für SEO ist entscheidend, wie Varianten in der Suche erscheinen:

  • Jede Variante kann eine eigene URL haben.
  • Über die Einstellungen lässt sich festlegen, ob Varianten im Listing einzeln oder gebündelt erscheinen.
  • Das Canonical kann auf die Hauptvariante oder auf die jeweilige Variante zeigen.

Für Varianten mit eigener Suchnachfrage, etwa Farben bei Möbeln, sind eigene URLs mit selbstreferenzierendem Canonical sinnvoll. Für Varianten ohne eigene Nachfrage, etwa Größen, ist ein Canonical auf die Hauptvariante die bessere Wahl. Mehr im Beitrag zu Produktvarianten.

Filter und Eigenschaften

Filter in Shopware erzeugen Parameter wie ?properties= oder ?manufacturer=. Ohne Steuerung können so viele Adressen entstehen. Empfehlungen:

  • Filterparameter nicht indexieren
  • wertvolle Filterkombinationen als eigene Kategorien oder Landingpages mit sprechender URL anlegen
  • Sortierparameter per Canonical oder robots.txt steuern

Die Grundsätze beschreibt der Beitrag zur facettierten Navigation.

Sales Channels und Mehrsprachigkeit

In Shopware werden verschiedene Shops, Länder und Sprachen über Sales Channels und Domains abgebildet. Jeder Sales Channel hat eigene Domains, Sprachen und SEO-URLs.

  • Für jede Sprache und jedes Land eine eigene Domain oder ein eigenes Verzeichnis
  • hreflang-Angaben aktivieren und prüfen, Shopware unterstützt sie im Standard
  • Übersetzungen für Metadaten und URLs pflegen, nicht nur für Texte

Mehr im Beitrag zum internationalen SEO.

Metadaten und strukturierte Daten

  • Meta-Titel und Beschreibungen lassen sich für Produkte, Kategorien und Landingpages festlegen. Wenn sie leer sind, nutzt Shopware Vorgaben, die oft zu allgemein sind.
  • Das Standard-Theme gibt strukturierte Daten für Produkte und Breadcrumbs aus. Prüfen Sie, ob Marke, GTIN, Bewertungen und Verfügbarkeit enthalten sind.
  • Eigene Themes und Erweiterungen können das Markup verändern oder doppeln.

Performance

Shopware 6 bringt ein HTTP-Cache-System mit und kann mit Varnish oder anderen Reverse Proxies betrieben werden. Wichtige Punkte:

  • HTTP-Cache aktiv und korrekt konfiguriert
  • ausreichend leistungsfähiges Hosting, idealerweise bei einem Anbieter mit Shopware-Erfahrung
  • Bilder in passenden Größen und modernen Formaten, Shopware erzeugt Thumbnails automatisch
  • Erweiterungen sparsam einsetzen und auf Performance prüfen
  • Elasticsearch oder OpenSearch für große Kataloge

Umzug von Shopware 5

Viele Händler sind in den letzten Jahren von Shopware 5 auf Shopware 6 umgestiegen, weil Version 5 nicht mehr weiterentwickelt wird. Der Umzug ist technisch ein Relaunch, weil sich URLs, Templates und oft auch Kategorien ändern.

Häufiger Fehler beim Umzug: Die SEO-URLs aus Shopware 5 werden nicht übernommen, und die neuen Vorlagen erzeugen andere Adressen. Ohne vollständige Weiterleitungsliste verliert der Shop einen großen Teil seiner Rankings. Die Migration-Assistenten übernehmen Daten, aber nicht automatisch jede alte URL.

Das Vorgehen beim Umzug beschreibt der Beitrag zum Shop-Relaunch.

Checkliste

Bereich Prüfpunkt
URLs Vorlagen kurz und stabil, Weiterleitungen nach Änderungen geprüft
Kategorien individuelle Metadaten, Texte als HTML, keine doppelten Erlebniswelten
Varianten bewusste Entscheidung für Canonical und Listing
Filter Parameter nicht indexiert, wertvolle Kombinationen als eigene Seiten
Sprachen hreflang, übersetzte Metadaten und URLs
Markup vollständig, nicht doppelt
Performance Cache aktiv, Hosting passend, Erweiterungen geprüft

Gut zu wissen

Braucht Shopware ein SEO-Plugin?

Viele Funktionen sind im Standard enthalten. Erweiterungen können bei speziellen Anforderungen helfen, etwa bei erweiterten strukturierten Daten oder Massenbearbeitung von Metadaten.

Wie gehe ich mit doppelten SEO-URLs um?

Shopware warnt bei doppelten URLs in den Einstellungen. Die Vorlage sollte so gestaltet sein, dass jede URL eindeutig ist, etwa durch Ergänzung eines Merkmals.

Ist Shopware besser als Shopify für SEO?

Beide Systeme bieten eine gute Grundlage. Shopware erlaubt mehr Kontrolle über URLs und Struktur, erfordert dafür mehr technische Pflege.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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