
Wie Sprachsuche funktioniert
Bei einer Sprachsuche wird die gesprochene Frage in Text umgewandelt und an eine Suchmaschine oder einen Assistenten übergeben. Die Antwort wird vorgelesen, auf dem Bildschirm angezeigt oder beides. Anders als bei der Textsuche gibt es oft nur eine einzige Antwort, keine Liste.
Welche Assistenten welche Quellen nutzen
| Assistent | Wichtige Datenquellen |
|---|---|
| Google Assistant und Gemini | Google-Suche, Google Maps, Knowledge Graph |
| Siri | Apple Maps, Apple-eigene Wissensbestände, Websuche über Partner |
| Alexa | eigene Wissensbestände, Partnerdienste, Websuche über Partner |
| ChatGPT mit Sprachmodus | Modellwissen und Websuche |
Die Verteilung auf Partner ändert sich immer wieder. Klar ist: Für lokale Fragen spielen Kartendienste die größte Rolle, für Wissensfragen die Suchindizes und Wissensgraphen.
Unterschiede zur Textsuche
- Länger und natürlicher: Gesprochene Fragen sind oft ganze Sätze: „Wo ist die nächste Apotheke, die jetzt geöffnet hat?"
- Mehr Fragen: Wer spricht, fragt häufiger mit Wie, Was, Wo, Wann.
- Mehr lokaler Bezug: Ein großer Teil der Sprachsuchen auf dem Smartphone betrifft Orte in der Nähe.
- Eine Antwort: Der Assistent liest meist nur ein Ergebnis vor. Platz zwei gibt es nicht.
- Handlung statt Klick: „Ruf den Friseur an" oder „Navigiere zur Werkstatt" führen direkt zu einer Aktion.
Lokale Sprachsuche
Für lokale Unternehmen ist die Sprachsuche am relevantesten. Fragen wie „Wo gibt es in der Nähe einen Reifenservice?" oder „Hat die Bäckerei am Markt heute geöffnet?" werden aus Kartendaten beantwortet. Wichtig sind deshalb:
- ein vollständiges Google-Unternehmensprofil mit richtigen Öffnungszeiten
- ein gepflegter Eintrag bei Apple Business Connect für Siri und bei Bing Places, siehe Bing Places und Apple Business Connect
- konsistente Daten in Verzeichnissen
- Bewertungen, weil Assistenten bei Empfehlungen oft gut bewertete Anbieter bevorzugen
Wissensfragen
Bei Fragen wie „Wie lange muss ein Ei kochen?" liest ein Assistent häufig eine Antwort aus einem Featured Snippet oder einer KI-Übersicht vor. Seiten, die solche Fragen kurz und präzise beantworten, haben eine Chance, als Quelle genannt zu werden. Die Grundsätze dafür beschreibt der Beitrag zur Answer Engine Optimization.
Maßnahmen, die wirklich helfen
- Lokale Daten pflegen: Profile bei Google, Apple und Bing, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Adresse.
- Fragen beantworten: Abschnitte mit Fragen als Überschriften und kurzer, direkter Antwort.
- Natürliche Sprache verwenden: Texte, die sich vorlesen lassen, ohne Abkürzungen und Verschachtelungen.
- Schnelle mobile Seiten: Sprachsuche findet überwiegend auf mobilen Geräten statt.
- Strukturierte Daten: Informationen über Unternehmen, Produkte und Veranstaltungen maschinenlesbar bereitstellen.
Kein eigenes Keyword-Set nötig: Früher wurde empfohlen, eigene Seiten für gesprochene Suchphrasen zu erstellen. Das ist nicht sinnvoll. Suchmaschinen verstehen natürliche Sprache gut genug, um lange Fragen den passenden Inhalten zuzuordnen. Gute Antworten auf echte Fragen genügen.
Sprachsuche und KI-Assistenten
Mit KI-Assistenten, die gesprochene Gespräche führen, verschwimmt die Grenze zwischen Sprachsuche und KI-Suche. Nutzer stellen komplexere Fragen und erwarten ausführlichere Antworten. Für Websites gelten dann dieselben Grundsätze wie für die KI-Suche insgesamt, siehe Generative Engine Optimization.
Wie Assistenten Antworten vorlesen
Sprachassistenten lesen meist nur einen kurzen Abschnitt vor, oft zwei bis drei Sätze, und nennen dazu die Quelle. Daraus ergeben sich einige Hinweise für Inhalte:
- Die Kernantwort steht in einem abgeschlossenen, kurzen Absatz, der auch ohne den Rest der Seite verständlich ist.
- Zahlen und Einheiten werden so geschrieben, dass sie sich gut vorlesen lassen.
- Abkürzungen werden beim ersten Vorkommen ausgeschrieben.
- Listen mit mehr als fünf Punkten eignen sich schlecht zum Vorlesen. Die wichtigsten Punkte gehören an den Anfang.
Sprachsuche im Auto
Ein großer Teil der Sprachsuchen findet unterwegs statt, oft im Auto über Android Auto oder Apple CarPlay. Typische Anfragen betreffen Tankstellen, Ladesäulen, Werkstätten, Restaurants und Geschäfte. Die Antworten stammen fast vollständig aus Kartendiensten. Für Betriebe mit Kundenverkehr sind richtige Öffnungszeiten, eine genaue Position auf der Karte und ein korrekt gesetzter Eingang deshalb besonders wichtig. Wer nach der Navigation vor einem geschlossenen Tor steht, wird kaum wiederkommen.
Barrierefreiheit und Sprachsteuerung
Menschen mit Sehbehinderungen oder motorischen Einschränkungen nutzen Sprachsteuerung und Bildschirmleser häufiger als andere. Eine Website, die für diese Werkzeuge gut funktioniert, mit klarer Struktur, beschreibenden Links, Alternativtexten und ausreichenden Kontrasten, ist zugleich für Suchmaschinen gut verständlich. Barrierefreiheit und Sprachsuche ergänzen sich deshalb, und seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist sie für viele digitale Angebote gegenüber Verbrauchern ohnehin Pflicht.
Fragen und Antworten
Lässt sich Sprachsuche messen?
Kaum. Weder Google noch andere Anbieter weisen Sprachsuchen in ihren Berichten gesondert aus. Hinweise liefern lange, fragende Suchanfragen in der Search Console und Anrufe über das Unternehmensprofil.
Brauche ich einen eigenen Skill für Alexa?
Für die meisten Unternehmen nicht. Eigene Anwendungen für Sprachassistenten lohnen sich nur für Unternehmen mit häufig wiederkehrenden Kundenkontakten, etwa Nachrichtenangebote oder Dienste mit Bestellfunktion.
Ist Sprachsuche für B2B relevant?
Weniger als für lokale Verbraucherthemen. Im beruflichen Umfeld wird überwiegend getippt. Mit KI-Assistenten, die auch im Beruf per Sprache genutzt werden, kann sich das ändern.