
OnPage, OffPage, Technik: die Abgrenzung
In der Suchmaschinenoptimierung werden Maßnahmen meist in drei Bereiche eingeteilt. Die OnPage-Optimierung betrifft Inhalte und Elemente einzelner Seiten und ihre Verknüpfung innerhalb der Website. Die OffPage-Optimierung betrifft Signale von außen, vor allem Links und Erwähnungen. Das technische SEO betrifft die Infrastruktur: Crawling, Indexierung, Server, Ladezeit.
Die Grenzen sind fließend. Die interne Verlinkung wird manchmal zur Technik gezählt, Ladezeit manchmal zur OnPage-Optimierung. Für die Praxis ist die Einteilung weniger wichtig als die Frage, welche Maßnahme welche Wirkung hat.
Die Elemente nach Wirkung
| Element | Wirkung auf Ranking | Wirkung auf Klicks und Nutzer | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Inhalt und Suchintention | sehr hoch | sehr hoch | hoch |
| Title-Tag | hoch | hoch | gering |
| Interne Verlinkung | hoch | mittel | mittel |
| H1 und Gliederung | mittel | hoch | gering |
| Meta Description | gering (indirekt) | hoch | gering |
| URL | gering | gering bis mittel | gering, bei Änderung hoch |
| Bilder und Alt-Attribute | mittel (Bildersuche hoch) | mittel | gering |
| Strukturierte Daten | indirekt | mittel bis hoch (Rich Results) | mittel |
| Nutzererlebnis und Layout | mittel | hoch | mittel bis hoch |
1. Inhalt und Suchintention
Das wichtigste OnPage-Element ist der Inhalt selbst. Eine Seite muss die Absicht hinter der Suchanfrage erfüllen – vollständig, verständlich und besser als die Alternativen. Alle weiteren Maßnahmen verstärken einen guten Inhalt, ersetzen können sie ihn nicht.
Prüffragen für jeden Inhalt:
- Entspricht der Seitentyp der Suchintention? Ratgeber für Fragen, Leistungsseite für Beauftragungen, Kategorie für Produktsuchen.
- Steht die wichtigste Information am Anfang?
- Werden die Anschlussfragen beantwortet, die Suchende typischerweise haben?
- Enthält die Seite etwas, das es anderswo nicht gibt – eigene Erfahrung, Beispiele, Daten, Preise?
- Ist sie aktuell?
Die Grundlagen erklärt der Beitrag Suchintention, die Anforderungen an Qualität der Beitrag E-E-A-T.
2. Title-Tag
Der Title-Tag ist die Überschrift des Suchergebnisses und eines der stärksten Relevanzsignale einer Seite. Er sollte das Hauptthema möglichst weit vorne nennen und einen Grund zum Klicken liefern. Eine gute Länge liegt bei etwa 50 bis 60 Zeichen. Details im Beitrag Title-Tag.
3. Meta Description
Die Beschreibung unter dem Titel beeinflusst das Ranking nicht direkt, aber die Klickrate. Sie sollte konkret beschreiben, was die Seite bietet, und zum Klicken motivieren. Google verwendet sie nicht immer, sondern wählt oft einen passenden Textausschnitt. Mehr im Beitrag Meta Description.
4. Überschriften und Gliederung
Die H1 benennt das Thema der Seite. Zwischenüberschriften (H2, H3) gliedern den Inhalt in verständliche Abschnitte. Eine gute Gliederung hilft Lesern beim Überfliegen und Suchmaschinen beim Verstehen der Struktur. Jede Seite sollte eine eindeutige H1 haben. Wie man Überschriften sinnvoll einsetzt, erklärt der Beitrag Überschriften.
5. Interne Verlinkung
Interne Links zeigen Suchmaschinen, welche Seiten wichtig sind und wie sie zusammenhängen. Sie verteilen Relevanz innerhalb der Website und führen Besucher zu weiterführenden Inhalten. Eine Seite, auf die keine internen Links zeigen, wird kaum gefunden. Eine Seite, auf die viele relevante Seiten mit beschreibenden Ankertexten verweisen, gewinnt an Bedeutung. Der Beitrag Interne Verlinkung behandelt das Thema ausführlich.
6. URL
Eine gute URL ist kurz, lesbar und beschreibt den Inhalt: /leistungen/dachsanierung statt /index.php?id=4711&cat=3. Der direkte Einfluss auf das Ranking ist gering. Wichtiger ist, dass URLs dauerhaft stabil bleiben, denn jede Änderung erfordert eine Weiterleitung. Mehr dazu im Beitrag URL-Struktur.
7. Bilder
Bilder machen Inhalte anschaulicher und können über die Bildersuche zusätzliche Besucher bringen. Wichtig sind aussagekräftige Dateinamen, beschreibende Alternativtexte, passende Dateigrößen und moderne Formate. Eigene Fotos sind Stockfotos fast immer vorzuziehen, weil sie Erfahrung und Echtheit zeigen. Details in den Beiträgen Bilder-SEO und Alt-Attribut.
8. Strukturierte Daten
Strukturierte Daten beschreiben den Inhalt einer Seite in maschinenlesbarer Form. Sie helfen Google, Organisation, Produkte, Artikel, Veranstaltungen oder Bewertungen zu erkennen, und können zu erweiterten Suchergebnissen führen. Mehr im Beitrag Strukturierte Daten.
9. Nutzererlebnis
Eine Seite, die Besucher verärgert, verliert Rankings. Aufdringliche Pop-ups, überladene Werbeflächen, verschobene Inhalte beim Laden, winzige Schrift auf Smartphones oder schwer auffindbare Kontaktmöglichkeiten schaden. Umgekehrt helfen eine klare Struktur, gut lesbare Texte, sinnvolle Medien und ein eindeutiger nächster Schritt. Mehr dazu in den Beiträgen Nutzersignale und Lesbarkeit.
Die häufigsten OnPage-Fehler
- Mehrere Seiten mit identischem oder fast identischem Title
- Startseite soll für alle Leistungen gleichzeitig ranken
- Wichtige Leistungen haben keine eigene Seite
- H1 fehlt oder ist das Logo
- Zwischenüberschriften nur zur optischen Gestaltung statt zur Gliederung
- Interne Links mit Ankertexten wie „mehr“ oder „hier klicken“
- Bilder mit Dateinamen wie „IMG_4711.jpg“ und ohne Alternativtext
- Inhalte stehen in Bildern oder PDF-Dateien statt im Text
- Wichtige Seiten sind nur über die Suche erreichbar
Eine OnPage-Analyse in der Praxis
Wie gehe ich vor, wenn ich eine Website auf OnPage-Faktoren prüfe?
- Crawl: Ein Crawler erfasst alle Seiten mit Title, Description, Überschriften, Wortanzahl, internen Links und Statuscodes.
- Abgleich mit der Search Console: Welche Seiten ranken wofür? Wo gibt es Seiten mit vielen Impressionen, aber wenigen Klicks?
- Keyword-Map: Passt jede wichtige Seite zu ihrem Cluster? Gibt es Überschneidungen?
- Stichproben: Die wichtigsten Seiten werden manuell gelesen und mit den Top-Ergebnissen verglichen.
- Priorisierung: Maßnahmen werden nach Wirkung und Aufwand geordnet.
Erfahrungswert: Die schnellste Wirkung erziele ich meist bei Seiten mit vielen Impressionen und schwacher Klickrate. Ein besserer Title und eine konkretere Beschreibung bringen hier oft innerhalb weniger Wochen spürbar mehr Besucher – ohne dass sich das Ranking verändern muss.
OnPage für verschiedene Seitentypen
| Seitentyp | Schwerpunkte |
|---|---|
| Startseite | Markenbotschaft, Überblick über Leistungen, starke interne Links zu den wichtigsten Unterseiten |
| Leistungsseite | Konkrete Beschreibung, Ablauf, Preise, Einsatzgebiet, Belege, Kontaktmöglichkeit |
| Kategorieseite im Shop | Orientierung, Filter, einleitender Text mit Mehrwert, Verlinkung auf Unterkategorien |
| Produktseite | Eigene Beschreibung, vollständige Daten, Bilder, Bewertungen, strukturierte Daten |
| Ratgeber | Vollständige Beantwortung, Gliederung, Autor, Aktualität, Links zu Leistungen |
| Standortseite | Lokale Informationen, Kontaktdaten, Anfahrt, eigenständige Inhalte |
Häufige Fragen
Was ist der wichtigste OnPage-Faktor?
Der Inhalt und seine Übereinstimmung mit der Suchintention. Ohne ihn helfen auch perfekte Titel und Überschriften nicht.
Wie oft sollte ich OnPage-Maßnahmen überprüfen?
Die wichtigsten Seiten sollten mindestens einmal im Jahr überprüft werden, zusätzlich nach Veränderungen im Ranking oder wenn sich Angebote, Preise oder Rahmenbedingungen ändern.
Reicht ein SEO-Plugin für die OnPage-Optimierung?
Ein Plugin hilft bei der Pflege von Titles, Descriptions und technischen Angaben. Die eigentliche Arbeit – Inhalte, Struktur, Verlinkung – kann es nicht ersetzen.