
Warum Qualität wichtiger ist als Menge
In den Anfangsjahren der Suchmaschinen zählte fast jeder Link. Heute erkennt Google minderwertige und manipulative Links zuverlässig und ignoriert sie. Das bedeutet: Viele schwache Links bringen kaum etwas, einige wenige starke Links können den Unterschied machen. Gleichzeitig kostet jeder Link Zeit oder Geld. Wer die Qualität richtig einschätzt, investiert an der richtigen Stelle.
Die wichtigsten Kriterien
Thematische Relevanz
Passt die verlinkende Seite zum eigenen Thema? Ein Link von einem Portal für Gartengestaltung auf einen Landschaftsgärtner ist naheliegend. Ein Link von einem Casino-Blog ist es nicht. Relevanz kann sich auch aus der Region ergeben: Ein Link vom Stadtmarketing ist für einen lokalen Betrieb relevant, obwohl das Thema allgemein ist.
Autorität der Quelle
Wird die verlinkende Website selbst von guten Quellen verlinkt? Hat sie eine gewisse Bekanntheit? Eine Kennzahl wie Domain Rating oder Sichtbarkeitsindex gibt einen ersten Hinweis, ersetzt aber keine inhaltliche Prüfung.
Echte Besucher
Hat die Website organischen Traffic? Wird sie gelesen? Eine Seite mit hohen Kennzahlen, aber ohne Besucher aus der Suche ist oft ein Zeichen für ein künstlich aufgebautes Linknetzwerk. Sichtbarkeitswerte aus Tools wie Sistrix oder Ahrefs zeigen das schnell.
Redaktioneller Kontext
Steht der Link in einem Text, der sich mit dem Thema befasst? Wurde er gesetzt, weil er Lesern hilft? Ein Link als Quellenangabe in einem Fachartikel ist wertvoller als einer in einer Liste von „Partnern".
Position auf der Seite
Links im Haupttext wirken stärker als Links in Seitenleisten, Fußzeilen oder Autorenboxen. Seitenweite Links, die auf jeder Unterseite erscheinen, werden meist wie ein einzelner Link behandelt.
Linknachbarschaft
Auf welche anderen Seiten verlinkt die Quelle? Wenn dieselbe Seite auf Kreditvergleiche, Potenzmittel und Online-Casinos verweist, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Linkverkäufer.
Anzahl ausgehender Links
Eine Seite mit drei ausgehenden Links gibt mehr weiter als eine mit dreihundert.
Indexierung
Ist die verlinkende Seite überhaupt im Google-Index? Das lässt sich mit einer Suche nach der genauen URL oder in Tools prüfen. Nicht indexierte Seiten vererben praktisch nichts.
Ein einfaches Bewertungsschema
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Thema | fremd | verwandt | passend |
| Besucher | keine | wenige | regelmäßig |
| Kontext | Linkliste, Fußzeile | Text mit geringem Bezug | Fachtext mit Bezug |
| Autorität | kaum eigene Links | einige gute Links | anerkannte Quelle |
| Linknachbarschaft | viele fragwürdige Ziele | gemischt | nur passende Ziele |
| Freiwilligkeit | gekauft oder erzwungen | angestoßen | freiwillig |
Mit bis zu zwölf Punkten lassen sich Links grob einordnen. Ab etwa acht Punkten handelt es sich meist um einen wertvollen Link. Unter vier Punkten bringt er wenig und kann im Zusammenhang mit anderen schlechten Links ein Risiko sein. Das Schema ersetzt keine Erfahrung, hilft aber, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.
Warnzeichen für minderwertige Links
- Die Website hat hohe Kennzahlen, aber kaum Besucher aus der Suche.
- Artikel zu völlig unterschiedlichen Themen, jeweils mit einem kommerziellen Link.
- Hinweise wie „Gastartikel schreiben" oder „Werbung buchen" mit Preisliste für Links.
- Viele ähnlich aufgebaute Blogs mit denselben Designs und Autoren.
- Texte, die offensichtlich nur als Träger für Links geschrieben wurden.
- Ausländische Domains ohne Bezug zur Sprache oder Region.
Kennzahlen richtig lesen
Tool-Anbieter haben eigene Werte entwickelt, um die Stärke von Websites einzuschätzen. Sie sind nützlich, aber mit Vorsicht zu genießen:
- Domain Rating (Ahrefs) und Domain Authority (Moz) beruhen fast ausschließlich auf Linkdaten und lassen sich durch künstliche Links aufblähen.
- Authority Score (Semrush) bezieht zusätzlich Traffic ein.
- Sichtbarkeitsindex (Sistrix) misst Rankings, nicht Links, und zeigt damit, ob eine Website in Google tatsächlich erfolgreich ist.
- Trust Flow (Majestic) versucht, die Nähe zu vertrauenswürdigen Seiten zu messen.
Am aussagekräftigsten ist die Kombination: hohe Linkwerte und gleichzeitig echte Sichtbarkeit. Mehr zur Einordnung im Beitrag zur Domain-Autorität.
Beispiele aus der Praxis
Wertvoll: Ein Link vom Fachverband für Sanitär, Heizung und Klima eines Bundeslandes in der Liste der Mitgliedsbetriebe. Wenig Traffic über diesen Link, aber hohe Relevanz und Vertrauen.
Sehr wertvoll: Ein Link aus einem Artikel der Regionalzeitung über ein Sanierungsprojekt, mit Nennung des Betriebs. Redaktionell, lokal relevant, echte Leser.
Fragwürdig: Ein Artikel auf einem allgemeinen „Magazin" mit Beiträgen über Mode, Kredite, Reisen und Heizungen, jeweils mit einem Link. Die Website hat hohe Kennzahlen, aber kaum Sichtbarkeit in Google.
Wenn ein Link angeboten wird
Werden Links gegen Bezahlung angeboten, ist Vorsicht geboten. Ungekennzeichnete bezahlte Links verstoßen gegen die Richtlinien von Google. Zudem sind die angebotenen Seiten oft genau die fragwürdigen Quellen, die oben beschrieben sind. Wer Werbung auf fremden Websites schaltet, sollte die Links mit sponsored kennzeichnen lassen. Mehr dazu unter Linkkauf.
Kurz beantwortet
Sind Links von .edu- oder .gov-Domains besonders wertvoll?
Nicht wegen der Endung. Google hat mehrfach erklärt, dass Domainendungen keinen Sonderstatus haben. Solche Seiten haben aber oft starke Linkprofile und hohes Vertrauen, deshalb sind Links von dort meist wertvoll.
Wie viele Links braucht ein Link, um wertvoll zu sein?
Diese Frage stellt sich so nicht. Entscheidend ist die Kombination der Kriterien. Ein Link von einer kleinen, aber hochspezialisierten Fachseite kann wertvoller sein als einer von einer großen, themenfremden Seite.
Haben alte Links weniger Wert?
Nicht grundsätzlich. Ein Link, der seit Jahren besteht, auf einer gepflegten Seite, ist ein gutes Zeichen. Wertverlust entsteht eher, wenn die verlinkende Seite selbst an Bedeutung verliert oder verschwindet.