
Arten lokaler Suchanfragen
Explizit lokal
Der Ort steht in der Suchanfrage: „Steuerberater Neuwied", „Tischler Westerwald", „Physiotherapie Koblenz Karthause". Hier ist klar, wo gesucht wird, unabhängig vom Standort des Suchenden.
Implizit lokal
Kein Ort in der Anfrage, aber ein lokaler Bedarf: „Schlüsseldienst", „Tankstelle", „Pizza". Google nutzt den Standort des Geräts und zeigt Ergebnisse aus der Nähe.
Mit „in der Nähe"
„Bäckerei in der Nähe", „Autowerkstatt in meiner Nähe". Der Zusatz verstärkt den Wunsch nach Nähe. Mehr dazu im Beitrag zu Suchen mit „in der Nähe".
Mit Stadtteil, Region oder Postleitzahl
„Zahnarzt Koblenz Lützel", „Dachdecker Rhein-Lahn-Kreis", „Elektriker 56410". Besonders in größeren Städten suchen viele Menschen nach ihrem Stadtteil.
Mit Zusätzen zur Dringlichkeit oder Qualität
„Notdienst", „24 Stunden", „heute geöffnet", „günstig", „beste", „mit Bewertung". Solche Zusätze zeigen, was dem Suchenden wichtig ist.
Lokale Keywords finden
Mit der eigenen Erfahrung beginnen
Welche Leistungen fragen Kunden an? Wie nennen sie diese Leistungen? Aus welchen Orten kommen sie? Diese Liste ist oft wertvoller als jedes Werkzeug.
Keyword-Tools
Die bekannten Werkzeuge zeigen Suchvolumen für Begriffe mit Ortsnamen, wenn auch bei kleinen Orten oft ungenau. Der Keyword-Planer von Google Ads erlaubt eine Filterung nach Region. Das zeigt, wie oft in einem Gebiet nach einem Begriff gesucht wird, auch ohne Ortsnamen in der Anfrage.
Search Console
Welche Suchanfragen mit Ortsnamen bringen schon heute Impressionen? Oft tauchen hier Orte und Stadtteile auf, an die niemand gedacht hat.
Leistungsbericht im Google-Profil
Das Profil zeigt, mit welchen Suchbegriffen es gefunden wurde. Hier finden sich häufig die impliziten Suchanfragen ohne Ortsnamen.
Autovervollständigung und ähnliche Suchanfragen
Die Vorschläge in der Suchleiste und die ähnlichen Suchanfragen am Ende der Ergebnisseite zeigen typische Kombinationen.
Wettbewerber beobachten
Welche Orte und Leistungen haben die Wettbewerber auf ihren Websites? Für welche Begriffe ranken sie?
Der Umgang mit kleinen Suchvolumen
In vielen kleinen Orten zeigen Werkzeuge für Begriffe wie „Elektriker Hachenburg" nur zehn oder zwanzig Suchen im Monat, manchmal gar keine Daten. Das bedeutet nicht, dass sich der Begriff nicht lohnt:
- Die Werkzeuge schätzen, und bei kleinen Zahlen sind die Schätzungen besonders ungenau.
- Viele Suchen erfolgen ohne Ortsnamen und werden dem Ort über den Standort zugeordnet.
- Lokale Suchen haben oft eine sehr hohe Abschlussrate. Zehn Suchen, aus denen zwei Aufträge entstehen, sind mehr wert als tausend Suchen nach einer allgemeinen Information.
Ein realistischer Blick: Bei lokalen Keywords zählt nicht das Suchvolumen, sondern wie nah ein Begriff an einer Anfrage ist. „Heizung defekt Notdienst" mit wenigen Suchen kann wertvoller sein als „Heizung" mit Zehntausenden.
Keywords sinnvoll auf Seiten verteilen
| Seite | Typische lokale Keywords |
|---|---|
| Startseite | Hauptleistung plus Hauptort, Firmenname |
| Leistungsseiten | einzelne Leistung plus Hauptort |
| Standortseiten | Leistungen plus Ort des Standorts, Stadtteil |
| Stadtseiten | Hauptleistung plus weiterer Ort im Einzugsgebiet |
| Ratgeber | Informationsfragen, manchmal mit regionalem Bezug wie Förderprogramme im Land |
| Kontaktseite | Firmenname, Anfahrt, Öffnungszeiten |
Jede Seite hat einen klaren Schwerpunkt. Wenn mehrere Seiten auf dieselbe Kombination aus Leistung und Ort zielen, konkurrieren sie miteinander. Mehr dazu im Beitrag zum Keyword-Mapping.
Wo das lokale Keyword stehen sollte
- Title-Tag: Leistung und Ort, möglichst weit vorne, etwa „Badsanierung in Koblenz – Müller Haustechnik"
- H1: klar und natürlich, zum Beispiel „Badsanierung in Koblenz und Umgebung"
- Einleitung: im ersten Absatz, ohne Verrenkungen
- URL: kurz, etwa /badsanierung-koblenz oder /koblenz/badsanierung
- Text: mit lokalen Details statt Wiederholungen des Ortsnamens
- Bildnamen und Alternativtexte: wenn das Bild tatsächlich aus dem Ort stammt
- Strukturierte Daten: Adresse und Einzugsgebiet
Kein Ortsnamen-Stuffing: Sätze wie „Als Elektriker in Koblenz bieten wir in Koblenz alle Elektroarbeiten für Koblenz an" wirken unprofessionell. Ein oder zwei natürliche Nennungen plus echte lokale Details sind wirksamer.
Lokale Keywords im Google-Profil
Im Profil lassen sich keine Keywords im klassischen Sinn hinterlegen. Relevanz entsteht über:
- die passende Hauptkategorie
- Leistungen mit Beschreibungen
- die Unternehmensbeschreibung
- Beiträge
- Bewertungstexte
Suchbegriffe im Unternehmensnamen sind verboten. Wer sie trotzdem einbaut, riskiert eine Sperrung des Profils.
Fragen aus der Praxis
Soll ich für jeden Stadtteil eine Seite erstellen?
Nur, wenn es für den Stadtteil echte Nachfrage und echte Inhalte gibt. In Großstädten kann das sinnvoll sein, in kleineren Städten meist nicht.
Wie schreibe ich Ortsnamen mit Umlauten in URLs?
Üblich ist die Umschreibung: ü wird ue, ä wird ae, ö wird oe, ß wird ss. Aus Lützel wird luetzel.
Hilft der Ortsname in der Domain?
Er kann für Klicks hilfreich sein, ist aber kein nennenswerter Rankingvorteil mehr. Für Unternehmen, die wachsen oder umziehen wollen, ist ein Markenname oft die bessere Wahl.