
Was ein Ankertext ist
Im HTML steht der Ankertext zwischen dem öffnenden und dem schließenden Link-Tag:
<a href="https://www.example.de/badsanierung">Badsanierung in Koblenz</a>
Hier lautet der Ankertext „Badsanierung in Koblenz". Bei Bildlinks übernimmt der Alternativtext des Bildes diese Rolle.
Wie Google Ankertexte nutzt
Schon im ursprünglichen Aufsatz der Google-Gründer von 1998 wurde beschrieben, dass der Text eines Links mit der Zielseite verknüpft wird. Der Grund: Ankertexte beschreiben Seiten oft treffender als die Seiten selbst. Außerdem lassen sich so Seiten einordnen, die Suchmaschinen nicht vollständig lesen können, etwa Bilder oder PDF-Dateien.
Google empfiehlt in seiner Dokumentation, Ankertexte beschreibend, knapp und relevant zu formulieren. Texte wie „hier klicken" liefern keinen Kontext. Gleichzeitig warnen die Spamrichtlinien vor Links mit optimierten Ankertexten, die Teil von Linkschemata sind.
Neben dem Ankertext selbst berücksichtigt Google den umgebenden Text. Ein Link mit dem Text „diese Anleitung" in einem Absatz über das Entlüften von Heizkörpern ist für Suchmaschinen ebenfalls gut verständlich.
Arten von Ankertexten
| Typ | Beispiel für eine Seite zur Badsanierung |
|---|---|
| Exakter Suchbegriff | Badsanierung Koblenz |
| Teilweise passend | Tipps zur Sanierung eines Badezimmers |
| Marke | Müller Haustechnik |
| Marke plus Begriff | Badsanierung von Müller Haustechnik |
| URL | www.mueller-haustechnik.de |
| Allgemein | hier, mehr dazu, diese Seite |
| Bildlink | Alternativtext des Bildes |
| Beschreibend im Satz | wie ein regionaler Fachbetrieb bei der Planung vorgeht |
Wie eine natürliche Verteilung aussieht
Wenn Menschen freiwillig verlinken, verwenden sie meist den Namen eines Unternehmens, die Adresse der Website oder eine Formulierung, die in ihren eigenen Satz passt. Kaum jemand schreibt „Badsanierung Koblenz" als Linktext, außer er wurde darum gebeten.
Deshalb dominieren in natürlichen Profilen Marken-, URL- und allgemeine Anker. Exakte Suchbegriffe kommen vor, aber in geringem Umfang. Feste Prozentwerte, die im Netz kursieren, sind Erfahrungswerte aus Analysen und keine Vorgaben von Google. Sie schwanken zwischen Branchen erheblich.
Besser als Prozentziele: Vergleichen Sie Ihre Verteilung mit den bestplatzierten Wettbewerbern in Ihrer Branche. Weicht Ihr Profil stark ab, etwa mit einem deutlich höheren Anteil exakter Suchbegriffe, ist das ein Warnsignal.
Warum harte Anker riskant sind
Bis etwa 2012 war die Rechnung einfach: Viele Links mit dem Text „Kredit ohne Schufa" brachten Rankings für „Kredit ohne Schufa". Das führte zu massenhaften Links mit identischen Texten, die offensichtlich nicht natürlich entstanden waren.
Mit dem Penguin-Update ging Google im April 2012 gezielt gegen solche Muster vor. Websites mit auffällig optimierten Ankertexten verloren teilweise ihre gesamte Sichtbarkeit. Seit 2016 ist Penguin Teil des Kernalgorithmus und entwertet solche Links meist, statt die Website abzustrafen. Bei eindeutigen Linkschemata kann trotzdem eine manuelle Maßnahme folgen. Mehr zur Geschichte im Beitrag zu Google Penguin.
Typische Muster, die Aufmerksamkeit erregen:
- dieselbe Formulierung auf vielen verschiedenen Domains
- kommerzielle Suchbegriffe in Autorenboxen von Gastbeiträgen
- exakte Anker aus themenfremden Umfeldern
- plötzliche Häufungen eines bestimmten Ankertextes
Externe Ankertexte beeinflussen
Bei Links, die andere freiwillig setzen, hat man keinen Einfluss auf den Text, und das ist auch gut so. Bei Links, die man aktiv anstößt, gilt:
- Nicht vorgeben. Wer bei einer Anfrage einen bestimmten Linktext verlangt, erzeugt genau das Muster, das auffällt.
- Wenn gefragt wird, neutral vorschlagen. Firmenname oder eine beschreibende Formulierung sind unproblematisch.
- Bei Pressemitteilungen den Firmennamen verlinken, nicht einen Suchbegriff.
- In Verzeichnissen den offiziellen Namen verwenden.
Interne Ankertexte
Bei der internen Verlinkung ist die Lage anders. Hier setzt der Betreiber alle Links selbst, und Google weiß das. Beschreibende und auch exakte Ankertexte sind in der internen Verlinkung üblich und unproblematisch. Google-Vertreter haben mehrfach gesagt, dass interne Links mit passenden Suchbegriffen keine Abstrafung auslösen.
Einige Empfehlungen:
- Verwenden Sie für eine Zielseite verschiedene passende Formulierungen, je nachdem, wie der Satz lautet.
- Vermeiden Sie denselben Ankertext für unterschiedliche Zielseiten, das verwirrt Leser und Suchmaschinen.
- Setzen Sie Links im Fließtext mit Kontext, nicht nur in Listen.
- Vermeiden Sie „hier" und „mehr" als alleinigen Linktext.
Die Grundlagen erklärt der Beitrag zur internen Verlinkung.
Wenig hilfreich: „Informationen zu unseren Leistungen finden Sie [hier]."
Besser: „Wie wir bei einer Badsanierung mit barrierefreier Dusche vorgehen, zeigen wir Schritt für Schritt."
Die Verteilung prüfen
Backlink-Werkzeuge wie Ahrefs, Semrush, Sistrix oder Majestic zeigen die Ankertexte eines Profils mit Anzahl der Domains. Bei der Auswertung lohnt es sich, die Texte in Gruppen einzuteilen: Marke, URL, exakter Begriff, teilweise passend, allgemein, Sonstiges. So wird schnell sichtbar, ob eine Gruppe ungewöhnlich stark vertreten ist.
Findet sich ein auffällig hoher Anteil exakter Anker aus schwachen Quellen, sollte man die zugehörigen Links genauer ansehen. Der Beitrag zur Backlink-Analyse beschreibt das Vorgehen.
Fragen aus der Praxis
Sind Keyword-Anker grundsätzlich schlecht?
Nein. Einzelne Links mit dem genauen Suchbegriff sind natürlich und hilfreich, etwa wenn ein Fachartikel auf eine Seite mit passendem Thema verweist. Problematisch wird es erst bei einer auffälligen Häufung.
Was tun, wenn ein Partner mit einem harten Ankertext verlinkt?
Ein einzelner Link ist kein Problem. Wenn viele solcher Links aus einer früheren Kampagne bestehen, kann man darum bitten, den Text zu ändern, oder die Links im Extremfall entwerten lassen.
Zählt der Ankertext bei Nofollow-Links?
Google behandelt Nofollow seit 2019 als Hinweis und kann auch den Text solcher Links berücksichtigen. Wie stark, ist nicht bekannt.