Linkkauf: Netz aus verbundenen Seiten und Themen rund um einen zentralen Knoten

Was Google sagt

Die Spamrichtlinien von Google nennen als Beispiel für Linkspam unter anderem:

  • das Kaufen oder Verkaufen von Links zur Rankingmanipulation, einschließlich Zahlung mit Geld, Waren oder Dienstleistungen
  • den Austausch von Produkten gegen Links, etwa kostenlose Produkte gegen einen Testbericht mit Link
  • übermäßigen Linktausch
  • Links in Gastbeiträgen und Artikelkampagnen mit optimierten Ankertexten

Bezahlte Links sind nicht grundsätzlich verboten. Sie müssen aber mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sein, damit sie keine Rankingwirkung entfalten. Ein gekennzeichneter bezahlter Link ist eine Werbeanzeige, ein ungekennzeichneter ein Verstoß.

Google setzt seit einigen Jahren SpamBrain ein, ein KI-basiertes System zur Spamerkennung. Nach Angaben von Google erkennt es sowohl Websites, die Links kaufen, als auch solche, die Links verkaufen. Die Links werden dann neutralisiert.

Typische Muster, die auffallen:

  • Websites mit Artikeln zu völlig unterschiedlichen Themen, jeweils mit einem kommerziellen Link
  • Hinweise auf Werbeangebote, Preislisten oder Kontaktformulare für Gastartikel
  • Netzwerke ähnlicher Websites mit gleichen Designs, Autoren oder Hosting
  • ungewöhnlich schnelles Linkwachstum mit optimierten Ankertexten
  • Links, über die niemand klickt

Welche Folgen drohen

Folge Beschreibung Häufigkeit
Entwertung Die Links werden ignoriert, das Geld ist verloren sehr häufig
Algorithmische Abwertung Spam-Updates reduzieren die Sichtbarkeit gelegentlich
Manuelle Maßnahme ein Mitarbeiter von Google verhängt eine Maßnahme gegen die Website seltener, aber schwerwiegend
Maßnahme gegen den Verkäufer die verkaufende Website verliert die Fähigkeit, Linkkraft weiterzugeben häufig bei bekannten Linkverkäufern

Die häufigste Folge ist also nicht eine Abstrafung, sondern schlicht, dass die gekauften Links nichts bewirken. Das ist das eigentliche Problem: Viele Unternehmen zahlen über Jahre für Links, die keine Wirkung haben.

Was rechtlich gilt

Neben den Richtlinien von Google gibt es rechtliche Vorgaben. Nach deutschem Wettbewerbsrecht und dem Medienstaatsvertrag müssen bezahlte Inhalte als Werbung erkennbar sein. Ein gekaufter Artikel ohne Kennzeichnung kann als Schleichwerbung wettbewerbswidrig sein und Abmahnungen nach sich ziehen, für den Verkäufer wie für den Käufer. Die genaue Bewertung hängt vom Einzelfall ab und sollte rechtlich geprüft werden.

Graubereiche

Produkttests

Wer Produkte an Blogger schickt, damit diese darüber berichten, erhält eine Gegenleistung. Google verlangt für solche Links die Kennzeichnung. Rechtlich ist der Beitrag meist als Werbung zu kennzeichnen, wenn eine Gegenleistung vorliegt.

Sponsoring

Wer einen Verein unterstützt und dafür auf dessen Website genannt wird, hat nach strenger Auslegung einen bezahlten Link. Google empfiehlt auch hier sponsored oder nofollow. In der Praxis setzen viele Vereine normale Links. Solche einzelnen, thematisch naheliegenden Links sind nach meiner Erfahrung selten ein Problem, eine bewusste Strategie daraus zu machen, ist es.

Mitgliedschaften

Einträge in Verbands- und Kammerverzeichnissen, für die ein Mitgliedsbeitrag gezahlt wird, gelten nicht als gekaufte Links, weil der Beitrag nicht für den Link, sondern für die Mitgliedschaft gezahlt wird.

Agenturen mit „Linkaufbau"

Viele Angebote für Linkaufbau bestehen im Kern aus Linkkauf. Wer eine Agentur beauftragt, sollte fragen, woher die Links stammen, und sich Beispiele zeigen lassen.

Warnzeichen bei Angeboten: feste Anzahl von Links zu festen Preisen, Angaben wie „DR 50+" als Verkaufsargument, keine Angaben zu den Quellen vor der Beauftragung, Garantien für Rankingverbesserungen, sehr niedrige Preise pro Link.

Bezahlte Kooperationen korrekt umsetzen

Es gibt legitime Gründe, für Sichtbarkeit auf fremden Websites zu zahlen, etwa Werbung auf einem Fachportal oder eine Kooperation mit einem Influencer. Korrekt umgesetzt:

  • Der Beitrag ist als Werbung oder Anzeige gekennzeichnet.
  • Links sind mit rel="sponsored" versehen.
  • Der Wert liegt in Reichweite, Besuchern und Markenwirkung, nicht in der Linkkraft.

Alternativen zum Linkkauf

Methode Beschreibung
Digital PR Themen mit Nachrichtenwert an Medien
Linkbaits verlinkenswerte Inhalte schaffen
Erwähnungen umwandeln nicht verlinkte Nennungen in Links verwandeln
Partner und Verbände bestehende Beziehungen nutzen
Broken Link Building defekte Links durch eigene Inhalte ersetzen
Lokale Links Vereine, Gemeinden, regionale Medien

Die Methoden werden im Beitrag zum Linkbuilding ausführlich beschrieben.

Viele Unternehmen haben in der Vergangenheit, oft über Agenturen, Links gekauft. Was tun?

  1. Die gekauften Links identifizieren, am besten anhand von Rechnungen und Berichten der Agentur
  2. Den Kauf beenden
  3. Prüfen, ob eine manuelle Maßnahme vorliegt
  4. Bei einem großen Umfang die Links entfernen lassen oder über das Disavow-Tool entwerten
  5. Den Aufbau auf seriöse Methoden umstellen

Noch Fragen?

Merkt Google wirklich jeden gekauften Link?

Nicht jeden. Aber die Erkennungsrate ist hoch und steigt. Und selbst unentdeckte Links stammen oft von Websites, die wenig Kraft weitergeben. Das Risiko-Nutzen-Verhältnis ist schlecht.

Ist Linktausch erlaubt?

Gelegentliche gegenseitige Verlinkung zwischen Partnern ist normal. Systematischer Linktausch mit dem Ziel, Rankings zu verbessern, verstößt gegen die Richtlinien.

Was ist mit Links auf eigenen Websites?

Eigene Websites untereinander zu verlinken, ist in Ordnung, wenn es für Nutzer sinnvoll ist. Ein Netzwerk von Websites nur zum Zweck der Linkweitergabe verstößt gegen die Richtlinien.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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