Google Lens: Aufbau einer Webseite mit markierten Stellen für Titel, Überschriften und Inhalte

Wie visuelle Suche funktioniert

Google Lens analysiert ein Bild und erkennt Objekte, Texte, Orte, Pflanzen, Tiere, Produkte oder Sehenswürdigkeiten. Anschließend zeigt Lens passende Ergebnisse: ähnliche Bilder, Informationen, Websites, Produkte mit Preisen und Händlern.

Die visuelle Suche ist in mehreren Formen verfügbar:

  • Google Lens: in der Google-App, in der Kamera vieler Android-Geräte, in Chrome und in Google Fotos
  • Circle to Search: auf vielen Android-Geräten lässt sich ein beliebiger Bereich des Bildschirms einkreisen, um danach zu suchen
  • Multisearch: Bild und Text kombinieren, etwa ein Foto eines Kleides mit dem Zusatz „in Blau"
  • Bildersuche: klassische Suche nach Bildern mit Text

Google hat 2024 angegeben, dass Lens für fast 20 Milliarden visuelle Suchen pro Monat genutzt wird, und dass ein erheblicher Teil davon mit Einkaufen zu tun hat.

Wofür Menschen visuell suchen

Anlass Beispiel
Produkt finden Schuhe, Möbel, Lampen, die man irgendwo gesehen hat
Ersatzteil identifizieren Dichtung, Schraube, Lampensockel
Pflanze oder Tier bestimmen Unkraut im Garten, Insekt
Text übersetzen Speisekarte, Schild, Beipackzettel
Ort erkennen Gebäude, Sehenswürdigkeit
Hilfe bei Aufgaben Mathematikaufgabe, Fehlermeldung auf einem Gerät

Was für Händler zählt

Produktdaten im Merchant Center

Die wichtigste Quelle für Produktergebnisse in Lens sind die Daten aus dem Google Merchant Center. Produkte mit kostenlosen Einträgen oder Shopping-Anzeigen können bei passenden visuellen Suchen erscheinen. Mehr im Beitrag zum Google Merchant Center.

Gute Produktbilder

  • mehrere Ansichten, klar erkennbar
  • hohe Auflösung
  • ein Hauptbild auf neutralem Hintergrund
  • zusätzliche Bilder in Anwendung, weil Nutzer oft Fotos aus dem Alltag machen

Strukturierte Daten

Produkt-Markup mit Bildern, Preis, Verfügbarkeit, Marke und GTIN hilft Google, Produkte eindeutig zuzuordnen. Siehe Produkt-Schema.

Eindeutige Kennungen

GTIN, also die EAN-Nummer, und Herstellerartikelnummer helfen Google, dasselbe Produkt bei verschiedenen Händlern zu erkennen.

Was für alle Websites zählt

Auch ohne Shop kann eine Website über visuelle Suche gefunden werden, etwa ein Ratgeber zu Gartenpflanzen, ein Handwerksbetrieb mit Fotos von Arbeiten oder ein Hotel mit Bildern seiner Zimmer.

  • Eigene, echte Fotos statt Stockbilder. Stockbilder erscheinen auf Tausenden Websites, eigene Bilder sind einzigartig.
  • Beschreibende Dateinamen und Alternativtexte, siehe Alt-Attribut.
  • Bilder im passenden Textumfeld: Der Text um das Bild herum hilft Google, den Inhalt einzuordnen.
  • Bilder crawlbar: keine Bilder, die nur per JavaScript ohne normale Bildelemente geladen werden.
  • Moderne Formate und passende Größen, siehe Bildformate.
  • Bild-Sitemap für Websites mit vielen wichtigen Bildern.

Grundlagen im Beitrag zu Bilder-SEO.

Testen, was Lens sieht: Fotografieren Sie Ihre eigenen Produkte oder typische Motive Ihrer Branche mit Google Lens und prüfen Sie, welche Ergebnisse erscheinen. Wenn Wettbewerber oder Marktplätze auftauchen und Sie nicht, fehlen meist Produktdaten oder gute Bilder.

Visuelle Suche und KI

Google verbindet Lens zunehmend mit KI-Funktionen. Nutzer können zu einem Foto Fragen stellen und erhalten eine KI-Übersicht als Antwort. Die Quellen für diese Antworten stammen wie bei den AI Overviews aus dem Index. Mehr dazu im Beitrag zu AI Overviews.

Visuelle Suche im lokalen Einzelhandel

Für Geschäfte mit Ladenlokal bietet die visuelle Suche eine besondere Chance. Wer mit Lens ein Produkt fotografiert, sieht oft auch, welche Geschäfte in der Nähe es vorrätig haben, sofern die Händler ihr lokales Inventar an Google übermitteln. Ein Fahrradladen, der seine Ersatzteile mit Verfügbarkeit im Merchant Center pflegt, kann so Kunden gewinnen, die ein defektes Teil fotografieren und schnell Ersatz brauchen.

Bilder für die visuelle Suche vorbereiten

Aspekt Empfehlung
Hintergrund für Hauptbilder neutral, für weitere Bilder in echter Umgebung
Perspektive mehrere Winkel, Details wie Etiketten oder Anschlüsse
Auflösung groß genug für Zoom, aber komprimiert
Dateiname beschreibend, etwa „akku-rasenmaeher-36cm-seitenansicht.webp"
Alternativtext Produkt, Merkmal, Farbe in einem Satz
Umfeld Bild nahe am beschreibenden Text

Datenschutz bei Bildern

Bei Fotos von Menschen, etwa Mitarbeitenden oder Kunden bei Veranstaltungen, sind die Rechte der abgebildeten Personen zu beachten. Für Bilder, die über die visuelle Suche gefunden werden können, gilt das besonders, weil sie leichter in anderen Zusammenhängen auftauchen. Eine Einwilligung der abgebildeten Personen sollte vorliegen, bevor Fotos veröffentlicht werden.

Fragen aus der Praxis

Kann ich sehen, wie oft meine Produkte in Lens erscheinen?

Eine eigene Auswertung für Lens gibt es nicht. Hinweise liefern die Berichte im Merchant Center und die Bildersuche in der Search Console.

Ist visuelle Suche nur für Mode und Möbel relevant?

Nein. Auch Ersatzteile, Werkzeuge, Pflanzen, Lebensmittel, Kunst und viele andere Bereiche werden häufig visuell gesucht.

Helfen KI-generierte Produktbilder?

Für die Wiedererkennung durch Lens sind echte Fotos der tatsächlichen Produkte besser. Generierte Bilder können vom realen Produkt abweichen und Kunden enttäuschen.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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