
Die Ausgangslage
WooCommerce erbt die Stärken und Schwächen von WordPress. Stärken sind die große Auswahl an Plugins, die einfache Bearbeitung von Inhalten und die Möglichkeit, Shop und Ratgeber auf einer Plattform zu betreiben. Schwächen sind die Abhängigkeit von Themes und Plugins, eine oft mäßige Performance ohne Optimierung und viele automatisch erzeugte Seiten.
Die Grundlagen zu WordPress stehen im Beitrag zu WordPress-SEO.
Permalinks einrichten
Unter Einstellungen und Permalinks lassen sich die Adressen für Produkte und Kategorien festlegen. Bewährte Varianten:
| Einstellung | Beispiel | Hinweis |
|---|---|---|
| Standard-Shopbasis | /produkt/rotak-36/ | einfach, kurz |
| Shopbasis mit Kategorie | /shop/rasenmaeher/rotak-36/ | zeigt Hierarchie, aber Produkt-URL ändert sich, wenn die Kategorie wechselt |
| Eigene Basis | /p/rotak-36/ | sehr kurz |
Ich empfehle in den meisten Fällen eine Produkt-URL ohne Kategorie, damit sich die Adresse nicht ändert, wenn ein Produkt umsortiert wird. Die Kategoriebasis, standardmäßig /produkt-kategorie/, kann auf einen kürzeren Begriff wie /kategorie/ oder den Shopnamen geändert werden.
Permalinks nicht nachträglich ändern, ohne Weiterleitungen: Eine Änderung der Permalinks in einem bestehenden Shop ändert alle Adressen. Ohne Weiterleitungen gehen Rankings und Links verloren.
Kategorien, Schlagwörter und Attribute
WooCommerce kennt drei Arten, Produkte zu ordnen:
- Produktkategorien: die Hauptstruktur, entsprechen den Kategorieseiten.
- Produktschlagwörter: freie Tags, die eigene Archivseiten erzeugen.
- Attribute: Merkmale wie Farbe oder Größe, die für Varianten und Filter genutzt werden und optional eigene Archivseiten erzeugen.
Für SEO gilt:
- Kategorien sind die wichtigsten Rankingseiten und verdienen Titel, Beschreibung und Einstieg.
- Schlagwörter erzeugen oft doppelte, dünne Seiten. Wenn sie nicht gezielt als Landingpages gepflegt werden, sollten ihre Archive auf Noindex gesetzt werden.
- Attributarchive sollten nur indexierbar sein, wenn sie eine eigene Suchnachfrage bedienen.
SEO-Plugins
Die großen SEO-Plugins wie Yoast SEO, Rank Math oder All in One SEO unterstützen WooCommerce, teilweise mit eigenen Erweiterungen. Sie übernehmen:
- Title und Beschreibung für Produkte und Kategorien
- XML-Sitemaps
- Einstellungen für die Indexierung von Archiven
- Breadcrumbs
- strukturierte Daten
Wichtig ist, nur ein SEO-Plugin gleichzeitig zu nutzen, weil mehrere Plugins sonst doppelte Metadaten und doppeltes Markup erzeugen. Einen Vergleich bietet der Beitrag zu SEO-Plugins für WordPress.
Filter und Parameter
WooCommerce erzeugt Parameter für Sortierungen, etwa ?orderby=price, und je nach Filter-Plugin für Filterkombinationen. Diese Adressen sollten:
- ein Canonical auf die Kategorie haben, bei Sortierungen
- nicht indexiert werden, bei Filterkombinationen ohne Nachfrage
- bei großen Shops über die robots.txt vom Crawling ausgeschlossen werden
Mehr im Beitrag zur facettierten Navigation.
Performance
WooCommerce-Shops sind ohne Optimierung oft langsam. Die wichtigsten Hebel:
- Hosting: ein Anbieter mit ausreichender Leistung, aktueller PHP-Version und serverseitigem Caching. In meinen Jahren mit rund tausend Webinstallationen war das Hosting bei WordPress-Shops häufiger die Ursache für langsame Seiten als der Code selbst.
- Caching: Seiten-Caching für Kategorien und Produkte, mit Ausnahmen für Warenkorb, Kasse und Kundenkonto.
- Objekt-Cache wie Redis für Datenbankabfragen.
- Bilder: moderne Formate, passende Größen, Lazy Loading unterhalb des sichtbaren Bereichs.
- Plugins reduzieren: Jedes Plugin kann zusätzliche Skripte und Datenbankabfragen verursachen.
- Warenkorb-Fragmente: Die AJAX-Aktualisierung des Warenkorbs kann auf jeder Seite Last erzeugen und lässt sich auf Seiten ohne Warenkorbanzeige oft abschalten.
Mehr zur Messung im Beitrag zu den Core Web Vitals.
Strukturierte Daten
WooCommerce gibt grundlegendes Produkt-Markup aus. SEO-Plugins erweitern es. Häufige Lücken sind Marke, GTIN, Versand und Rückgabe. Außerdem kann es zu doppeltem Markup kommen, wenn Theme, WooCommerce und Plugin gleichzeitig Markup erzeugen. Das sollte geprüft werden. Details im Beitrag zum Produkt-Schema.
Varianten
Variable Produkte in WooCommerce haben eine gemeinsame URL, die Varianten werden auf der Seite ausgewählt. Das bündelt die Signale. Wer einzelne Varianten als eigene Seiten braucht, muss sie als eigene Produkte anlegen oder mit Plugins arbeiten. Grundsätzliches dazu im Beitrag zu Produktvarianten.
Checkliste
- Permalinks ohne Kategorie im Produktpfad, Kategoriebasis kurz
- Ein SEO-Plugin, sauber konfiguriert
- Schlagwort- und Attributarchive nur bei Bedarf indexierbar
- Sortier- und Filterparameter gesteuert
- Warenkorb, Kasse und Kundenkonto auf Noindex
- Hosting mit Caching und aktueller PHP-Version
- Bilder optimiert
- Strukturierte Daten vollständig und nicht doppelt
- Kategorien mit Titel, Beschreibung und Einstieg
Fragen und Antworten
Eignet sich WooCommerce für große Shops?
Mit guter Technik und leistungsfähigem Hosting sind auch Shops mit Zehntausenden Produkten möglich. Ab einer gewissen Größe und bei komplexen Anforderungen sind spezialisierte Systeme wie Shopware oder Magento oft besser geeignet.
Sollen Produkt-Schlagwörter ganz abgeschaltet werden?
Wenn sie nicht für die Navigation genutzt werden, ja. Wenn sie sinnvoll eingesetzt werden, reicht es, ihre Archive auf Noindex zu setzen.
Wie wichtig ist die Wahl des Themes?
Sehr wichtig. Ein schlankes, gut gepflegtes Theme ist die Grundlage für schnelle Ladezeiten und sauberes HTML. Schwere Mehrzweck-Themes mit vielen Funktionen bremsen oft.