
Warum sich Nutzer für Alternativen entscheiden
Die Beweggründe sind unterschiedlich. Manche Menschen möchten nicht, dass ihr Suchverhalten ausgewertet wird. Andere unterstützen ein Geschäftsmodell mit sozialem oder ökologischem Zweck. Wieder andere wünschen sich Ergebnisse mit weniger Werbung oder eine Antwort in Gesprächsform statt einer Linkliste. Zusammengenommen haben diese Alternativen in Deutschland einen kleinen, aber treuen Nutzerkreis – und oft gerade unter technik- und datenschutzaffinen Zielgruppen.
Woher die Ergebnisse stammen
Der wichtigste Punkt für die Suchmaschinenoptimierung: Nur wenige Anbieter betreiben einen vollständigen eigenen Index. Viele kombinieren Ergebnisse großer Suchmaschinen mit eigenen Daten oder zeigen sie in anonymisierter Form an.
| Suchmaschine | Schwerpunkt | Hauptquelle der Ergebnisse |
|---|---|---|
| DuckDuckGo | Datenschutz, kein Tracking | überwiegend Bing, ergänzt um eigene Quellen |
| Ecosia | Einnahmen für Aufforstungsprojekte | lange Bing, zunehmend eigener europäischer Index gemeinsam mit Qwant |
| Startpage | anonyme Nutzung von Google-Ergebnissen | |
| Qwant | europäische Suchmaschine mit Datenschutz | eigener Index kombiniert mit Bing, europäischer Index mit Ecosia |
| Brave Search | Datenschutz, unabhängiger Index | eigener Index |
| Mojeek | unabhängige Suche aus Großbritannien | eigener Index |
| MetaGer | gemeinnützige Metasuchmaschine aus Deutschland | Kombination mehrerer Quellen |
| Perplexity | KI-Antworten mit Quellen | eigener Index und weitere Quellen |
| You.com, Kagi | KI- und Premium-Suche | unterschiedliche Quellen, teils eigene Indizes |
Die Angaben ändern sich immer wieder, weil Partnerschaften neu verhandelt werden und einige Anbieter eigene Indizes aufbauen. Für die Praxis ergibt sich trotzdem ein klares Bild: Wer bei Google und Bing gut aufgestellt ist, deckt den Großteil der Alternativen automatisch mit ab.
Die einzelnen Anbieter im Porträt
DuckDuckGo
Die bekannteste Datenschutz-Suchmaschine verzichtet darauf, Nutzerprofile anzulegen. Die Ergebnisse sind deshalb nicht personalisiert, lokale Ergebnisse basieren auf der ungefähren Region. Für die Optimierung ist vor allem die Präsenz im Bing-Index und – für lokale Suchen – in den Kartendiensten von Apple relevant, die DuckDuckGo für Karten nutzt.
Ecosia
Die Berliner Suchmaschine verwendet ihre Werbeeinnahmen für Baumpflanzungsprojekte. Ecosia hat lange auf Bing-Ergebnisse gesetzt und baut gemeinsam mit Qwant einen eigenen europäischen Suchindex auf. Für Website-Betreiber bedeutet das: Die Präsenz in Bing ist weiterhin wichtig, künftig könnte zusätzlich ein eigener Crawler an Bedeutung gewinnen.
Startpage
Startpage zeigt Google-Ergebnisse, ohne die Nutzerdaten an Google weiterzugeben. Wer bei Google rankt, rankt bei Startpage in der Regel ähnlich, allerdings ohne Personalisierung.
Brave Search
Brave betreibt einen eigenen, unabhängigen Index, der unter anderem mit anonymisierten Daten aus dem Brave-Browser aufgebaut wird. Die Suchmaschine bietet zudem KI-Zusammenfassungen. Wer auch hier sichtbar sein möchte, sollte darauf achten, den Crawler von Brave nicht zu blockieren.
Perplexity
Perplexity ist keine klassische Suchmaschine, sondern eine Antwortmaschine: Nutzer stellen eine Frage und erhalten eine Zusammenfassung mit nummerierten Quellen. Für Unternehmen ist das eine eigene Kategorie der Sichtbarkeit, die der Beitrag Perplexity SEO behandelt.
Was das für Ihre Optimierung bedeutet
Eine eigene SEO-Strategie für jede alternative Suchmaschine lohnt sich für die meisten Unternehmen nicht. Sinnvoll sind dagegen einige grundlegende Schritte, die mit wenig Aufwand viel Reichweite absichern:
- Bing ernst nehmen: Die Einrichtung der Bing Webmaster Tools und eine saubere Indexierung bei Bing decken mehrere Alternativen ab. Details im Beitrag Bing SEO.
- Crawler nicht aussperren: Manche Sicherheits- und Bot-Schutzlösungen blockieren unbekannte Crawler pauschal. Prüfen Sie, ob Bingbot, DuckDuckBot, Brave und die Crawler der KI-Anbieter Zugriff haben – sofern Sie das wollen.
- IndexNow nutzen: Das Protokoll meldet Änderungen an mehrere Suchmaschinen gleichzeitig.
- Lokale Daten breit pflegen: Neben Google auch Bing Places und Apple Business Connect, weil mehrere Alternativen diese Kartendaten nutzen.
- Nicht auf Personalisierung setzen: Datenschutz-Suchmaschinen zeigen allen Nutzern dieselben Ergebnisse. Die Qualität der Seite zählt noch mehr, Nutzerhistorie spielt keine Rolle.
Messung: Wie viele Besucher kommen über Alternativen?
In Analytics erscheinen die meisten Alternativen als eigene Quellen, etwa duckduckgo, ecosia.org oder startpage. Einige Dienste übermitteln aus Datenschutzgründen keine Herkunftsinformation, sodass ihre Besucher unter „Direkt“ erscheinen. Für eine grobe Einschätzung reicht der Blick auf die Verweisquellen. Bei vielen deutschen Websites liegt der gemeinsame Anteil der Alternativen im niedrigen einstelligen Prozentbereich, bei technik- oder nachhaltigkeitsnahen Zielgruppen teils deutlich darüber.
Beobachtung aus Projekten: Websites mit einer umweltbewussten Zielgruppe, etwa Anbieter für Solaranlagen oder Unverpacktläden, erhalten überdurchschnittlich viele Besucher über Ecosia. Bei Softwareanbietern ist der Anteil von DuckDuckGo und Brave oft höher. Ein Blick in die eigenen Daten lohnt sich.
Die Zukunft der Suchlandschaft
Mit KI-Assistenten und dem Aufbau unabhängiger Indizes in Europa ist die Suchlandschaft in Bewegung wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Ob sich Alternativen dauerhaft größere Marktanteile sichern, ist offen. Für Unternehmen ist die beste Vorbereitung dieselbe wie immer: Inhalte, die für jede Suchmaschine verständlich und wertvoll sind, und eine technische Basis, die keinen seriösen Crawler aussperrt.
Noch Fragen?
Muss ich für DuckDuckGo anders optimieren als für Google?
Nein. Da DuckDuckGo überwiegend auf Bing-Daten zurückgreift, ist eine gute Präsenz in Bing der wichtigste Faktor. Eigene Maßnahmen sind darüber hinaus kaum nötig.
Gibt es eine deutsche Suchmaschine?
Mit MetaGer gibt es eine gemeinnützige Metasuchmaschine aus Deutschland. Ecosia ist ein Berliner Unternehmen und baut gemeinsam mit dem französischen Anbieter Qwant einen europäischen Index auf.
Sollte ich KI-Crawler blockieren?
Das ist eine geschäftliche Entscheidung. Wer blockiert, schützt seine Inhalte vor der Nutzung durch KI-Systeme, verzichtet aber auch auf die Chance, in deren Antworten genannt zu werden. Der Beitrag KI-Crawler erklärt die Optionen.