Linkverlust: Netz aus verbundenen Seiten und Themen rund um einen zentralen Knoten

Jede Website verliert laufend Links. Das ist normal, weil sich das Web ständig verändert. Studien zur Linkfäule zeigen, dass ein erheblicher Teil der Links, die vor einigen Jahren gesetzt wurden, heute ins Leere führt. Für Betreiber heißt das: Ohne neuen Linkaufbau schrumpft ein Linkprofil mit der Zeit.

Problematisch wird es, wenn wertvolle Links verloren gehen oder viele auf einmal, etwa nach einem Relaunch.

Ursachen auf der fremden Website

Ursache Beschreibung Rückholbar?
Seite gelöscht Der Artikel mit dem Link existiert nicht mehr selten
Inhalt überarbeitet Der Link wurde beim Aktualisieren entfernt manchmal
Website eingestellt Die Domain ist abgelaufen oder leer nein
Link ersetzt Der Autor verlinkt nun eine andere Quelle manchmal
Attribut geändert Der Link erhält nachträglich nofollow selten
Technische Umstellung Neues CMS, fehlerhafte Übernahme von Links oft, mit freundlichem Hinweis

Ursachen auf der eigenen Website

Diese Fälle sind besonders ärgerlich, weil sie vermeidbar sind:

  • Seiten gelöscht ohne Weiterleitung: Links auf die alte Adresse führen zu einem 404-Fehler.
  • URLs geändert beim Relaunch: Neue Struktur, aber keine vollständige Weiterleitungsliste.
  • Protokoll- oder Domainwechsel: Umstellung auf https oder eine neue Domain ohne saubere Weiterleitungen aller Varianten.
  • Weiterleitungsketten: Mehrere Weiterleitungen hintereinander, die Google irgendwann nicht mehr verfolgt.
  • Weiterleitungen auf die Startseite: Statt auf den passenden Inhalt leitet alles auf die Startseite. Google behandelt solche Weiterleitungen oft wie einen 404-Fehler, wenn der Zielinhalt nicht zum ursprünglichen passt.

Ein Betrieb für Solartechnik hatte beim Relaunch seine Ratgeberseiten in einen neuen Bereich verschoben. Die Agentur hatte Weiterleitungen für die Leistungsseiten eingerichtet, die Ratgeber aber vergessen. Genau diese Ratgeber hatten die meisten externen Links, darunter von einer Verbraucherzentrale und mehreren Gemeinden. Drei Monate nach dem Relaunch war die Sichtbarkeit um ein Drittel gesunken. Nach dem Einrichten von 140 fehlenden Weiterleitungen erholte sie sich innerhalb von etwa sechs Wochen weitgehend.

Verluste erkennen

Backlink-Werkzeuge

Ahrefs, Semrush und Majestic zeigen verlorene Links mit Datum und Grund, etwa „Seite nicht mehr erreichbar" oder „Link entfernt". Eine monatliche Kontrolle genügt meist.

404-Seiten mit Links

Die wichtigste Prüfung: Welche Seiten der eigenen Website liefern einen Fehler, haben aber externe Links? Viele Werkzeuge zeigen das direkt an. Alternativ kombiniert man eine Liste der verlinkten Seiten aus der Search Console mit einem Crawl.

Search Console

Im Bericht zur Seitenindexierung erscheinen Seiten mit dem Status „Nicht gefunden (404)". Seiten, die dort auftauchen und früher Besucher hatten, verdienen einen genauen Blick.

Weiterleitungen einrichten

Für alle eigenen Seiten, die nicht mehr existieren, aber Links haben, wird eine 301-Weiterleitung auf den passendsten vorhandenen Inhalt eingerichtet. Wichtig ist die inhaltliche Nähe: Eine alte Seite zu Wärmepumpen leitet auf die neue Seite zu Wärmepumpen, nicht auf die Startseite. Details im Beitrag zu Weiterleitungen.

Inhalte wiederherstellen

Wenn eine gelöschte Seite viele wertvolle Links hatte und es keinen passenden Ersatz gibt, kann es sinnvoll sein, sie in überarbeiteter Form unter der alten Adresse wiederherzustellen.

Betreiber ansprechen

Wenn ein Link bei einer Überarbeitung versehentlich entfernt wurde oder auf eine alte Adresse zeigt, hilft oft eine kurze, freundliche Nachricht mit der richtigen Adresse.

Ersatz anbieten

Wenn ein Link entfernt wurde, weil der eigene Inhalt veraltet war, lohnt es sich, den Inhalt zu aktualisieren und den Betreiber darauf hinzuweisen.

Verluste beim Relaunch vermeiden

Checkliste für Relaunch und Umzug: - vor dem Relaunch alle URLs mit externen Links exportieren - für jede alte URL eine passende neue Adresse festlegen - Weiterleitungen vor dem Livegang testen - nach dem Livegang alle alten URLs erneut prüfen - Weiterleitungen dauerhaft bestehen lassen, mindestens ein Jahr, besser länger - Search Console und Backlink-Werkzeuge in den Wochen danach engmaschig beobachten

Ausführlich dazu die Beiträge zum Website-Relaunch und zum Domainumzug.

Wie viel Verlust normal ist

Eine feste Grenze gibt es nicht. Ein kontinuierlicher, geringer Verlust ist normal und wird durch neue Links ausgeglichen. Alarmsignale sind:

  • ein plötzlicher Verlust vieler Domains innerhalb weniger Wochen
  • der Verlust besonders wertvoller Quellen
  • ein Anstieg der 404-Seiten mit Links nach Änderungen an der eigenen Website

Kurz beantwortet

Wie lange sollten Weiterleitungen bestehen bleiben?

Google empfiehlt, sie mindestens ein Jahr bestehen zu lassen. Für Seiten mit wertvollen externen Links ist es sinnvoll, sie dauerhaft beizubehalten, weil die externen Links oft noch Jahre auf die alte Adresse zeigen.

Gibt eine Weiterleitung die volle Linkkraft weiter?

Google hat erklärt, dass 301- und 302-Weiterleitungen keine Linkkraft verlieren. Voraussetzung ist, dass das Ziel inhaltlich passt.

Lohnt es sich, jeden verlorenen Link zurückzuholen?

Nein. Konzentrieren Sie sich auf Links aus wertvollen Quellen und auf Verluste, die durch die eigene Website verursacht wurden.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

Mehr über SEOKönig