Jimdo SEO: Übereinanderliegende Ebenen eines Website-Systems

Zwei Varianten von Jimdo

Jimdo bietet zwei unterschiedliche Produkte, die sich in Bedienung und Möglichkeiten unterscheiden:

  • Jimdo Creator: die klassische Variante mit mehr Gestaltungsfreiheit, eigenem Code und mehr Einstellungen.
  • Jimdo Dolphin, heute meist einfach als Jimdo-Website-Baukasten vermarktet: die neuere Variante, bei der die Website mit Hilfe eines Assistenten erstellt wird, einfacher, aber mit weniger Freiheiten.

Welche Variante genutzt wird, bestimmt die verfügbaren SEO-Funktionen. Ein Wechsel zwischen den Varianten ist nicht direkt möglich.

SEO-Funktionen

Funktion Verfügbarkeit
Title und Beschreibung pro Seite ja, in kostenpflichtigen Tarifen umfassender
URL-Segmente anpassen eingeschränkt, abhängig von der Variante
Überschriften H1 bis H3 ja
Alternativtexte für Bilder ja
XML-Sitemap automatisch
Weiterleitungen in bestimmten Tarifen
Noindex für einzelne Seiten in bestimmten Tarifen
Eigener Code im Kopfbereich im Creator möglich
Strukturierte Daten eingeschränkt, im Creator über eigenen Code

Die genauen Funktionen hängen vom Tarif ab. In den kostenlosen Varianten sind SEO-Einstellungen stark eingeschränkt, und die Website läuft unter einer Jimdo-Subdomain. Für ein Unternehmen ist eine eigene Domain Voraussetzung für einen seriösen Auftritt.

Was trotzdem gut funktioniert

Für eine kleine lokale Website mit fünf bis zwanzig Seiten reichen die Möglichkeiten oft aus:

  • klare Seiten für die wichtigsten Leistungen
  • Title und Beschreibung mit Leistung und Ort
  • eine H1 pro Seite
  • Kontaktseite mit Adresse und Öffnungszeiten
  • Verbindung mit einem gut gepflegten Google-Unternehmensprofil

In lokalen Märkten mit wenig Konkurrenz ranken solche Websites oft gut. Der größere Hebel liegt dann ohnehin beim Google-Unternehmensprofil und bei den Bewertungen.

Die Grenzen

  • wenig Kontrolle über den Code und die Ladezeit
  • eingeschränkte Möglichkeiten für strukturierte Daten
  • begrenzte Gestaltung von URL-Strukturen
  • keine komplexen Websites mit vielen Seiten, Standorten oder Filtern
  • schwieriger Umzug zu einem anderen System

Wann ein Wechsel sinnvoll ist: Wenn die Website wachsen soll, wenn ein Ratgeberbereich mit vielen Artikeln entstehen soll, wenn mehrere Standorte abgebildet werden müssen oder wenn Wettbewerber mit deutlich stärkeren Websites auftreten, stößt Jimdo an Grenzen. Dann lohnt sich der Blick auf ein System mit mehr Möglichkeiten.

Die wichtigsten Schritte für eine Jimdo-Website

  1. Eigene Domain verbinden
  2. Für jede Seite Title und Beschreibung pflegen
  3. Überschriften nach Struktur vergeben
  4. Bilder vor dem Hochladen verkleinern und mit Alternativtexten versehen
  5. Kontaktdaten und Impressum vollständig
  6. Search Console einrichten und die Sitemap einreichen
  7. Unternehmensprofil bei Google vollständig pflegen

Umzug von Jimdo

Beim Wechsel zu einem anderen System ändern sich meist alle URLs. Ob Weiterleitungen möglich sind, hängt vom Tarif und davon ab, ob die Domain beim neuen System weiterläuft. In der Regel werden die Weiterleitungen beim neuen System eingerichtet, sobald die Domain dorthin zeigt. Eine vollständige Liste der alten URLs vor dem Umzug ist unverzichtbar. Mehr im Beitrag zum Website-Relaunch.

Inhalte, die auch auf kleinen Websites wirken

Die Grenzen des Baukastens lassen sich teilweise durch gute Inhalte ausgleichen. Für eine kleine Jimdo-Website bewährt sich folgender Aufbau:

  • Startseite: kurz erklären, was angeboten wird, für wen und wo, mit Telefonnummer und Kontaktmöglichkeit gut sichtbar
  • Eine Seite pro wichtiger Leistung: mit Ablauf, Preisrahmen, Fotos von eigenen Arbeiten und häufigen Fragen
  • Über uns: Menschen, Geschichte, Qualifikationen
  • Referenzen: echte Projekte mit Fotos und Ort
  • Kontakt: Adresse, Karte, Öffnungszeiten, Anfahrt

Mit sechs bis zwölf gut gemachten Seiten lässt sich in vielen lokalen Märkten eine solide Sichtbarkeit erreichen. Wichtig ist, dass jede Seite eine klare Aufgabe hat und nicht mehrere Leistungen vermischt.

Häufige Fehler bei Jimdo-Websites

  • Website unter der Jimdo-Subdomain statt einer eigenen Domain
  • Seitentitel ohne Leistung und Ort, etwa nur „Startseite" oder der Firmenname
  • Texte als Bild, etwa eingescannte Flyer oder Preislisten
  • Sehr große Bilder, die die Ladezeit auf dem Smartphone verschlechtern
  • Seiten ohne Inhalt, etwa „Aktuelles" ohne Beiträge seit Jahren

Den richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel erkennen

Einige Zeichen sprechen dafür, dass die Website dem Baukasten entwachsen ist:

  • Wettbewerber mit größeren Websites ranken dauerhaft vor dem eigenen Betrieb, obwohl das Unternehmensprofil gut gepflegt ist.
  • Neue Leistungen oder Standorte lassen sich nicht sinnvoll abbilden.
  • Ein Ratgeberbereich soll entstehen, und die Pflege vieler Artikel wird mühsam.
  • Die Ladezeit bleibt trotz verkleinerter Bilder schlecht.

In diesen Fällen lohnt ein Vergleich der Möglichkeiten, siehe CMS-Wahl. Ein Wechsel ist dann oft eine Investition, die sich über mehrere Jahre auszahlt.

Gut zu wissen

Kann Jimdo mit WordPress mithalten?

Für kleine Websites mit wenigen Seiten ja, besonders in lokalen Märkten. Für größere und ambitionierte Projekte bietet WordPress deutlich mehr Möglichkeiten.

Welcher Tarif ist für SEO nötig?

Mindestens ein Tarif mit eigener Domain und erweiterten SEO-Einstellungen. Die genauen Leistungen ändern sich gelegentlich und sollten beim Anbieter geprüft werden.

Wie lange dauert ein Umzug?

Für eine kleine Website mit zehn bis zwanzig Seiten oft nur wenige Tage. Wichtig ist eine sorgfältige Planung der Weiterleitungen.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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