
Die Signale
Länderdomain
Eine Länderendung wie .de, .at oder .fr ist das stärkste Signal. Google geht davon aus, dass die Website für das jeweilige Land gedacht ist. Einige Länderendungen behandelt Google als generisch, weil sie international genutzt werden, etwa .io, .co oder .me.
hreflang
hreflang-Angaben zeigen, welche Version für welche Sprache und welches Land gedacht ist. Sie sind bei generischen Domains das wichtigste steuerbare Signal. Mehr im Beitrag zu hreflang.
Inhalte
- Sprache und regionale Varianten
- Währung und Preise
- Adressen und Telefonnummern im Land
- Bezüge auf lokale Orte, Gesetze und Gegebenheiten
Links und Erwähnungen
Links von Websites aus dem Zielland stärken die Zuordnung.
Google-Unternehmensprofil
Für lokale Unternehmen verbindet das Profil die Website mit einem Standort.
Serverstandort
Früher ein wichtiges Signal, heute nach Aussagen von Google nur noch schwach, weil CDNs und internationale Hostinganbieter weit verbreitet sind.
Die entfallene Einstellung in der Search Console
Früher konnte man in der Search Console für eine Website mit generischer Domain ein Zielland festlegen. Google hat diesen Bericht zur internationalen Ausrichtung im Jahr 2022 eingestellt. Seitdem gibt es keine direkte Einstellung mehr. Die Zuordnung erfolgt über die oben genannten Signale, vor allem über hreflang und Inhalte.
Warum IP-Weiterleitungen problematisch sind
Viele Websites leiten Nutzer anhand ihrer IP-Adresse oder Browsersprache automatisch auf eine Länderversion um. Das klingt nutzerfreundlich, hat aber Nachteile:
- Google crawlt überwiegend aus den USA. Eine Weiterleitung nach IP-Adresse kann dazu führen, dass Google nur die amerikanische oder englische Version sieht und die anderen Versionen nicht crawlt.
- Nutzer werden bevormundet. Ein Deutscher im Urlaub in Spanien will vielleicht die deutsche Seite sehen.
- Geteilte Links funktionieren nicht wie erwartet. Wer einen Link auf die deutsche Seite teilt, landet beim Empfänger in einem anderen Land womöglich auf einer anderen Version.
Die bessere Lösung: Statt automatisch weiterzuleiten, zeigt die Website einen Hinweis: „Sie besuchen uns aus Österreich. Möchten Sie zur österreichischen Version wechseln?" Der Nutzer entscheidet, und Google kann alle Versionen crawlen.
Google empfiehlt, keine automatischen Weiterleitungen nach Standort für Crawler einzurichten und, falls doch, alle Versionen über normale Links erreichbar zu halten.
Inhalte, die sich je nach Standort ändern
Manche Websites zeigen unter derselben URL unterschiedliche Inhalte je nach Standort, etwa andere Preise oder Produkte. Das nennt man standortabhängige Inhalte. Google sieht dabei meist nur die Version für den Standort, von dem aus gecrawlt wird. Für SEO ist es deshalb besser, für jedes Land eine eigene URL zu haben.
Geotargeting für Regionen innerhalb eines Landes
Innerhalb eines Landes gibt es kein technisches Geotargeting wie hreflang. Für Regionen und Städte zählen:
- Standort- und Stadtseiten mit echten lokalen Inhalten
- Google-Unternehmensprofile
- lokale Links und Einträge
Mehr dazu in den Beiträgen zu Local SEO und Stadtseiten.
Prüfen, ob die Zuordnung funktioniert
- Search Console: Leistung nach Ländern filtern. Erscheinen die Seiten der Länderversion vor allem in diesem Land?
- Rankingwerkzeuge mit Standortwahl: Welche Version rankt in welchem Land?
- Stichproben: Suchergebnisse aus dem Zielland prüfen, etwa mit Werkzeugen, die Ergebnisse für bestimmte Länder zeigen.
Signale im Zusammenspiel
Keines der Signale wirkt allein. Google betrachtet sie zusammen und gewichtet sie nach Verlässlichkeit:
| Signal | Stärke | Steuerbar |
|---|---|---|
| Länderdomain | sehr stark | nur bei Wahl der Domain |
| hreflang | stark für die Zuordnung von Varianten | ja |
| Sprache der Inhalte | stark | ja |
| Währung, Adresse, Telefonnummer | mittel | ja |
| Links aus dem Land | mittel | teilweise |
| Unternehmensprofil im Land | stark für lokale Ergebnisse | ja |
| Serverstandort | schwach | ja |
Wenn die Signale sich widersprechen, etwa eine österreichische Version mit Preisen in Euro nach deutschem Steuersatz, deutscher Telefonnummer und Canonical auf die deutsche Seite, wird die Zuordnung unsicher.
Sprachauswahl richtig gestalten
Der Sprach- oder Länderwähler auf der Website sollte:
- über normale Links auf die entsprechende Seite der anderen Version führen, nicht nur auf deren Startseite
- die Länder und Sprachen in der jeweiligen Landessprache benennen
- keine Flaggen als einziges Unterscheidungsmerkmal verwenden, weil Sprachen und Länder nicht deckungsgleich sind
- sich die Wahl des Nutzers merken, ohne ihn bei späteren Besuchen zwangsweise umzuleiten
Häufige Fehler bei der Länderzuordnung
- Canonical aller Länderversionen auf eine Hauptversion
- automatische Weiterleitung nach IP, sodass Google nur eine Version sieht
- Länderversionen mit identischem Inhalt ohne hreflang
- nicht übersetzte Metadaten und Überschriften in Länderversionen
Was Leser oft wissen wollen
Kann ich eine .de-Domain für Österreich nutzen?
Ja, mit einem eigenen Verzeichnis und hreflang. Das Länder-Signal der .de-Endung spricht zwar für Deutschland, hreflang und Inhalte können das aber ausgleichen.
Muss der Server im Zielland stehen?
Nein. Für die Ladezeit ist ein CDN entscheidender. Für die Länderzuordnung spielt der Serverstandort kaum noch eine Rolle.
Was passiert, wenn Google die falsche Version zeigt?
Meist liegen fehlerhafte hreflang-Angaben, widersprüchliche Canonicals oder zu wenige Unterschiede zwischen den Versionen vor. Eine technische Prüfung zeigt die Ursache.