XML-Sitemap: Quelltext mit den technischen Angaben, die Suchmaschinen auswerten

Was eine XML-Sitemap ist

Die XML-Sitemap ist eine Datei im XML-Format, die Suchmaschinen eine strukturierte Liste von URLs einer Website übergibt. Das Format wurde 2005 von Google eingeführt und 2006 gemeinsam mit Yahoo und Microsoft als offenes Protokoll auf sitemaps.org standardisiert.

Anders als die HTML-Sitemap, eine für Menschen gedachte Übersichtsseite, richtet sich die XML-Sitemap ausschließlich an Maschinen.

Wann eine Sitemap besonders wichtig ist

Google betont, dass eine Sitemap für kleine, gut verlinkte Websites nicht zwingend nötig ist. Besonders hilfreich ist sie bei:

  • großen Websites mit vielen tausend Seiten
  • neuen Websites mit wenigen externen Links
  • Websites mit Seiten, die intern schlecht verlinkt sind
  • häufig aktualisierten Inhalten wie Nachrichten, Shops oder Veranstaltungen
  • vielen Medieninhalten wie Bildern oder Videos

In der Praxis empfehle ich sie für jede Website, weil sie zusätzlich ein wertvolles Werkzeug zur Kontrolle der Indexierung ist.

Der Aufbau

Eine einfache Sitemap sieht so aus:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.de/</loc>
    <lastmod>2026-09-20</lastmod>
  </url>
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.de/leistungen/dachsanierung</loc>
    <lastmod>2026-08-14</lastmod>
  </url>
</urlset>
Element Pflicht Bedeutung Bewertung durch Google
<loc> ja vollständige, absolute URL wird verwendet
<lastmod> nein Datum der letzten wesentlichen Änderung wird verwendet, wenn es zuverlässig ist
<changefreq> nein geschätzte Änderungshäufigkeit wird ignoriert
<priority> nein relative Wichtigkeit von 0,0 bis 1,0 wird ignoriert

Die Angaben changefreq und priority stammen aus der ursprünglichen Spezifikation. Google hat bestätigt, dass es beide nicht berücksichtigt. Sie schaden nicht, bringen aber nichts. Andere Suchmaschinen können sie gelegentlich auswerten.

lastmod richtig verwenden

Das Änderungsdatum ist die wichtigste optionale Angabe. Google nutzt es, um zu entscheiden, welche Seiten erneut gecrawlt werden sollten – allerdings nur, wenn die Angaben verlässlich sind. Wer bei jeder Generierung der Sitemap das aktuelle Datum für alle URLs einträgt, verliert dieses Vertrauen, und Google ignoriert die Angabe.

Regeln für lastmod: - Nur ändern, wenn sich der Inhalt wesentlich geändert hat – nicht bei einer neuen Jahreszahl im Footer oder einem geänderten Seitenleisten-Widget - Format nach W3C-Datetime: 2026-09-20 oder mit Uhrzeit 2026-09-20T14:30:00+02:00 - Mit dem sichtbaren Aktualisierungsdatum auf der Seite und in strukturierten Daten übereinstimmen

Was in die Sitemap gehört – und was nicht

Gehört hinein Gehört nicht hinein
alle indexierbaren Seiten mit Statuscode 200 Seiten mit noindex
kanonische URLs Seiten, deren Canonical auf eine andere URL zeigt
wichtige Bilder und Videos (optional) weitergeleitete URLs
neue und aktualisierte Seiten 404- und Fehlerseiten
durch robots.txt gesperrte Seiten
Parameter-URLs, Filter, Sortierungen
Suchergebnisseiten
Seiten hinter einem Login

Eine Sitemap, die viele nicht indexierbare URLs enthält, sendet widersprüchliche Signale und verliert an Aussagekraft.

Grenzen und Sitemap-Index

Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50.000 URLs enthalten und unkomprimiert nicht größer als 50 Megabyte sein. Größere Websites verwenden mehrere Sitemaps, die in einer Index-Datei zusammengefasst werden:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<sitemapindex xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-seiten.xml</loc>
    <lastmod>2026-09-20</lastmod>
  </sitemap>
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-produkte-1.xml</loc>
    <lastmod>2026-09-24</lastmod>
  </sitemap>
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-ratgeber.xml</loc>
    <lastmod>2026-09-18</lastmod>
  </sitemap>
</sitemapindex>

Sitemaps als Diagnosewerkzeug

Ein oft übersehener Vorteil: Wenn Sie Sitemaps nach Seitentypen aufteilen, zeigt die Search Console für jede Sitemap separat, wie viele der eingereichten URLs indexiert sind. So erkennen Sie auf einen Blick, ob zum Beispiel Produktseiten gut indexiert werden, Ratgeber aber nicht – oder ob die Stadtseiten eines bestimmten Bundeslands Probleme haben.

Aufteilung für einen Shop
  • sitemap-kategorien.xml – 340 URLs, 332 indexiert
  • sitemap-produkte-1.xml – 50.000 URLs, 41.200 indexiert
  • sitemap-produkte-2.xml – 18.400 URLs, 9.100 indexiert
  • sitemap-ratgeber.xml – 210 URLs, 204 indexiert

Die zweite Produkt-Sitemap enthielt überwiegend ältere Produkte mit kopierten Herstellertexten. Die geringe Indexierungsquote war der Auslöser, genau diese Produkte mit eigenen Beschreibungen zu versehen.

Spezielle Sitemaps

Art Zweck
Bild-Sitemap zusätzliche Bildinformationen, hilfreich bei Bildern, die per JavaScript geladen werden oder auf einem CDN liegen
Video-Sitemap Titel, Beschreibung, Dauer, Vorschaubild von Videos
News-Sitemap für Nachrichtenseiten in Google News, nur Artikel der letzten zwei Tage
hreflang in der Sitemap Alternative zur Angabe im HTML für mehrsprachige Websites

Bild- und Videoangaben lassen sich auch in die normale Sitemap integrieren, statt eigene Dateien zu erstellen.

Einreichen und bekannt machen

  1. In der Search Console einreichen: Unter „Sitemaps“ die URL der Sitemap oder des Index eintragen.
  2. In Bing Webmaster Tools einreichen.
  3. In der robots.txt angeben: Mit Sitemap: https://www.beispiel.de/sitemap.xml finden alle Suchmaschinen die Datei.

Das früher mögliche Anpingen von Google über eine spezielle URL hat Google 2023 eingestellt. Stattdessen verlässt sich Google auf die Einreichung in der Search Console, die Angabe in der robots.txt und das Änderungsdatum.

Sitemaps erzeugen

  • WordPress: Seit Version 5.5 erzeugt WordPress selbst eine einfache Sitemap. SEO-Plugins wie Yoast, Rank Math oder SEOPress bieten umfangreichere Varianten mit mehr Kontrolle.
  • Shopsysteme: Shopify, Shopware, WooCommerce und Magento erzeugen Sitemaps automatisch, oft mit Einstellungsmöglichkeiten.
  • Individuelle Systeme: Die Sitemap wird aus der Datenbank erzeugt, idealerweise bei jeder Änderung automatisch.
  • Crawler: Tools wie Screaming Frog können aus einem Crawl eine Sitemap erstellen – für statische Websites praktisch, für dynamische Seiten nicht dauerhaft geeignet.

Häufige Fehler

Das finde ich oft in Sitemaps
  • Weitergeleitete oder gelöschte URLs
  • URLs mit noindex oder abweichendem Canonical
  • Die HTTP- oder Nicht-www-Version statt der kanonischen Domain
  • Testumgebungen oder Entwicklungs-URLs
  • Das aktuelle Datum als lastmod für alle Seiten
  • Sitemap nicht erreichbar oder mit falschem Content-Type
  • Sitemap wird nicht aktualisiert, neue Seiten fehlen
  • Mehrere widersprüchliche Sitemaps durch Plugins und CMS gleichzeitig

Häufige Fragen

Garantiert eine Sitemap die Indexierung?

Nein. Die Sitemap hilft beim Finden. Ob eine Seite indexiert wird, entscheidet Google anhand von Qualität und Relevanz.

Wie oft sollte die Sitemap aktualisiert werden?

Automatisch bei jeder Änderung. Bei Systemen, die das nicht können, mindestens nach dem Veröffentlichen neuer Inhalte.

Muss ich die Sitemap nach jeder Änderung neu einreichen?

Nein. Einmal eingereicht, ruft Google die Sitemap regelmäßig ab. Eine erneute Einreichung ist nur nach größeren Umstellungen sinnvoll.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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