
Aufbau von Parametern
Ein Parameter besteht aus einem Namen und einem Wert, getrennt durch ein Gleichheitszeichen. Mehrere Parameter werden mit dem kaufmännischen Und verbunden:
https://www.beispiel.de/gartenmoebel?farbe=grau&sortierung=preis&utm_source=newsletter
Hier gibt es drei Parameter: farbe, sortierung und utm_source. Jede Kombination erzeugt eine eigene URL, obwohl der Grundinhalt derselbe ist.
Die Arten von Parametern
| Art | Beispiel | Verändert den Inhalt? | Suchwert |
|---|---|---|---|
| Tracking | ?utm_source=newsletter, ?gclid=…, ?fbclid=… |
nein | keiner |
| Sitzung | ?sessionid=a8f3 |
nein | keiner |
| Sortierung | ?sort=preis_asc |
Reihenfolge | keiner |
| Ansicht | ?view=grid, ?per_page=48 |
Darstellung | keiner |
| Filter | ?farbe=grau, ?marke=x |
Auswahl | teilweise – manche Filter werden gesucht |
| Paginierung | ?page=2 |
anderer Ausschnitt | indirekt über Verlinkung |
| Suche | ?q=gartenstuhl |
Suchergebnisse | keiner |
| Sprache oder Region | ?lang=en |
Übersetzung | ja, aber besser eigene Pfade |
| Inhalts-ID | ?id=482 |
bestimmt den Inhalt | ja – besser sprechende URLs |
Die Probleme
Duplikate
Parameter, die den Inhalt nicht oder kaum verändern, erzeugen Kopien derselben Seite. Google muss eine Version auswählen und kann dabei die falsche treffen – etwa eine URL mit Tracking-Parameter.
Verschwendetes Crawling
Jede Parameterkombination ist für Google eine eigene URL, die gecrawlt werden kann. Bei Shops mit mehreren Filtern entstehen so leicht Hunderttausende oder Millionen URLs. Der Googlebot verbringt seine Zeit mit Varianten statt mit neuen Produkten. Mehr im Beitrag Crawl-Budget.
Verteilte Signale
Externe Links, die auf verschiedene Varianten zeigen, verteilen ihre Kraft, statt sie auf einer URL zu bündeln.
Unübersichtliche Daten
In Analyse-Werkzeugen erscheinen dieselben Seiten unter vielen Adressen, was Auswertungen erschwert.
Das Parameter-Tool gibt es nicht mehr
Früher bot die Google Search Console ein Werkzeug, mit dem man Google mitteilen konnte, wie einzelne Parameter zu behandeln sind. Google hat es im April 2022 eingestellt, mit der Begründung, dass die eigenen Systeme Parameter inzwischen gut genug erkennen. In der Praxis bedeutet das: Die Steuerung muss auf der Website selbst erfolgen.
Die Werkzeuge zur Steuerung
| Werkzeug | Wirkung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Canonical-Tag | bündelt Signale auf der kanonischen URL, verhindert aber kein Crawling | Tracking, Sortierung, Ansicht, Filter ohne Suchwert |
| robots.txt | verhindert das Crawling | große Mengen an Parameter-URLs ohne Suchwert |
| noindex | verhindert die Indexierung, erfordert Crawling | Einzelfälle, interne Suche |
| Saubere interne Links | verhindert, dass Parameter-URLs überhaupt entstehen | alle Fälle |
| Sprechende Pfade statt Parameter | macht wertvolle Varianten zu eigenen Seiten | Filter mit Suchwert, Sprachversionen, Inhalts-IDs |
| Serverseitige Bereinigung | leitet Parameter-URLs auf die saubere Version um | Tracking-Parameter in externen Links, Session-IDs |
Die Strategie nach Parameterart
Tracking-Parameter
Kampagnen-Parameter wie utm_source sind für die Erfolgsmessung wichtig. Sie sollten aber nie in internen Links auftauchen – nur in externen Kampagnenlinks. Auf der Seite verweist der Canonical-Tag auf die URL ohne Parameter. So bleibt die Messung erhalten, und Google indexiert die saubere Version.
Sortierung und Ansicht
Sortier- und Ansichtsparameter haben keinen Suchwert. Sie erhalten einen Canonical auf die Grundversion. Bei großen Shops ist zusätzlich eine Sperre in der robots.txt sinnvoll, um Crawling-Kapazität zu sparen. Alternativ lassen sich Sortierung und Ansicht ohne URL-Änderung per JavaScript umsetzen, sodass gar keine Parameter-URLs entstehen.
Filter
Hier ist eine differenzierte Entscheidung nötig. Filter, nach denen gesucht wird – etwa eine Marke, ein Material, eine Farbe in Verbindung mit der Produktgruppe –, können eigene Seiten mit Suchwert sein. Sie verdienen sprechende URLs, eigene Titles, eigene Einleitungen und eine Indexierung. Alle anderen Filter werden per Canonical auf die Kategorie gebündelt und bei großen Mengen per robots.txt vom Crawling ausgeschlossen. Details im Beitrag Facettierte Navigation.
Interne Suche
Suchergebnisseiten gehören nicht in den Index. Sie erhalten noindex und werden bei großen Websites per robots.txt vom Crawling ausgeschlossen – sobald sie aus dem Index verschwunden sind.
Session-IDs
Sitzungskennungen sollten nicht in URLs stehen, sondern in Cookies. Wo das technisch nicht möglich ist, verweist der Canonical auf die URL ohne Kennung.
Inhalts-IDs und Sprachversionen
Wenn ein Parameter den eigentlichen Inhalt bestimmt, etwa ?id=482 oder ?lang=en, ist eine Umstellung auf sprechende Pfade die beste Lösung: /leistungen/dachsanierung beziehungsweise /en/. Das ist aufwendiger, verbessert aber Verständlichkeit, Steuerbarkeit und die Umsetzung von hreflang.
Reihenfolge und Groß- und Kleinschreibung
?farbe=grau&marke=x und ?marke=x&farbe=grau sind für Google zwei verschiedene URLs mit gleichem Inhalt. Websites sollten Parameter deshalb immer in fester Reihenfolge erzeugen. Dasselbe gilt für Groß- und Kleinschreibung: ?Farbe=Grau und ?farbe=grau erzeugen Duplikate. Einheitliche Kleinschreibung verhindert das.
Parameter-URLs finden
- Crawl der Website: zeigt, welche Parameter-URLs über interne Links erreichbar sind.
- Search Console, Seitenindexierung: listet indexierte und ausgeschlossene URLs – ein Blick nach Mustern mit Fragezeichen lohnt sich.
- Search Console, Leistungsbericht: zeigt, ob Parameter-URLs in den Suchergebnissen erscheinen.
- Logfiles: zeigen, wie viel Crawling auf Parameter-URLs entfällt.
- site:-Abfrage:
site:ihre-domain.de inurl:sortoderinurl:?gibt einen groben Eindruck.
- Interne Links enthalten keine Tracking-Parameter
- Alle Parameter-URLs haben einen Canonical auf die passende Grundversion
- Sortierung, Ansicht und nutzlose Filter sind bei großen Websites per robots.txt ausgeschlossen
- Wertvolle Filter haben eigene, sprechende und indexierbare URLs
- Suchergebnisse stehen auf noindex
- Keine Session-IDs in URLs
- Feste Reihenfolge und Kleinschreibung der Parameter
- Sitemap enthält keine Parameter-URLs
Aus einem Audit: Ein Reiseportal hatte über 1,2 Millionen indexierte URLs, obwohl nur rund 18.000 Reiseangebote existierten. Die Ursache: Jeder Klick auf „Preis aufsteigend“, „Nur mit Pool“ oder „Frühbucher“ erzeugte eine neue URL, und das Reiseziel-Menü enthielt Tracking-Parameter. Nach der Bereinigung der internen Links, Canonicals auf die Grundversionen und einer gezielten Sperre der Sortier- und Kombinationsparameter sank die Zahl der indexierten Seiten innerhalb von vier Monaten auf rund 26.000 – und die Sichtbarkeit der eigentlichen Angebotsseiten stieg deutlich.
Noch Fragen?
Schaden UTM-Parameter meinem SEO?
In externen Kampagnenlinks nicht, sofern der Canonical korrekt gesetzt ist. In internen Links schon, weil sie Duplikate erzeugen und die Messung verfälschen.
Soll ich alle Parameter in der robots.txt sperren?
Nein. Pauschale Sperren können wichtige Seiten treffen, etwa Paginierung oder wertvolle Filter. Sperren Sie gezielt die Parameter ohne Suchwert.
Erkennt Google Parameter nicht ohnehin selbst?
Google erkennt viele Muster, insbesondere bei bekannten Tracking-Parametern. Sich darauf zu verlassen, ist aber riskant, vor allem bei großen Websites mit eigenen Filtersystemen.