
Was Shopify gut macht
- Technische Basis: schnelles Hosting mit CDN, HTTPS, automatische Sitemap, saubere HTML-Grundstruktur.
- Automatische Canonicals: Die meisten Themes setzen Canonical-Tags korrekt.
- Bearbeitbare Metadaten: Title und Beschreibung für Produkte, Collections, Seiten und Blogartikel.
- Weiterleitungen: Beim Ändern einer URL kann Shopify automatisch eine Weiterleitung anlegen.
- Strukturierte Daten: Viele Themes bringen grundlegendes Produkt-Markup mit.
- Märkte: Mit Shopify Markets lassen sich mehrere Länder und Sprachen verwalten.
Die festen Vorgaben
URL-Struktur
Shopify schreibt feste Präfixe vor:
- Produkte:
/products/produktname - Kategorien, bei Shopify „Collections":
/collections/kategoriename - Seiten:
/pages/seitenname - Blog:
/blogs/blogname/artikelname
Diese Präfixe lassen sich nicht entfernen. Für die Rankings ist das nach allem, was man beobachten kann, kein nennenswerter Nachteil. Es schränkt aber die Gestaltung von URL-Hierarchien ein, etwa /garten/rasenmaeher/akku.
Doppelte Produkt-URLs
Wenn ein Produkt über eine Collection aufgerufen wird, erzeugen viele Themes Links wie /collections/rasenmaeher/products/rotak-36. Dasselbe Produkt ist auch unter /products/rotak-36 erreichbar. Shopify setzt das Canonical auf die kurze Produkt-URL. Trotzdem ist es besser, wenn das Theme intern direkt auf die kanonische URL verlinkt. Das lässt sich in vielen Themes mit einer kleinen Anpassung im Code erreichen.
Robots.txt
Die robots.txt lässt sich seit 2021 über eine Vorlagendatei im Theme anpassen. Shopify liefert bereits sinnvolle Standardregeln, etwa für Warenkorb, Checkout und interne Suche.
Collections richtig nutzen
Collections sind die Kategorieseiten bei Shopify. Sie können manuell oder automatisch über Regeln befüllt werden.
- Jede wichtige Collection erhält einen eigenen Title, eine Beschreibung und einen kurzen Einstieg.
- Filter über Tags oder die Shopify-Suche-und-Entdeckung erzeugen Adressen, die gesteuert werden sollten. Filterkombinationen ohne Nachfrage sollten nicht indexiert werden.
- Für wichtige Filterkombinationen mit Nachfrage lohnt sich oft eine eigene Collection mit eigener URL.
Mehr zum Umgang mit Filtern im Beitrag zur facettierten Navigation.
Themes und Ladezeit
Shopify-Themes unterscheiden sich stark in Qualität und Geschwindigkeit. Die offiziellen Themes von Shopify sind meist gut optimiert. Probleme entstehen häufig durch:
- viele Apps, die jeweils eigene Skripte laden
- große Bilder ohne passende Größen
- Schriften und Slider im sichtbaren Bereich
- Überreste deinstallierter Apps im Theme-Code
App-Hygiene: Prüfen Sie regelmäßig, welche Apps wirklich genutzt werden. Nach dem Deinstallieren einer App bleiben manchmal Code-Schnipsel im Theme zurück, die weiterhin laden. Ein Blick in den Theme-Code oder in die Netzwerkanalyse des Browsers zeigt, welche Skripte noch aktiv sind.
Wie man die Ladezeit misst und verbessert, zeigt der Beitrag zu den Core Web Vitals.
Strukturierte Daten
Viele Themes liefern Produkt-Markup, aber nicht immer vollständig. Häufig fehlen Bewertungen, Versandangaben, Rückgabebedingungen oder GTIN. Außerdem erzeugen manche Kombinationen aus Theme und Apps doppeltes Markup, etwa zwei Product-Blöcke mit unterschiedlichen Preisen. Das sollte mit dem Test für Rich-Suchergebnisse geprüft werden. Mehr im Beitrag zum Produkt-Schema.
Inhalte und Blog
Shopify hat eine eingebaute Blogfunktion. Sie ist einfach, aber für Ratgeber ausreichend. Für umfangreiche Ratgeberbereiche nutzen manche Händler zusätzliche Apps oder ein Headless-Setup. Wichtig ist vor allem die interne Verlinkung zwischen Blogartikeln, Collections und Produkten.
Internationale Shops
Mit Shopify Markets lassen sich Sprachen und Länder über Unterverzeichnisse oder eigene Domains abbilden. Shopify setzt hreflang-Angaben automatisch, wenn Märkte richtig eingerichtet sind. Übersetzungen sollten geprüft werden, besonders bei Metadaten und URLs. Mehr im Beitrag zum internationalen SEO.
Typische Stolperfallen
- Standardtitel wie „Produktname – Shopname" für alle Seiten: Für wichtige Collections und Produkte individuelle Titel pflegen.
- Leere Collections: automatisch erstellte Collections ohne Produkte oder mit sehr wenigen.
- Tag-Seiten: URLs wie
/collections/alle/tag-name, die viele doppelte Seiten erzeugen. - Doppelte Inhalte über Varianten-URLs:
?variant=123wird meist auf die Hauptseite kanonisiert. Das ist in Ordnung, verhindert aber Rankings für einzelne Varianten. - Umzug nach Shopify ohne Weiterleitungen: Beim Wechsel von einem anderen System müssen alle alten URLs auf die neuen Shopify-Adressen umgeleitet werden.
Umzug zu Shopify
Beim Wechsel von einem anderen Shopsystem ändern sich fast alle URLs, weil Shopify seine Präfixe vorschreibt. Deshalb ist eine vollständige Liste der alten URLs und ihrer neuen Ziele unverzichtbar. Shopify bietet einen Import für Weiterleitungen per CSV-Datei. Details im Beitrag zum Shop-Relaunch.
Was Leser oft wissen wollen
Ist Shopify schlechter für SEO als andere Systeme?
Nein. Die festen URL-Präfixe und einige Einschränkungen sind Nachteile, dafür ist die technische Basis stabil. Viele sehr erfolgreiche Shops laufen auf Shopify.
Brauche ich eine SEO-App?
Nicht zwingend. Viele Funktionen sind im Standard enthalten. Apps können bei strukturierten Daten, Bildkomprimierung oder Massenbearbeitung von Metadaten helfen. Jede App sollte auf ihre Auswirkung auf die Ladezeit geprüft werden.
Kann ich die Präfixe mit Headless umgehen?
Ja. Bei einem Headless-Setup, bei dem Shopify nur als Backend dient und ein eigenes Frontend die Seiten ausliefert, sind freie URLs möglich. Das ist aber aufwendiger und teurer.