
Die Attribute im Überblick
| Attribut | Einsatz | Seit |
|---|---|---|
rel="nofollow" |
allgemein, wenn man nicht für das Ziel bürgen will | 2005 |
rel="sponsored" |
bezahlte Links, Werbung, Sponsoring, Affiliate | 2019 |
rel="ugc" |
Links in Nutzerinhalten wie Kommentaren und Foren | 2019 |
Ein Link ohne diese Attribute wird umgangssprachlich als Dofollow-Link bezeichnet. Ein Attribut „dofollow" gibt es nicht. Es ist schlicht der Normalzustand eines Links.
Die Attribute lassen sich kombinieren, etwa rel="ugc nofollow" für ältere Systeme, die nur nofollow kennen.
Wie Google die Attribute behandelt
Bis 2019
Nofollow war eine strikte Anweisung. Google folgte solchen Links nicht zum Crawlen und berücksichtigte sie nicht für die Bewertung der Zielseite.
Seit 2019
Mit der Einführung von sponsored und ugc hat Google angekündigt, alle drei Attribute als Hinweise zu behandeln. Seit dem 1. März 2020 gilt das auch für das Crawlen und die Indexierung. Google kann also selbst entscheiden, ob ein solcher Link berücksichtigt wird.
Die Begründung von Google: Links mit Nofollow enthalten oft wertvolle Informationen, etwa über Ankertexte und Zusammenhänge. Diese Informationen wollte Google nicht mehr grundsätzlich ignorieren.
Für Betreiber, die Links setzen, ändert sich dadurch wenig. Für bezahlte Links gilt weiterhin die Pflicht zur Kennzeichnung. Wer sponsored oder nofollow setzt, ist auf der sicheren Seite, auch wenn Google den Link intern anders gewichten sollte.
Wann Sie welches Attribut setzen müssen
Bezahlte Links
Jeder Link, für den Geld, Produkte, Dienstleistungen oder andere Gegenleistungen fließen, muss nach den Richtlinien von Google mit sponsored oder nofollow gekennzeichnet werden. Dazu gehören:
- Werbeanzeigen und Banner
- gesponserte Artikel und Advertorials
- Links in Produkttests, für die ein kostenloses Produkt zur Verfügung gestellt wurde
- Affiliate-Links
Fehlt die Kennzeichnung, verstößt der Link gegen die Spamrichtlinien. Das kann zu manuellen Maßnahmen gegen die verlinkende oder die verlinkte Website führen. Unabhängig davon verlangt das deutsche Recht, bezahlte Inhalte als Werbung zu kennzeichnen. Das Linkattribut ersetzt diese Kennzeichnung nicht.
Nutzergenerierte Inhalte
Links in Kommentaren, Forenbeiträgen, Bewertungen und Profilen sollten mit ugc gekennzeichnet werden. Bei Nutzern, die sich über längere Zeit als vertrauenswürdig erwiesen haben, darf man das Attribut entfernen. Manche Foren tun das bei langjährigen Mitgliedern.
Links, für die man nicht bürgen will
Manchmal will man auf eine Seite hinweisen, ohne sie zu empfehlen, etwa auf eine Quelle mit fragwürdigen Aussagen, die man kritisch bespricht. Hier passt nofollow.
Wann kein Attribut nötig ist
- redaktionelle Links auf Quellen, Partner oder empfehlenswerte Seiten
- Links auf Fachportale, Behörden, Wikipedia oder Studien
- interne Links innerhalb der eigenen Website
Nofollow für alle externen Links ist ein verbreiteter Fehler. Manche Content-Management-Systeme oder Plugins setzen es automatisch. Das wirkt unnatürlich und verhindert, dass die eigenen Empfehlungen als solche wahrgenommen werden. Redaktionelle Links auf gute Quellen dürfen und sollen normal sein.
Interne Links mit Nofollow
Interne Links mit Nofollow zu versehen, bringt in der Regel keinen Vorteil. Die früher verbreitete Idee, damit die Linkkraft gezielt auf wichtige Seiten zu lenken, funktioniert seit 2009 nicht mehr. Wer Seiten von der Indexierung ausschließen will, nutzt dafür ein Noindex-Tag, wer das Crawlen verhindern will, die robots.txt. Näheres im Beitrag zur internen Verlinkung.
Welchen Wert Nofollow-Links haben
Auch wenn Nofollow-Links weniger Rankingkraft vererben, sind sie aus mehreren Gründen wertvoll:
- Besucher: Ein Link in einem viel gelesenen Artikel bringt Menschen auf die Website, unabhängig vom Attribut.
- Natürlichkeit: Ein gesundes Linkprofil enthält immer auch Nofollow-Links, etwa aus Foren, sozialen Netzwerken oder Wikipedia. Ein Profil ganz ohne solche Links wirkt auffällig.
- Sichtbarkeit: Erwähnungen in großen Medien, die oft grundsätzlich nofollow setzen, stärken die Marke und führen zu weiteren natürlichen Links.
- Mögliche Wirkung: Seit Google die Attribute als Hinweise behandelt, können sie in die Bewertung einfließen.
Links prüfen
Welches Attribut ein Link hat, lässt sich im Browser über „Element untersuchen" im Quelltext sehen. Für größere Mengen helfen Crawler wie Screaming Frog, die alle Links einer Website mit Attributen ausgeben. Backlink-Werkzeuge zeigen für eingehende Links ebenfalls, ob sie nofollow, sponsored oder ugc sind.
<!-- redaktioneller Link -->
<a href="https://www.example.de/studie">aktuelle Studie</a>
<!-- bezahlter Link -->
<a href="https://www.partner.de" rel="sponsored">Unser Partner</a>
<!-- Link in einem Kommentar -->
<a href="https://www.nutzer-blog.de" rel="ugc">Blog des Kommentators</a>
Kurz beantwortet
Was passiert, wenn ich bezahlte Links nicht kennzeichne?
Google kann die Links entwerten, im schlimmsten Fall eine manuelle Maßnahme verhängen. Zusätzlich drohen rechtliche Probleme wegen fehlender Werbekennzeichnung.
Sollte ich alte Nofollow-Attribute auf sponsored umstellen?
Das ist nicht nötig. Google akzeptiert nofollow weiterhin für bezahlte Links. Für neue Links ist sponsored die genauere Wahl.
Sind Links aus sozialen Netzwerken nofollow?
Die meisten großen Plattformen setzen für Links in Beiträgen und Profilen nofollow oder leiten sie über eigene Weiterleitungsdienste. Ihr Wert liegt vor allem in Reichweite und Besuchern.