Ankertexte: Netz aus verbundenen Seiten und Themen rund um einen zentralen Knoten

Was ein Ankertext ist

Im HTML-Code sieht ein Link so aus:

<a href="https://www.beispiel.de/dachsanierung">Dachsanierung vom Meisterbetrieb</a>

Der Text zwischen den Tags, hier „Dachsanierung vom Meisterbetrieb“, ist der Ankertext. Bei verlinkten Bildern übernimmt das Alt-Attribut des Bildes diese Rolle.

Warum Ankertexte wichtig sind

Seit den Anfängen von Google gilt der Ankertext als Hinweis darauf, worum es auf der verlinkten Seite geht. Die Idee: Wer auf eine Seite verweist, beschreibt sie oft treffender, als die Seite sich selbst beschreibt. Das Signal war so stark, dass Seiten früher für Begriffe ranken konnten, die auf ihnen gar nicht vorkamen – allein weil viele Links mit diesem Text auf sie zeigten.

Diese Stärke hat zu massivem Missbrauch geführt. Linkkäufer bestellten Links gezielt mit ihren Wunsch-Keywords als Ankertext. Das Penguin-Update von 2012 hat diesem Vorgehen einen Riegel vorgeschoben. Seitdem gilt ein unnatürlich hoher Anteil exakter Keyword-Anker bei externen Links als Warnsignal.

Die Arten von Ankertexten

Art Beispiel für eine Seite über Dachsanierung Typisch für
Exakt (Exact Match) „Dachsanierung“ interne Links, gelegentlich natürliche externe Links
Teilweise (Partial Match) „Tipps zur Dachsanierung vom Profi“ natürliche externe und interne Links
Marke „Dachdeckerei Müller“ die häufigste natürliche Form externer Links
Marke plus Keyword „Dachsanierung von Dachdeckerei Müller“ Presseberichte, Verzeichnisse
URL „www.dachdeckerei-mueller.de“ Verzeichnisse, Foren, Erwähnungen
Allgemein „hier“, „mehr erfahren“, „diese Seite“ Blogs, Foren
Bild Alt-Text des verlinkten Bildes Logos, Banner
Themenverwandt „Dach neu decken lassen“ natürliche Links

Interne Ankertexte: beschreibend und klar

Bei internen Links haben Sie die volle Kontrolle, und Google hat bestätigt, dass beschreibende, auch keywordreiche interne Ankertexte kein Problem darstellen. Nutzen Sie diese Möglichkeit:

  • Beschreiben Sie das Ziel. Der Leser sollte vor dem Klick wissen, was ihn erwartet.
  • Verwenden Sie das Thema der Zielseite. Auf eine Seite über Dachsanierung verlinken Sie mit „Dachsanierung“, „Sanierung des Daches“ oder „Kosten einer Dachsanierung“ – je nach Kontext.
  • Variieren Sie natürlich. Nicht jeder Link auf dieselbe Seite muss exakt gleich lauten.
  • Verzichten Sie auf „hier klicken“. Solche Anker verschenken das Signal und sind auch für Screenreader-Nutzer wenig hilfreich, die Links oft als Liste ohne Kontext hören.
  • Verlinken Sie verschiedene Seiten nicht mit demselben Anker. Wenn „Dachsanierung“ mal auf die Leistungsseite und mal auf einen Blogartikel zeigt, erschwert das Google die Zuordnung. Das kann zur Keyword-Kannibalisierung beitragen.

Externe Ankertexte: Vielfalt ist das Merkmal der Natürlichkeit

Bei Links von anderen Websites haben Sie in der Regel keine direkte Kontrolle – und das ist auch gut so. Natürliche Linkprofile zeichnen sich durch Vielfalt aus. Die meisten Menschen verlinken ein Unternehmen mit seinem Namen oder seiner Adresse, seltener mit einem Keyword.

Ein Profil, in dem ein Großteil der externen Links exakt „Dachsanierung Koblenz“ lautet, wirkt künstlich. Genau solche Muster erkennt Google und wertet sie als Hinweis auf Manipulation. Wie ein gesundes Verhältnis aussieht, beschreibt der Beitrag Ankertext-Verteilung.

Wenn Sie selbst Einfluss haben

Bei Gastbeiträgen, Kooperationen oder Einträgen, bei denen Sie den Ankertext selbst wählen dürfen, sollten Sie der Versuchung widerstehen, jedes Mal das Hauptkeyword einzusetzen. Markenname, URL oder eine natürliche Beschreibung sind die sichereren Optionen.

Google bewertet nicht nur den Ankertext selbst, sondern auch den Text in seiner Umgebung. Ein Link mit dem Anker „hier“ in einem Satz wie „Einen ausführlichen Kostenvergleich für Dachsanierungen finden Sie hier“ enthält im Umfeld viele Informationen über die Zielseite. Das mildert die Schwäche allgemeiner Anker etwas ab, ersetzt aber keinen beschreibenden Linktext.

Ankertexte analysieren

Interne Anker: Ein Crawler zeigt für jede URL, mit welchen Texten intern auf sie verlinkt wird. Prüfen Sie für Ihre wichtigsten Seiten, ob die Anker das Thema beschreiben und ob keine anderen Seiten mit denselben Ankern verlinkt werden.

Externe Anker: Tools wie Ahrefs, Semrush oder Sistrix zeigen die Ankertexte eingehender Links. Achten Sie auf ungewöhnliche Häufungen exakter Keywords und auf Anker, die auf Spam hindeuten, etwa Begriffe aus fremden Themen oder Sprachen.

Checkliste

Ankertexte prüfen
  • Interne Links beschreiben ihr Ziel verständlich
  • Kein „hier klicken“ oder „mehr“ bei wichtigen Links
  • Jede wichtige Seite wird mit passenden, leicht variierenden Ankern intern verlinkt
  • Derselbe Anker zeigt nicht auf verschiedene Seiten
  • Externe Anker sind überwiegend Marke, URL und natürliche Formulierungen
  • Keine auffällige Häufung exakter Keyword-Anker bei externen Links
  • Verlinkte Bilder haben aussagekräftige Alt-Texte

Kurz beantwortet

Sind Keywords im Ankertext noch wichtig?

Ja, als Hinweis auf das Thema der Zielseite. Bei internen Links sind sie unbedenklich und hilfreich. Bei externen Links sollten sie nur einen kleinen Teil ausmachen.

Wie lang sollte ein Ankertext sein?

So kurz wie möglich, so lang wie nötig, um das Ziel zu beschreiben. Meist sind das zwei bis sechs Wörter.

Was bedeutet ein Ankertext bei einem Bildlink?

Bei verlinkten Bildern verwendet Google das Alt-Attribut als Ankertext. Ein beschreibender Alt-Text ist deshalb auch für die Linkbewertung wichtig.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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