
Warum Links aus dem Zielland zählen
Links von Websites aus dem Zielland sind ein Signal, dass ein Unternehmen dort relevant ist. Ein deutscher Hersteller, der von französischen Fachmedien, Händlern und Verbänden verlinkt wird, gilt in Frankreich als etablierter Anbieter. Links von deutschen Websites helfen der französischen Version zwar über die Stärke der Domain, aber weniger bei der Relevanz im Zielland.
Bei Unterverzeichnissen oder Länderdomains
- Unterverzeichnisse profitieren von der Stärke der gesamten Domain. Links aus dem Zielland stärken zusätzlich die jeweilige Version.
- Länderdomains müssen ihre Stärke weitgehend selbst aufbauen. Internationaler Linkaufbau ist hier noch wichtiger.
Mehr zur Wahl der Struktur im Beitrag zur Domainstrategie.
Quellen für Links im Zielland
Händler, Partner und Vertriebsnetz
Händler und Vertriebspartner im Zielland listen Hersteller oft auf ihren Websites. Das ist meist der schnellste Weg zu relevanten Links.
Fachmedien
Branchenzeitschriften, Fachportale und Blogs im Zielland. Pressemitteilungen, Fachartikel, Interviews und Produktvorstellungen in der Landessprache.
Verbände und Kammern
Mitgliedschaften in Verbänden des Ziellandes, Außenhandelskammern, bilaterale Handelskammern wie die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer.
Messen und Veranstaltungen
Ausstellerverzeichnisse, Messeberichte, Vorträge auf Konferenzen im Zielland.
Verzeichnisse
Branchenverzeichnisse und Kartendienste im Zielland, etwa Herold in Österreich oder local.ch in der Schweiz.
Digital PR
Eigene Daten, Studien und Umfragen mit Bezug zum Zielland. Eine Auswertung zu einem Markt im Zielland ist für dortige Medien interessanter als eine deutsche Studie. Mehr im Beitrag zur Digital PR.
Kunden und Referenzen
Fallstudien mit Kunden aus dem Zielland, die auch auf deren Websites erscheinen.
Muttersprachliche Unterstützung
Die Ansprache von Redaktionen, Partnern und Verbänden sollte in der Landessprache erfolgen und kulturelle Gepflogenheiten berücksichtigen. In manchen Ländern ist eine direkte Ansprache üblich, in anderen wird mehr Wert auf formelle Umgangsformen gelegt. Eine muttersprachliche Person oder eine Agentur im Zielland ist hier oft unverzichtbar.
Vertrauen aufbauen: Journalisten und Partner im Zielland reagieren eher auf ein Unternehmen, das dort einen Ansprechpartner, eine lokale Telefonnummer und Inhalte in ihrer Sprache hat. Die Länderversion der Website ist die Visitenkarte für den Linkaufbau.
Ein Vorgehen
- Wettbewerber im Zielland analysieren: Welche Links haben die lokalen Marktführer? Welche Quellen verlinken mehrere von ihnen?
- Bestehende Beziehungen nutzen: Händler, Partner, Kunden, Verbände im Zielland.
- Verlinkenswerte Inhalte in der Landessprache: Ratgeber, Studien, Werkzeuge mit Bezug zum Land.
- Ansprache in der Landessprache: persönlich, mit Nutzen für den Empfänger.
- Präsenz vor Ort: Messen, Veranstaltungen, Mitgliedschaften.
- Messen: verweisende Domains aus dem Zielland, Rankings der Länderversion, Besucher aus dem Land.
Fehler, die ich oft sehe
- Links von Websites aus dem falschen Land: Viele Links aus Linknetzwerken mit Domains aus beliebigen Ländern helfen nicht und können schaden.
- Gekaufte Links in großen Paketen: Das Risiko ist international dasselbe wie im Heimatmarkt, siehe Linkkauf.
- Deutschsprachige Anfragen an fremdsprachige Medien.
- Links auf die deutsche Version statt auf die passende Länderversion.
Wie lange es dauert
Der Aufbau von Bekanntheit in einem neuen Markt ist ein Prozess über viele Monate. Die ersten Links kommen meist schnell über Partner und Verzeichnisse. Redaktionelle Links aus Fachmedien brauchen länger und hängen davon ab, wie aktiv das Unternehmen im Zielland ist.
Ein Beispiel für den Markteintritt
Ein Hersteller von Holzspielgeräten aus Rheinland-Pfalz wollte in den Niederlanden Fuß fassen. Die niederländische Version der Website war sauber übersetzt, rankte aber kaum. Die Analyse zeigte, dass die stärksten niederländischen Wettbewerber von Verbänden für Spielplatzsicherheit, von Gemeindeportalen mit Ausschreibungen und von Fachzeitschriften für Kommunen verlinkt wurden. Über einen niederländischen Vertriebspartner gelang der Kontakt zu einem Verband, eine Fachzeitschrift veröffentlichte einen Beitrag über Sicherheitsnormen mit Zitaten des Herstellers, und mehrere Gemeinden verlinkten nach Projekten auf die Referenzseite. Nach etwa einem Jahr erschien die niederländische Version für die wichtigsten Begriffe auf der ersten Seite.
Kulturelle Unterschiede in der Ansprache
Wie Linkanfragen und Pressearbeit ankommen, unterscheidet sich von Land zu Land. In den Niederlanden und Skandinavien schätzt man eine direkte, sachliche Ansprache. In Frankreich oder Italien spielen persönliche Beziehungen und formelle Höflichkeit oft eine größere Rolle. In der Schweiz wird Zurückhaltung geschätzt, übertriebene Werbesprache wirkt dort besonders störend. Wer diese Unterschiede kennt oder muttersprachliche Unterstützung hat, erzielt deutlich bessere Antwortquoten.
Messung je Land
In Backlink-Werkzeugen lassen sich verweisende Domains nach Ländern oder Top-Level-Domains filtern. So wird sichtbar, ob die Zahl der Links aus dem Zielland wächst. Ergänzend zeigen die Leistungsdaten der Länderversion in der Search Console, ob die Sichtbarkeit im Zielland zunimmt.
Noch Fragen?
Helfen Links von der deutschen Website auf die Länderversion?
Interne Links zwischen den Versionen sind sinnvoll und nötig. Sie ersetzen aber keine Links aus dem Zielland.
Sollten Partner auf die Startseite oder die Länderversion verlinken?
Auf die Länderversion, die für ihre Leser passt. Ein österreichischer Händler verlinkt idealerweise auf die österreichische Version.
Brauche ich für jedes Land eine eigene Agentur?
Nicht unbedingt. Eine Agentur mit internationalem Netzwerk oder die Zusammenarbeit mit muttersprachlichen Fachleuten in den Zielländern kann ausreichen.