
Wie Mandanten suchen
- Nach dem Problem: „Kündigung erhalten was tun", „Mieterhöhung widersprechen", „Unfall nicht schuld Schmerzensgeld"
- Nach dem Rechtsgebiet und Ort: „Anwalt Arbeitsrecht Koblenz", „Fachanwalt Familienrecht Neuwied"
- Nach Kosten: „Anwalt Erstberatung Kosten", „Scheidung Kosten"
- Nach Fristen und Dringlichkeit: „Kündigungsschutzklage Frist", „Anwalt sofort"
- Nach Namen: gezielte Suche nach einer Kanzlei, oft mit „Erfahrungen"
Die Suchen nach dem Problem kommen zuerst, oft Tage oder Wochen vor der Suche nach einem Anwalt. Kanzleien, die hier mit guten Inhalten präsent sind, werden früh als kompetent wahrgenommen.
Rechtsgebiete als Themen
Die Grundstruktur einer Kanzlei-Website orientiert sich an den Rechtsgebieten:
- eine Übersichtsseite je Rechtsgebiet mit den typischen Fällen, der Arbeitsweise und den zuständigen Anwälten
- Unterseiten für häufige Fallkonstellationen, etwa im Arbeitsrecht Kündigung, Abfindung, Arbeitszeugnis, Aufhebungsvertrag
- Ratgeber zu häufigen Fragen
Kanzleien mit wenigen Schwerpunkten haben es oft leichter als Kanzleien, die alles anbieten. Wer sich auf zwei oder drei Rechtsgebiete konzentriert, kann dort Inhalte mit echter Tiefe aufbauen. Mehr im Beitrag zur Topical Authority.
Ratgeber mit Fachwissen
Rechtliche Themen gehören zu den YMYL-Bereichen, bei denen Google hohe Anforderungen an Fachwissen und Vertrauen stellt. Gute Kanzlei-Ratgeber:
- sind von Anwältinnen oder Anwälten verfasst, mit Namen und Qualifikation
- erklären die Rechtslage verständlich, mit Verweis auf Gesetze und aktuelle Rechtsprechung
- nennen Fristen und typische Fehler
- enthalten Praxisbeispiele, anonymisiert
- tragen das Datum der Rechtslage und werden bei Änderungen aktualisiert
- weisen darauf hin, dass sie keine individuelle Beratung ersetzen
Eine Arbeitsrechtskanzlei veröffentlichte einen ausführlichen Ratgeber zur Frage, wie hoch eine Abfindung bei Kündigung üblicherweise ausfällt, mit Erklärung der Faustformel, der Einflussfaktoren, typischer Verhandlungsspielräume und einem anonymisierten Rechenbeispiel. Der Artikel rankte nach einigen Monaten für zahlreiche Varianten der Frage und wurde zur wichtigsten Quelle für Erstanfragen, weil Leser am Ende ihren eigenen Fall prüfen lassen wollten.
Mehr zu den Anforderungen in den Beiträgen zu YMYL und Autorenseiten.
Anwaltsprofile als Vertrauensanker
Für jede Anwältin und jeden Anwalt eine eigene Seite mit:
- Werdegang, Zulassung, Fachanwaltstitel
- Schwerpunkten und Erfahrung
- Veröffentlichungen, Vorträgen, Mitgliedschaften
- Foto und Kontaktmöglichkeit
Diese Seiten stärken das Vertrauen der Mandanten und die Glaubwürdigkeit der Inhalte gegenüber Google.
Lokale Sichtbarkeit
- Google-Unternehmensprofil mit passender Kategorie, etwa „Rechtsanwalt" oder spezifischer „Anwalt für Arbeitsrecht", soweit verfügbar
- bei mehreren Standorten eigene Profile und Standortseiten
- Einträge in Anwaltsverzeichnissen, etwa dem der Rechtsanwaltskammern und des Deutschen Anwaltvereins
- Bewertungen auf Google und wichtigen Anwaltsportalen
Mehr im Beitrag zu Local SEO.
Berufsrecht
Anwaltliche Werbung ist erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. So sehen es die Bundesrechtsanwaltsordnung und die Berufsordnung für Rechtsanwälte vor. Dazu kommen die allgemeinen Regeln des Wettbewerbsrechts. Für SEO bedeutet das:
- sachliche Informationen über Tätigkeitsbereiche und Qualifikationen sind zulässig
- Fachanwaltstitel dürfen nur geführt werden, wenn sie verliehen wurden
- Angaben zu Schwerpunkten müssen zutreffen
- keine irreführenden Superlative, keine Erfolgsgarantien
Bewertungen und Schweigepflicht: Bei Antworten auf Bewertungen darf die anwaltliche Verschwiegenheit nicht verletzt werden. Schon die Bestätigung eines Mandatsverhältnisses kann problematisch sein. Antworten sollten allgemein und zurückhaltend formuliert werden.
Kontakt und Erstberatung
Viele Mandanten wollen vor der Kontaktaufnahme wissen, was eine Erstberatung kostet und wie schnell ein Termin möglich ist. Klare Informationen dazu, verschiedene Kontaktwege und ein einfaches Formular senken die Hürde. Bei eiligen Rechtsgebieten wie Strafrecht oder Arbeitsrecht mit kurzen Fristen ist eine gut sichtbare Telefonnummer besonders wichtig.
Prioritäten
| Priorität | Maßnahme |
|---|---|
| 1 | Klare Struktur nach Rechtsgebieten mit guten Übersichtsseiten |
| 2 | Anwaltsprofile mit Qualifikationen |
| 3 | Google-Unternehmensprofil und Verzeichnisse |
| 4 | Ratgeber zu den häufigsten Fällen in den Schwerpunkten |
| 5 | Bewertungen aufbauen |
| 6 | Pflege der Ratgeber bei Rechtsänderungen |
Dringende Rechtsgebiete
In manchen Rechtsgebieten suchen Mandanten unter Zeitdruck: Strafrecht nach einer Vorladung oder Durchsuchung, Arbeitsrecht mit der Drei-Wochen-Frist für die Kündigungsschutzklage, Verkehrsrecht nach einem Unfall. Für diese Suchen zählt vor allem schnelle Erreichbarkeit:
- Telefonnummer oben auf jeder Seite, auf dem Smartphone mit einem Fingertipp anrufbar
- klare Angaben zu Erreichbarkeit, auch außerhalb der Bürozeiten, wenn angeboten
- kurze Seiten mit den wichtigsten Sofortmaßnahmen, etwa „Was tun bei einer Hausdurchsuchung?"
- ein Kontaktformular, das in wenigen Sekunden ausgefüllt ist
Kanzleien mit mehreren Standorten
Kanzleien mit Büros in mehreren Städten brauchen für jeden Standort eine eigene Seite und ein eigenes Unternehmensprofil. Auf der Standortseite sollten die dort tätigen Anwältinnen und Anwälte, ihre Rechtsgebiete, Anfahrt und Kontakt stehen. Wenn ein Rechtsgebiet nur an einem Standort betreut wird, sollte das klar erkennbar sein, damit Mandanten nicht enttäuscht werden. Mehr im Beitrag zu mehreren Standorten.
Fachanwaltstitel und Spezialisierung sichtbar machen
Fachanwaltstitel sind für Mandanten ein wichtiges Qualitätsmerkmal und werden gezielt gesucht, etwa „Fachanwalt für Familienrecht" plus Ort. Sie sollten im Titel der Rechtsgebietsseite, auf den Anwaltsprofilen, im Unternehmensprofil und in den Verzeichnissen der Kammern einheitlich erscheinen. Strukturierte Daten für die Kanzlei und die Personen unterstützen die Zuordnung.
Noch Fragen?
Lohnt sich SEO für kleine Kanzleien?
Ja, besonders mit klarem Schwerpunkt. Eine kleine Kanzlei mit hervorragenden Inhalten zu einem Rechtsgebiet kann in ihrer Region gegen große Kanzleien bestehen.
Wie gehe ich mit Anwaltsvermittlungsportalen um?
Portale ranken oft für allgemeine Suchen. Ein Profil kann sinnvoll sein, die eigene Website bleibt aber die wichtigste Grundlage, weil sie Vertrauen und Unabhängigkeit schafft.
Wie oft müssen Rechtsratgeber aktualisiert werden?
Bei jeder relevanten Änderung von Gesetzen oder Rechtsprechung. Eine regelmäßige Durchsicht, etwa zweimal im Jahr, ist sinnvoll.