Ausverkaufte Produkte: Onlineshop-Kategorie mit Filtern und Produktkacheln

Drei Situationen, drei Lösungen

Die richtige Entscheidung hängt davon ab, ob das Produkt wiederkommt und ob es einen Ersatz gibt.

Situation Empfehlung
Vorübergehend ausverkauft, kommt wieder Seite behalten, Status anzeigen, Alternativen zeigen
Dauerhaft entfernt, direkter Nachfolger vorhanden 301-Weiterleitung auf den Nachfolger
Dauerhaft entfernt, ähnliche Produkte vorhanden Seite eine Zeit lang mit Alternativen behalten oder auf die passende Kategorie weiterleiten
Dauerhaft entfernt, keine Alternative, keine Nachfrage Statuscode 404 oder 410
Saisonal, kommt jedes Jahr wieder Seite dauerhaft behalten

Vorübergehend ausverkauft

Wenn ein Produkt nur kurzzeitig nicht lieferbar ist, bleibt die Seite unverändert erreichbar. Die Seite sollte:

  • klar den Status anzeigen, etwa „Zurzeit nicht verfügbar, voraussichtlich ab 15. Mai lieferbar"
  • eine Benachrichtigung bei Verfügbarkeit anbieten
  • vergleichbare Alternativen zeigen, die sofort lieferbar sind
  • in den strukturierten Daten die Verfügbarkeit auf OutOfStock oder BackOrder setzen

Die Seite behält so ihre Rankings und Links. Sobald das Produkt wieder da ist, ist alles wie vorher.

Dauerhaft entfernt mit Nachfolger

Wenn ein Produkt durch ein neues Modell ersetzt wird, ist eine 301-Weiterleitung auf den Nachfolger in der Regel die beste Lösung. Rankings und Links gehen weitgehend auf die neue Seite über. Voraussetzung ist, dass der Nachfolger tatsächlich vergleichbar ist.

Eine Alternative: Die alte Seite bleibt bestehen, zeigt einen deutlichen Hinweis auf den Nachfolger und enthält weiterhin die Informationen zum alten Modell. Das ist sinnvoll, wenn viele Kunden nach dem alten Modell suchen, etwa für Ersatzteile, Bedienungsanleitungen oder Kompatibilität.

Dauerhaft entfernt ohne direkten Nachfolger

Ähnliche Produkte vorhanden

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Seite behalten mit dem Hinweis, dass das Produkt nicht mehr erhältlich ist, und einer Auswahl ähnlicher Produkte. Sinnvoll, wenn die Seite viele Besucher oder Links hat.
  2. Weiterleitung auf die Kategorie. Sinnvoll, wenn die Kategorie dem Bedarf der Suchenden entspricht.

Vorsicht bei Weiterleitungen auf Kategorien: Google kann eine Weiterleitung auf eine thematisch nur entfernt passende Seite als Soft-404 behandeln. Die Weiterleitung sollte deshalb auf die passendste, spezifischste Kategorie zeigen, nicht einfach auf die Startseite.

Keine Alternative, keine Nachfrage

Wenn das Produkt keine Besucher, keine Links und keine Alternative hat, ist ein 404 oder 410 in Ordnung. Ein 410 sagt Google, dass die Seite absichtlich und dauerhaft entfernt wurde, und kann zu einer etwas schnelleren Entfernung aus dem Index führen. In der Praxis ist der Unterschied gering.

Entscheidungsbaum

  1. Kommt das Produkt wieder? Ja: Seite behalten.
  2. Gibt es einen direkten Nachfolger? Ja: 301 auf den Nachfolger.
  3. Hat die Seite Links oder nennenswerte Besucher? Ja: Seite mit Alternativen behalten oder 301 auf die spezifischste passende Kategorie.
  4. Sonst: 404 oder 410.

Diese Regeln lassen sich in vielen Shopsystemen automatisieren, zum Beispiel über Felder für Nachfolger und Status.

Saisonale Produkte

Produkte, die jedes Jahr wiederkommen, etwa Weihnachtsartikel, Gartenmöbel oder Schulbedarf, sollten ihre URL dauerhaft behalten. Außerhalb der Saison bleibt die Seite mit einem Hinweis erreichbar. So baut sie über die Jahre Rankings auf, statt jedes Jahr neu anzufangen.

Was Sie vermeiden sollten

  • Alles auf die Startseite weiterleiten: Google behandelt solche Weiterleitungen oft als Soft-404, und Besucher finden nicht, was sie suchen.
  • Seiten mit Statuscode 200 und dem Text „Produkt nicht gefunden": Das erzeugt Soft-404-Fehler.
  • Ausverkaufte Produkte ohne Hinweis: Kunden legen das Produkt in den Warenkorb und erfahren erst dann, dass es nicht lieferbar ist.
  • Massenlöschungen ohne Prüfung: Beim Bereinigen des Sortiments gehen Seiten mit wertvollen Links verloren.

Strukturierte Daten und Merchant Center

  • Verfügbarkeit in den strukturierten Daten immer aktuell halten: InStock, OutOfStock, BackOrder, PreOrder, Discontinued.
  • Im Produktfeed für das Merchant Center die Verfügbarkeit ebenfalls aktualisieren. Abweichungen zwischen Feed und Seite können zu Warnungen oder Ablehnungen führen.
  • Nicht verfügbare Produkte können in Shopping-Ergebnissen weniger oder gar nicht angezeigt werden.

Mehr dazu in den Beiträgen zum Produkt-Schema und zum Google Merchant Center.

Kategorien mit ausverkauften Produkten

In Kategorieseiten sollten nicht verfügbare Produkte ans Ende der Liste rücken oder ausgeblendet werden. Eine Kategorie, deren erste Produkte alle ausverkauft sind, verärgert Kunden und kann als weniger hilfreich wahrgenommen werden.

Fragen aus der Praxis

Wie lange sollte eine Weiterleitung bestehen bleiben?

Mindestens ein Jahr, bei Seiten mit externen Links besser dauerhaft.

Schadet eine große Zahl von 404-Seiten meinem Shop?

Nein. Google sagt ausdrücklich, dass 404-Fehler für nicht mehr existierende Seiten normal sind und der Website nicht schaden. Problematisch sind nur Seiten mit Links oder Besuchern, die dadurch verloren gehen.

Soll ich ausverkaufte Produkte aus der Sitemap entfernen?

Vorübergehend ausverkaufte Produkte bleiben in der Sitemap. Dauerhaft entfernte und weitergeleitete Produkte werden entfernt.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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