
Die Besonderheiten der Industrie
- Kleine Suchvolumen, hohe Auftragswerte: Begriffe wie „Förderband Edelstahl Lebensmittelindustrie" haben wenige Suchen, aber jeder Auftrag kann erheblichen Umsatz bringen.
- Fachsprache: Suchende verwenden Fachbegriffe, Normen, Typenbezeichnungen, Materialangaben.
- Mehrere Entscheider: Technik, Einkauf, Geschäftsführung und Qualitätssicherung suchen jeweils anders.
- Internationale Märkte: Viele Hersteller verkaufen weltweit und brauchen Inhalte in mehreren Sprachen.
- Lange Entscheidungswege: Zwischen erster Recherche und Auftrag vergehen oft Monate.
Die Grundlagen beschreibt der Beitrag zum B2B-SEO.
Technische Suchbegriffe finden
Keyword-Werkzeuge zeigen für viele Industriebegriffe kaum Daten. Bessere Quellen sind:
- Vertrieb und Anwendungstechnik: Welche Begriffe verwenden Kunden in Anfragen?
- Anfragen und Ausschreibungen: Welche Anforderungen werden beschrieben?
- Normen und Richtlinien: Nach welchen Normen wird gesucht?
- Search Console: Welche Suchanfragen bringen bereits Impressionen?
- Fachmedien und Messekataloge: Wie werden Produkte in der Branche beschrieben?
Oft sind es sehr spezifische Kombinationen aus Produkt, Material, Anwendung und Branche, die zu Anfragen führen.
Seitentypen
Produkt- und Produktgruppenseiten
Mit vollständigen technischen Daten als HTML, nicht nur als PDF: Maße, Leistung, Materialien, Normen, Zertifizierungen, Varianten. Dazu Anwendungsbeispiele, Bilder, Zeichnungen und Downloads.
Anwendungs- und Branchenseiten
„Fördertechnik für die Lebensmittelindustrie", „Absauganlagen für Schreinereien". Diese Seiten beschreiben die Anforderungen einer Branche und wie das Produkt sie erfüllt. Sie sprechen Kunden an, die ihr Problem kennen, aber die Lösung noch nicht.
Technische Ratgeber
Erklärungen zu Auslegung, Berechnung, Normen, Wartung, typischen Fehlern. Solche Inhalte zeigen Fachkompetenz und bringen Besucher in frühen Phasen.
Referenzen
Projekte mit Ausgangslage, Lösung und Ergebnis, soweit Kunden zustimmen. Auch anonymisiert sind sie wertvoll.
Service und Ersatzteile
Seiten für Wartung, Ersatzteile und Nachrüstung bringen bestehende Kunden zurück und ranken für viele spezifische Suchen.
Datenblätter und PDFs
Industrieunternehmen haben oft umfangreiche PDF-Kataloge. Google kann PDFs lesen und indexieren, aber:
- PDFs ranken meist schlechter als HTML-Seiten.
- Nutzer landen im PDF ohne Navigation und ohne Kontaktmöglichkeit.
- PDFs werden selten aktualisiert und enthalten veraltete Angaben.
Deshalb sollten die wichtigsten Informationen als HTML auf den Produktseiten stehen, mit dem PDF als ergänzendem Download.
CAD-Daten und Konfiguratoren: Viele Ingenieure suchen nach CAD-Daten für ihre Konstruktion. Ein gut auffindbarer Download oder ein Konfigurator kann ein entscheidender Vorteil sein, weil das Produkt dann früh in die Planung aufgenommen wird.
Internationale Märkte
Für exportorientierte Hersteller ist internationales SEO oft wichtiger als der deutsche Markt. Wichtig sind:
- eine durchdachte Domainstruktur, siehe Domainstrategie
- korrekte hreflang-Angaben
- Übersetzungen mit fachlicher Prüfung, nicht nur maschinell
- eine eigene Keyword-Recherche je Markt, weil Fachbegriffe sich unterscheiden, siehe mehrsprachige Keyword-Recherche
- Ansprechpartner und Händler im Zielland
Händler- und Partnernetz
Viele Hersteller verkaufen über Händler. Eine Händlersuche auf der Website, mit Seiten für die wichtigsten Regionen, hilft Kunden und bringt lokale Sichtbarkeit. Gleichzeitig verlinken Händler auf den Hersteller, was die Autorität stärkt.
Fachkräfte
Der Fachkräftemangel trifft die Industrie besonders. Eine starke Karriereseite mit Einblicken in Produktion, Ausbildung und Entwicklung, mit strukturierten Daten für Stellenanzeigen, ist für viele Unternehmen genauso wichtig wie die Gewinnung von Kunden.
Was schiefgehen kann
- Technische Daten nur im PDF
- Marketingsprache statt Fachinformation: Ingenieure wollen Zahlen, keine Versprechen.
- Keine Anwendungsseiten: Produkte werden gezeigt, aber nicht, wofür sie eingesetzt werden.
- Schlechte Übersetzungen in wichtigen Exportmärkten
- Veraltete Website, die seit Jahren nicht gepflegt wurde
Messen und Fachmedien verbinden
Messen sind in der Industrie weiterhin wichtig, und sie lassen sich mit SEO verbinden:
- Vor der Messe: eine Seite zur Messebeteiligung mit Standnummer, Neuheiten und Terminbuchung. Solche Seiten ranken für Suchen nach Messe plus Produktbereich.
- Auf der Messe: Fachvorträge, Interviews mit Fachmedien, Erwähnungen in Messeberichten. Das bringt Links und Bekanntheit.
- Nach der Messe: Neuheiten dauerhaft als Produkt- und Anwendungsseiten veröffentlichen, nicht nur als Pressemitteilung.
Beispiel für eine Anwendungsseite
Ein Hersteller von Industriefiltern hatte nur Produktseiten mit Typenbezeichnungen und technischen Daten. Ich habe Anwendungsseiten für die wichtigsten Branchen ergänzt, etwa „Filtration von Kühlschmierstoffen in der Metallbearbeitung". Jede Seite beschreibt das Problem, die Anforderungen, typische Fehler bei der Auslegung, passende Produkte und ein Anwendungsbeispiel. Innerhalb eines Jahres kamen über diese Seiten mehr qualifizierte Anfragen als über alle Produktseiten zusammen, weil sie genau die Suchen von Fertigungsleitern und Instandhaltern trafen.
Technische Inhalte und KI-Suche
Fachleute nutzen zunehmend KI-Assistenten für technische Recherchen, etwa zur Auslegung einer Anlage oder zum Vergleich von Materialien. Die Antworten stützen sich auf Quellen, die technische Informationen klar und belegt darstellen. Hersteller mit ausführlichen, gut strukturierten technischen Seiten haben deshalb gute Chancen, in solchen Antworten genannt zu werden. Mehr im Beitrag zur Generative Engine Optimization.
Kurz beantwortet
Lohnt sich SEO im Maschinenbau?
Ja, wenn es gezielt auf die Suchanfragen von Fachkunden ausgerichtet ist. Wenige, aber passende Anfragen können einen hohen Umsatz bringen.
Wer sollte die Inhalte schreiben?
Idealerweise Fachleute aus Entwicklung und Anwendungstechnik, mit Unterstützung bei Struktur und Formulierung. Sie wissen, was Kunden fragen.
Wie messe ich den Erfolg?
Über qualifizierte Anfragen, Downloads von Datenblättern und CAD-Daten, Kontakte zu Händlern und die Zuordnung von Aufträgen im CRM.